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Schörzingen

Wasser und Licht am Schörzinger Tennisheim: Die Streitparteien sind sich einig geworden

09.05.2019

Von Daniel Seeburger

Wasser und Licht am Schörzinger Tennisheim: Die Streitparteien sind sich einig geworden

© Daniel Seeburger

Der Weg dunkel, die Wiese am Tennisheim bisher nicht erschlossen - das soll jetzt anders werden.

In der Schörzinger Ortschaftsratssitzung Mitte April flogen die Fetzen. Jetzt haben sich die Wogen wieder geglättet. Bei der Gemeinderatssitzung in Schömberg einigten sich am Mittwoch Gemeinderat und Bürgermeister über die Erschließung einer Wiese am Tennisheim und die Beleuchtung dortin.

Am Schluss waren sich die Streitparteien einig: „Es hätte auf beiden Seiten besser laufen können“, führte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger aus. „Mich hat die Wortwahl irritiert“, sagte er. Ein kurzer Rückblick: In der Schörzinger Ortschaftsratssitzung vom 16. April verlas Ortvorsteherin Birgit Kienzler zwei Schreiben der Stadtverwaltung. Dort wurde mitgeteilt, dass die Verwaltung einen Wasseranschluss für die Wiese zwischen Tennisheim und Fronbergstraße für nicht sinnvoll erachte. Zudem sei der Bau von zwei oder drei Laternen am Weg zum Tennisheim Sache des Tennisvereins.

Von einer Unverschämtheit sprach damals Ortschaftsrat Tommy Geiger an die Adresse von Bürgermeister Sprenger gerichtet, der der Sitzung nicht beiwohnte.

Sprenger gibt Stellungnahme ab

Bei der Sitzung des Schömberger Gemeinderats am Mittwoch nun gab Bürgermeister Sprenger eine Stellungnahme ab. Eine Beleuchtung des Wegs zum Tennisheims sei sinnvoll erklärte er. Im Ortschaftsrat habe man im März dieses Jahres über Solarleuchten beraten.

„Beim Wasseranschluss allerdings haben wir durchaus unsere Probleme gehabt“, führte der Bürgermeister auf. Der Ortschaftsrats habe keinerlei Begründung für die Notwendigkeit eines Wasseranschlusses für die Wiese südlich des Kindergartens vorgelegt. Deshalb habe die Verwaltung die Maßnahme auch nicht einfach absegnen können. Zudem sei man bei der Verwaltung der Ansicht, dass das Tennisheim nicht notwendigerweise einen zweiten Wasseranschluss benötige.

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Es hätte auf beiden Seiten besser laufen können. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

Mich hat die Wortwahl irritiert. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

Es ist nicht richtig zu sagen, die Verwaltung habe ein Jahr nichts getan. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

Ein neuer Hausanschluss war nie gefordert, uns geht‘s um die Erschließung im vorderen Bereich. Ortsvorsteherin Birgit Kienzler

Die Kosten hätten wir schon vor einem Jahr bekommen können. Gemeinderat Tommy Geiger

Beide Seiten haben Fehler gemacht. Gemeinderat Sascha Ströbel

Die Beleuchtung sollte kommen und den Wasseranschluss würde ich auch begrüßen. Gemeinderat Frank Polich

Sprenger führte aus, dass der Tennisverein auf die Verwaltung zukommen sollte, wenn etwas benötigt werde. Es könne nicht sein, dass die Stadtverwaltung bei Vereinen Wünsche einsammelt. Genau dies aber habe der Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung gefordert. „Es ist nicht richtig zu sagen, die Verwaltung habe ein Jahr nichts getan“, sagte der Bürgermeister.

Die Synergien nutzen

Sowohl der Wassseranschluss als auch die Beleuchtung seien vor einem Jahr Thema im Ortschaftsrat gewesen, führte Schörzingens Ortsvorsteherin Birgit Kienzler aus. Die Wiese zwischen Kindergarten und Tennisheim liege zentral an der Fronbergstraße, die jetzt saniert wird. Der Vorschlag des Ortschaftsrats sei gewesen, die Synergien zu nutzen und für einen weiteren Wasseranschluss zu sorgen.

Priorität für den Ortschaftsrat sei es, den vorderen Teil des Geländes zu erschließen, so Kienzler. „Ein neuer Hausanschluss war nie gefordert, uns geht‘s um die Erschließung im vorderen Bereich“, erklärte sie.

Beleuchtung ist wichtig

Der Ortschaftsrat sei sich zudem einig gewesen, dass es sinnvoll sei, zwei oder drei weitere Laternen an den bisher unbeleuchteten Weg zum Tennisheim zu installieren, zumal die Fronbergstraße nun saniert werde. Das sei ihrer Ansicht keine Aufgabe des Tennisvereins. Sie verwies auch auf die Diskussion über die rund 9500 Euro teuren Solarleuchten. „Das war dem Ortschaftsrat einfach zu teuer“, so Kienzler.

Der Ortschaftsrat sei davon ausgegangen, dass die Kosten für Wasseranschluss und Beleuchtung bereits in der Gesamtmaßnahme Fronbergstraße drin seien, erklärte Gemeinde- und Ortschaftsrat Tommy Geiger. Er fragte, weshalb die Kostenermittlung jetzt zum ersten Mal auf dem Tisch sei. „Die Kosten hätten wir schon vor einem Jahr bekommen können“, kritisierte er.

Kosten liegen bei rund 9300 Euro

Der Gemeinderat befürwortete die Erschließung des vorderen Bereichs der Wiese und die Installation von zwei Leuchten. Bürgermeister Sprenger ging von Kosten in Höhe von 9300 Euro für Wasseranschluss und Leuchten aus. „Jetzt brauchen wir aber auch einen Deckungsvorschlag“, sagte er. Man sollte immer auch im Auge behalten, dass es einen Haushaltsplan gebe. So sei beispielsweise die Heizung des Bauhofs defekt, die repariert werden müsse. „Ich kann die Mitarbeiter nicht einfach in der Kälte sitzen lassen“, erklärte der Bürgermeister.

Eine Möglichkeit zur Finanzierung sieht Karl-Josef Sprenger durch mögliche Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer.

Viel Lärm um (fast) nichts, kommentiert ZAK-Redakteur Daniel Seeburger

Es war schon eine etwas seltsame Vorstellung, die da auf der Schömberger Gemeinderatsbühne gegeben wurde. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger wehrte sich gegen vehemente Angriffe, die in der Schörzinger Ortschaftsratssitzung vor drei Wochen gegen ihn und die Stadtverwaltung laut geworden waren.

Schörzingens Ortsvorsteherin Birgit Kienzler und der Schörzinger Gemeinderat Tommy Geiger ruderten verbal zurück. Schließlich stellte sich heraus, dass alles auf Missverständnissen basierte. Der Bürgermeister und die Stadtverwaltung wollten nicht einsehen, dass der Schörzinger Tennisclub einen zweiten Wasseranschluss braucht. Den brauche es wirklich nicht, erklärte die Ortsvorsteherin.

Lediglich die Synergien, die es durch die Sanierung der Fronbergstraße gibt, möchten die Ortschaftsräte nutzen – und deshalb schon jetzt den vorderen Bereich einer Wiese erschließen, die sich am Tennisheim befindet. Dann gab es Missverständnisse über zwei Leuchten, die den Weg zum Sportheim fortan erhellen sollen.

Dass an diesem dunklen Winkel etwas getan werden muss – da waren sich beide Parteien einig. Es kam lediglich auf die Art der Lampen an. Ein weiteres Missverständnis: Die Gemeinde soll sich wegen der Leuchten an den Tennisclub wenden, hätten die Ortschaftsräte gefordert. Das muss für Bürgermeister Sprenger andersrum laufen: Wenn ein Verein etwas will, soll er bei der Gemeinde vorstellig werden. Auch das falsch interpretiert?

Der Ortschaftsrat sei der Meinung, dass das Aufstellen der Leuchten nicht Sache des Tennisclubs sei, sondern der Gemeinde, entgegnete Birgit Kienzler. Gerade bei der Sanierung der Fronbergstraße sei es doch sinnvoll, einfach einige Lampen mehr zu bestellen. Letztlich stellten die vermeintlichen Kontrahenten fest, dass sie in der Sache gar nicht so weit auseinanderliegen.

Der Beschluss war dann auch schnell formuliert und verabschiedet. Und die Moral von der Geschicht‘: Eigentlich viel Lärm um (fast) nichts.

Wasser und Licht am Schörzinger Tennisheim: Die Streitparteien sind sich einig geworden

© ZAK

ZAK-Redakteur Daniel Seeburger.

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