Balingen

Von Fangemeinde sehnsüchtig erwartet: 20. Auflage des Balinger Hospizkalenders ist fertig

07.11.2023

Von Jasmin Alber

Von Fangemeinde sehnsüchtig erwartet: 20. Auflage des Balinger Hospizkalenders ist fertig

© Jasmin Alber

Stellen die Jubiläumsausgabe des Hospizkalenders vor (von links): Eduard Maass, Monika Schwenk und Christof Seisser.

Nachdenklich, aber auch zuversichtlich stimmen die Motive und die begleitenden Sprüche des Balinger Hospizkalenders – und das schon zum 20. Mal. Die „Jubiläumsauflage“ des Kalenders der ökumenischen Hospizgruppe Balingen ist da. Die Monatsblätter zieren in gewohnter Manier Kunstwerke von Monika Schwenk. Sie gibt mit Pfarrer Christoph Seisser und Eduard Maass Einblicke, die drei blicken zudem zurück und erzählen von den Hintergründen.

„Jegliches hat seine Zeit“ – Diese vier Worte aus einem über 3000 Jahre alten biblischen Text, wie Pfarrer Christof Seisser anmerkt, zieren das Titelbild des Hospizkalenders. Und das schon seit 20 Jahren.

Der Kalender 2024 ist die 20. Ausgabe, und somit feiert die ökumenische Hospizgruppe Balingen damit ein kleines Jubiläum. Was ebenfalls seit der ersten Ausgabe gleich geblieben ist: Die Monatsblätter zieren Werke der Künstlerin Monika Schwenk. Seit einigen Jahren sucht sie auch die begleitenden Sprüche selbst aus.

Wasserturm in Schräglage

Bei den Motiven lässt sich Monika Schwenk unter anderem von der Umgebung inspirieren, die sie dann aber beim künstlerischen Abbilden nicht unbedingt 1:1 wiedergibt. Warum also der Wasserturm bei der gemalten Ansicht des Zollernschlossensembles deutliche Ähnlichkeit mit dem schiefen Turm von Pisa aufweist? Das können die Betrachter selbst interpretieren. Es ist jedenfalls ein Lieblingsmotiv von Pfarrer Christof Seisser, der in der Leitung der Hospizgruppe tätig ist.

Für andere Bilder hat sich die Künstlerin von der Gartenschau inspirieren lassen oder von der Ansicht eines Hafens, der ihr bei einem Zeppelinflug über den Bodensee im Gedächtnis geblieben sind. Die Weite des Meeres an norddeutschen Küsten sind ihr ebenfalls eine kreative Quelle gewesen. Auch Stockenhausener Esel haben es in die Auswahl der zwölf Motive geschafft. Die Kunstwerke, die im 2024er-Kalender abgebildet sind, sind Aquarelle, Acrylmalereien oder Collagen.

Ausstellung in der Rathaus-Galerie

Eine Auswahl ihrer Werke – darunter auch Bilder, die als Motiv im nächsten Hospizkalender zu sehen sind – zeigt Monika Schwenk in der Balinger Rathaus-Galerie. Die Vernissage mit Musik ist am Donnerstag, 9. November, um 19.30 Uhr. Die Ausstellung ist anschließend zu den üblichen Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr) und noch bis 3. Februar zu sehen. Die meisten der Ausstellungsstücke stehen im Übrigen zum Verkauf.

Die Jubiläums-Kalenderausgabe ist in einer Auflage von 300 Stück bei der Lebenshilfe Zollernalb gedruckt worden. Erhältlich ist der Kalender demnächst in der Balinger Geschäftsstelle des ZOLLERN-ALB-KURIERS in der Grünewaldstraße 15, in der Buchhandlung Rieger, im Papierhaus Daniel, in der Bahnhofapotheke, an der Infothek im Rathaus, bei Berufsbekleidung Frech, im „Paradiesgärtli“ (das Geschäft ist nochmals für einen weiteren Ausverkauf geöffnet, wie die Vertreter der Hospizgruppe anmerken) sowie im „Blütenzauber“ in Frommern.

Einst war die Idee, die Hospizgruppen-Mission nach außen zu tragen

Die „Fangemeinde“ des Hospizkalenders ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen, wie Eduard Maass, Koordinator in der Hospizgruppe, zurückblickt. Die Idee für den ersten Kalender vor 20 Jahren war, „unsere Mission nach außen zu tragen“. Die Arbeit der Hospizgruppen sollte also in die Breite getragen werden. „Wir haben mit der Zeit viele Freunde gefunden“, sagt er.

Das Projekt ist gewachsen und hat sich etabliert. Heute werde er schon im August gefragt, wann es den Kalender geben wird. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern sei über die Jahre hinweg ebenfalls bestens, betont Maass. „Das ist natürlich eine schöne Anerkennung.“ Und er sagt: „Ohne Freunde geht es nicht.“ Damit richtet er im Namen der Hospizgruppe den Dank an die Sponsoren, dank deren finanzieller Unterstützung der Verkaufspreis seit Jahren bei 20 Euro je Kalender gehalten werden kann. Der Verkaufserlös kommt der Arbeit der Hospizgruppe zugute.

Monika Schwenk, die ihre Kunstwerke ohne Gage zur Verfügung stellt, ergänzt: „Mir macht es einfach Spaß.“ Eduard Maass und Christof Seisser nicken dabei zustimmend.

Titel lässt sich auf viele Lebenslagen übertragen

Damals wie heute spiegelt der Titel quasi das Motto der Hospizgruppe, in der sich aktuell knapp 70 Ehrenamtliche engagieren, wider, merkt Pfarrer Seisser an. Es gebe lachen und weinen, geboren werden und sterben, zählt er nur zwei Beispiele auf, auf die sich „Jegliches hat seine Zeit“ anwenden lassen. Die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe begleiten Menschen zwar in der letzten Phase ihres Lebens – ohne aber die anderen Phasen aus dem Blick zu verlieren. Verbindungen zu den vier gehaltvollen Worten lassen sich immer schaffen, ist er sicher, und zwar in jeder Lebenslage und jedem Bereich. „In allem Negativen kann auch etwas Positive sein.“

Insgesamt soll der Kalender mit den Bildern und tiefgründigen, gehaltvollen Zitaten bekannter Menschen von Goethe bis Ringelnatz zum Nachdenken anregen, aber auch Zuversicht stimmen. Das war bei der ersten Ausgabe so und das ist auch bei der 20. Auflage so.

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