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Albstadt

Von Strom zu Gas: Albstadt baut einen neuen, modernen Kremationsofen

10.09.2019

Von Holger Much

Von Strom zu Gas: Albstadt baut einen neuen, modernen Kremationsofen

© Holger Much

Die Arbeiten am neuen Ofen im Ebinger Krematorium laufen bereits. Mitte November geht der Gasofen in Betrieb.

Bereits Mitte November soll der neue Ofen in Betrieb genommen werden, sagt Friedhofsleiterin Silke Meboldt. Die moderne Technik spart Zeit und Geld und ist umweltschonender. Rund 500.000 Euro kostet die Anlage.

Der alte Elektroofen des Ebinger Krematoriums hat ausgedient. Rund 40 Jahre hat er auf dem Buckel, die Technik ist komplett veraltet. Der Anteil der Elektroöfen bei der Kremation liegt, erläutert Friedhofsleiterin Silke Meboldt, aktuell bei vielleicht vier Prozent.

Neue Anlage mit geringerem Energieverbrauch

Daher baut die Stuttgarter Firma Ruppmann aktuell einen neuen, modernen Kremationsofen, der mit Gas betrieben wird. Kosten: 500.000 Euro. Diese Technik, erläutern Sigurd Kästle vom Amt für Bauen und Service, ist deutlich sparsamer im Energieverbrauch. Rund 30 bis 40 Euro pro Kremation werden dadurch eingespart.

Eine Einäscherung wird weniger Zeit in Anspruch nehmen

Mit Gas, erläutern auch Dieter Katz, Technischer Leiter des Krematoriums sowie Baubürgermeister Udo Hollauer, verringert sich zudem deutlich die Zeit einer Kremation. Beträgt die Dauer im Elektroofen zwischen 70 und 90 Minuten, so reduziert sie sich im Gasofen auf maximal 60 Minuten.

Die Gasleitungen werden gelegt

Das Betriebsamt hob die Gräben aus, die Albstadtwerke sind mit dem Verlegen der Gasleitungen fast fertig. Im Gebäude selbst wird der Unterbau des Ofens aufgemauert. Der alte Ofen daneben wird zunächst stehenbleiben.

Schichtbetrieb könnte reduziert werden

Bei sechs bis acht Kremationen pro Tag fällt die deutlich kürzere Zeit ins Gewicht. Die Friedhofsverwaltung hofft, so Silke Meboldt, den bisherigen Schichtbetrieb an fünf bis sechs Tagen die Woche etwas reduzieren zu können.

Neue Technik ist nicht so wartungsintensiv

Zudem soll der neue Ofen nicht ansatzweise so wartungsintensiv sein wie der alte. Der musste rund alle fünf Jahre innen komplett neu aufgemauert werden, was jedesmal etwa 150.000 Euro kostete. Grund sind die extrem hohen Temperaturen, die der Elektroofen erreicht, wodurch das Material stark angegriffen wird. Bei Gasofen muss solch eine Wartung nur etwa alle 20 Jahre durchgeführt werden.

Von Strom zu Gas: Albstadt baut einen neuen, modernen Kremationsofen

© Holger Much

Der alte Elektroofen wird stillgelegt.

Aufgrund diese hohen Temperaturen, erläutert Dieter Katz, muss beim Elektroofen nach fünf bis sechs Einäscherungen auch erst mal gewartet werden, bis sie wieder gesunken sind. Auch diese Verzögerungen fallen beim modernen Gasofen weg.

Zahl der Kremationen wird weiter zunehmen

Der Einbau lohnt sich allemal, sagt Baubürgermeister Udo Hollauer, die Bestattungsgebühren würden dadurch nicht steigen. Zudem sei zu erwarten, dass die Zahl der Kremationen noch weiter steige.

Beliebtheit der Urnenbestattung wächst weiter

Einerseits wächst die Beliebtheit der Einäscherung seit Jahren. Auch in Albstadt ist der Trend ungebrochen. Zudem werden, erläutert Silke Meboldt, die Sterbefälle bis etwa 2050 steigen, da nun die geburtenstarken Jahrgänge betroffen seien.

Von Strom zu Gas: Albstadt baut einen neuen, modernen Kremationsofen

© Holger Much

Die Zahl der Urnenbestattungen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu, auch in Albstadt ist der Trend ungebrochen.

Mit dem neuen Ofen sei das Albstädter Krematorium gut vorbereitet: „Wir garantieren eine Einäscherung im Zeitraum von drei Tagen.“

Grundsatzbeschluss fiel 2017

Den Grundsatzbeschluss, das Krematorium in Albstadt weiterzuführen, fasste der Albstädter Gemeinderat Mitte November 2017. Wesentlicher Aspekt war die Umstellung auf einen gasbefeuerten Ofen.

Machbarkeitsstudie empfiehlt Modernisierungen

Damals stand die Existenz der Einrichtung auf der Kippe. Denn seit 2012 wird jährlich ein deutliches Minus erwirtschaftet. Im Jahr 2013 belief sich der Abmangel auf rund 67 000 Euro, 2016 auf bereits 129 000 Euro. Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass das Krematorium mit einigen Modernisierungen weitergeführt werden könne.

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