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Zollernalbkreis

Weg von Rollenklischees in der Arbeitswelt: Girls‘ Day und Boys‘ Day in der Region

23.04.2019

Von Jasmin Alber

Weg von Rollenklischees in der Arbeitswelt: Girls‘ Day und Boys‘ Day in der Region

© Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Mitmachen war beim Girls' Day an der Hochschule angesagt. Mädchen bekamen Einblicke in die Kunststoffanalyse.

Jungs für typische Frauenberufe und Mädchen für vermeintliche Männerdomänen begeistern: Dafür wurden der Boys‘ Day und Girls‘ Day ins Leben gerufen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen beteiligten sich an den Aktionstagen.

Vom Löt-Workshop über die Herstellung einer eigenen Hautcreme bis zur Kunststoffanalyse: Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat sich mit einem umfangreichen Angebot am bundesweiten Girls‘ Day und Boys‘ Day beteiligt. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand dabei vor allem eins: Mitmachen.

Virtual Reality und nachhaltige Proteinquellen

Beim Girls‘-Day-Angebot der Fakultät Engineering in Albstadt lag der thematische Schwerpunkt auf „Virtual und Augmented Reality“. Die 27 Teilnehmerinnen zwischen zehn und 16 Jahren bekamen einen Einblick in verschiedene Bereiche der Fakultät und bearbeiteten kleine Projekte, die beispielhaft für die späteren Berufsfelder sind.

Die Wirtschaftsingenieure präsentierten ihre modulare Produktionsanlage und zeigten ebenfalls ein VR-Projekt, das aktuell von Studierenden entwickelt wird. Später ging es noch zu den Textil- und Bekleidungstechnikern ins Haux-Gebäude. Auch die Fakultät Informatik beteiligte sich am Girls‘ Day.

Weg von Rollenklischees in der Arbeitswelt: Girls‘ Day und Boys‘ Day in der Region

© Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Im Bereich Pharmatechnik stellten die Teilnehmerinnen eine Creme her.

In Sigmaringen informierten sich sieben Jungs im Studiengang Lebensmittel, Ernährung, Hygiene (LEH) über neue nachhaltige Proteinquellen und was diese mit der Ernährung der Zukunft zu tun haben könnten. Praktisch ging es für mehrere Teilnehmerinnen auch im Studiengang Facility Management zu dem aktuellen Thema „Smart Building Engineering and Management“ zu.

Fazit einer Teilnehmerin: „Es ist extrem spannend.“

Im Bereich Pharmatechnik stellten sie eine eigene Basiscreme mit Zitronennote sowie echte Tabletten her – das weckte echte Begeisterung. „Ich hatte noch nie Kontakt mit einem Labor“, sagte etwa die 18-jährige Kerstin aus Albstadt. „Aber es ist extrem spannend zu sehen, wie so eine Creme hergestellt wird.“

Groz-Beckert macht zum 17. Mal in Folge mit

Albstadts größter Arbeitgeber Groz-Beckert beteiligt sich bereits seit 2003 am bundesweiten Girls‘ Day und ermöglicht damit jungen Mädchen den Einblick in vermeintliche Männerberufe. Bei Groz-Beckert lernen die Schülerinnen an diesem Tag die Grundlagen der Mechanik und Elektrotechnik kennen. Das Unternehmen hieß 29 Mädchen und zwei Lehrerinnen von zehn verschiedenen Schulen des Umkreises in der Lehrwerkstatt im Bereich des ersten Ausbildungsjahres willkommen.

Weg von Rollenklischees in der Arbeitswelt: Girls‘ Day und Boys‘ Day in der Region

© Groz-Beckert

Auszubildende von Groz-Beckert gaben interessierten Schülerinnen in der Lehrwerkstatt Einblicke in technische Berufe.

Die Schülerinnen stellten unter Anwendung verschiedener Arbeitsvorgänge wie bohren, Gewinde schneiden oder lasern ein „Mensch ärgere Dich nicht“-Spiel her, das sie am Ende mit nach Hause nehmen durften. Dadurch erhielten die Mädchen im Laufe des Tages einen Einblick in den vielfältigen Tätigkeitsbereich der Metallbearbeitung.

Planung liegt in den Händen der weiblichen Azubis

Die weiblichen, technischen Auszubildenden nahmen die Planung des Girls´ Day selbstständig in die Hand und wurden bei der Betreuung der in Gruppen eingeteilten Mädchen tatkräftig durch die Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres unterstützt. Am Ende des Tages fand eine durch die Betreuerinnen organisierte Feedbackrunde statt, in der die Schülerinnen erzählten, dass sie viele neue Erfahrungen sammeln konnten und die Arbeit mit viel Spaß verbunden war.

Der Girls´ Day machte es den Mädchen möglich „Männerberufe“ von einer neuen Seite zu betrachten und zum Teil bisher unentdeckte Fähigkeiten an sich zu entdecken. Einige von Ihnen können sich nun sogar vorstellen später selbst einmal einen technischen Beruf zu ergreifen.

Können Mädchen programmieren? Na klar!

Mädchen und Technik – das passt sehr gut zusammen! Eindrucksvoll zeigte das die Veranstaltung in der Agentur für Arbeit Balingen anlässlich des diesjährigen Girls’Days. Schnell war der Termin unter dem Motto „Technik – das kann ich!!!“ ausgebucht. Zwölf Mädchen nutzten mit großem Eifer die Gelegenheit, spielerisch mehr über Technik und Programmierung zu erfahren.

Teilnehmerinnen programmieren den Roboter Ozzi

Die Jugendlichen entwarfen mit Linien und Farben einen Parcours für einen kleinen Roboter. Nach ihren Programmieranweisungen zog Ozzi, wie die Teilnehmerinnen die kleine Maschine liebevoll tauften, seine Bahnen und erfüllte kleine Aufgaben. Am Ende waren sich die Mädchen einig: Das hat Spaß gemacht, Interesse für Technik geweckt – und am liebsten hätte jede einen kleinen Roboter mit nach Hause genommen.

Weg von Rollenklischees in der Arbeitswelt: Girls‘ Day und Boys‘ Day in der Region

© Agentur für Arbeit

Technik hautnah erlebten die Teilnehmerinnen des Girls' Day in der Agentur für Arbeit in Balingen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von BBQ Berufliche Bildung und der Agentur für Arbeit durchgeführt. „Noch immer prägen alte Rollenvorstellungen die Berufswahl junger Menschen. Jungen ergreifen nur selten Berufe im Sozialbereich, Mädchen kaum technisch orientierte Berufe. Dabei haben manche genau darin ihre Stärken“, betonte Liane Rebhan, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Balingen. Weg vom alten Schubladendenken ermöglichen solche Schnupperangebote Jugendlichen den Blick über den Tellerrand, so dass sie ganz neue berufliche Perspektiven entdecken.

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