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Handball

Vierte Rückrunden-Niederlage: Der HBW Balingen-Weilstetten steckt in der Krise

07.02.2020

Von Marcus Arndt

Vierte Rückrunden-Niederlage: Der HBW Balingen-Weilstetten steckt in der Krise

© Moschkon

Nach der 29:31-Heimniederlage gegen den TBV Lemgo kommen auf Oddur Gretarsson und den HBW Balingen-Weilstetten unangenehme Wochen in der Handball-Bundesliga zu.

Es gab keine zwei Meinungen nach dem erschreckend schwachen Auftritt der „Gallier“ im Kellerduell gegen den TBV: Die Truppe von Jens Bürkle schöpft ihr Potenzial nicht aus, zeigt Schwächen in allen Mannschaftsteilen.

Auch im wichtigen Heimspiel gegen die Lipperländer lieferte der Aufsteiger nicht, kassierte eine 29:31-Niederlage und steht vor schweren Wochen. „Lemgo hat gefühlt höher gewonnen, wie es das Ergebnis dann darlegt“, räumt Wolfgang Strobel unumwunden ein.

HBW-Manager poltert

Der Manager des Kreistadt-Klub war richtig sauer: „Das war das schlechteste Heimspiel in dieser Saison. Wir haben nicht das auf die Platte gebracht, was uns sonst in der SparkassenArena ausgezeichnet hat – und was auch die Leute begeistert. Es hat einfach viel gefehlt.“

Dabei war gegen den Ex-Meister mehr drin. „Eine entscheidende Phase war, dass wir nach dem 15:13 noch mit 15:16 in die Halbzeit gehen“, kritisiert der 36-Jährige, „da haben wir zu einfach die Bälle hergegeben. Jeder weiß, wenn man kurz vor der Pause noch einmal so ein Tor bekommt, dass das dann einfach ein Dämpfer ist, das hat man nach dem Seitenwechsel auch gemerkt. Über das ganze Spiel hat in einigen Bereichen zu viel gefehlt, um zwei Punkte zu holen. Das muss jedem bewusst sein – und das müssen wir ganz schnell abstellen.“

HBW-Baustelle ist die Abwehr

Markant: Balinger Defizite in der Defensive. Erneut kassierte die Schießbude der Liga über 30 Gegentore. „Das darf zu Hause eigentlich nicht sein“, sagt Vladimir Bozic. Der Kroate brachte – wie sein Torhüterkollege Mike Jensen – kaum eine Hand an den Ball. Anders das Gespann auf der Gegenseite, welches zwölf Paraden zeigte. „Letztendlich haben wir dank einer Abwehrsteigerung und einer guten Torhüterleistung in der zweiten Halbzeit verdient gewonnen“, bilanziert TBV-Trainer Florian Kehrmann, „der Schlüssel zum Sieg war aber trotzdem, dass wir sehr konzentriert angegriffen haben.“ Herausragend: Der Isländer Bjarki Mar Elisson, welcher 14-mal bei 16 Versuchen erfolgreich war. Auch der dezimierte Rückraum der Ostwestfalen traf, während die Balinger ungewohnt viele Fahrkarten zogen.

In den entscheidenden Phasen nicht präsent

„Wir waren in den Momenten, wo es in irgendeine Richtung kippen kann, nie so präsent, wie wir sein müssten“, analysiert Bürkle. Er fügt hinzu: „Die Abwehr war über das ganze Spiel nicht gut, aber ein paar Momente haben wir einfach auch ausgelassen. Bis zum 20:20 war es dann nach dem Seitenwechsel auch okay. Aber die Momente, die da waren, haben wir nicht genutzt. Das hat sich das ganze Spiel durchgezogen. Deshalb war es wahrscheinlich auch eines unserer schlechtesten Heimspiele seit Langem. Dass es ein Spiel der Angriffsreihen war, höre ich in letzter Zeit immer häufiger von den Trainern nach den Spielen. Ich kann es irgendwann auch nicht mehr hören, wie toll wir Angriff spielen und wie schlecht dann die Abwehr ist. Es wird Zeit, dass wir das ändern.“

Auch die Eulen verlieren

Denn nach 2:8 Punkten in der Rückrunde steckt der HBW im Tabellenkeller fest, hat nach der Pleite der Eulen aus Ludwigshafen (19:27 gegen Berlin) aber weiterhin drei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

An der Tabellenspitze bleibt Meister SG Flensburg-Handewitt (21:20 beim Bergischen HC) in Schlagdistanz zu Spitzenreiter THW Kiel. Den Siegtreffer erzielte Jim Gottfridsson mit einem direkt verwandelten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit. Nach Punkten zogen die Flensburger mit dem Nordrivalen (beide 34:10) gleich. Die Zebras sind am Sonntag gegen den HC Erlangen gefordert. Hinter Kiel und Flensburg reiht sich Berlin ein, gefolgt von den Recken aus Hannover (30:30 gegen Magdeburg/beide 32:12).

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