Wegen mangelnder Verkehrssicherheit: Der Maute-Kamin in Bisingen wird komplett abgebrochen

Von Sabine Hegele

Weil er weder stand- noch verkehrssicher ist: Der Bisinger Gemeinderat verabschiedet sich von möglichen Plänen mit dem Schornstein.

Wegen mangelnder Verkehrssicherheit: Der Maute-Kamin in Bisingen wird komplett abgebrochen

Ein Blick von oben auf den Kaminkopf, aufgenommen im Rahmen der Untersuchungen durch das Ingenieurbüro Michael Sieber aus Albstadt.

Der Gemeinderat hat lange mit sich gerungen, viel Geld in die Untersuchung gesteckt, ob der Kamin auf dem Maute-Areal erhalten werden kann und soll – und dann ging es in der Sitzung am Dienstagabend doch recht zügig: Der Schlot kommt komplett weg. Und das so schnell und kostengünstig wie möglich. Den entsprechenden Antrag gestellt hatte Dieter Fecker, CDU, das Gremium folgte ihm einstimmig.

„Der muss so schnell wie möglich weg“

In der vorangegangenen Diskussion – schon früher darüber informiert, dass wenigstens ein Teilabbruch zwingend angezeigt ist – hatte der Albstädter Ingenieur Michael Sieber in seiner gutachterlichen Stellungnahme keinen Hehl daraus gemacht, wie er entscheiden würde: „Der muss weg, so schnell wie’s geht.“

Aushöhlungen und Risse

Denn: Die Stand- und Tragsicherheit des Schornsteins ist nicht gegeben. Deutlich wurde dies auf Bildern, die Aushöhlungen, Risse und Fugenmörtelausbrüche im Mauerwerk, lose oder auch schon ausgebrochene Ziegel und vor allem eine Schiefstellung des Schlots vor Augen führten.

Bürgermeister Roman Waizenegger gab sich kompromisslos: „Die Situation ist ernst. Es geht um die Verkehrssicherungspflicht.“ Und eben die ist nicht gegeben. Wie lange schon? Das wusste niemand zu beantworten. Wohl aber, dass der Maute- Schornstein nicht zu halten ist. Selbst ein „kupierter“ Kamin (Dr. Axel Güntner) nicht. Und wenn doch, „könnten wir uns den gar nicht leisten“, wusste Volker Büschgen, FWV, mit Blick auf die dann fälligen Sanierungs- und Sicherungskosten.

Sprengung ist nicht möglich

Auf welchem Weg dem Kamin zu Leibe gerückt wird? Wohl „händisch“. Zumindest Gutachter Sieber hält eine Sprengung für nicht möglich – „weil man ja nicht weiß, was drin ist.“ So zumindest sei es ihm von einer Fachfirma kommuniziert worden. Sicher ist dagegen, dass es schnell gehen soll, auch wenn Karel Deh, FWV, davor warnte, in Panik auszubrechen.

Spezialisten müssen ran

Die Verwaltung will sich umgehend um auf solche Abbrucharbeiten spezialisierte Fachkräfte bemühen. Bei der Abstimmung nicht die Hand heben durften übrigens die Gemeinderäte Gisela Birr, SPD, und Heinz Heyeckhaus, ALB, sowie Alexander Mayer, CDU. Weil sie Anlieger des Maute-Areals sind, waren sie befangen – aber in der Sache sehr wohl einig mit ihren Ratskollegen.

Kesselhaus-Ergebnisse im Dezember

Die Untersuchungsergebnisse für das Kesselhaus will das Albstädter Ingenieurbüro Sieber bis Ende dieses Monats vorlegen. Sie werden dann in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats vorgestellt.