Geislingen

Verkäufer beleidigt und bedroht: Vorfall in Geislinger Kik-Filiale versetzt Kunden in Angst

14.05.2024

Von Rosalinde Conzelmann

Verkäufer beleidigt und bedroht: Vorfall in Geislinger Kik-Filiale versetzt Kunden in Angst

© Rosalinde Conzelmann

Im Kik-Markt in Geislingen in der Brückenstraße wurde am Montagnachmittag ein Verkäufer verbal und auch tätlich angegriffen, während weitere Kunden im Geschäft waren. Das hat die Polizei so bestätigt.

Diesen Einkaufsbesuch werden einige Geislinger so schnell nicht vergessen. Ebenso der Verkäufer, der am Montag im Kik gearbeitet hat. Wie die Polizei auf ZAK-Nachfrage bestätigt, hat ein 32-Jähriger den Kik-Mitarbeiter beleidigt, bedroht und wohl auch geschlagen. Das sei der Stand der ersten Ermittlungen, sagt der Reutlinger Polizeisprecher Martin Raff. Was passiert ist und warum die Kunden große Angst hatten.

Der Vorfall habe sich am 13. Mai gegen 16 Uhr abgespielt, als ein Kunde ausgetickt sei und den Verkäufer in der Folge einer verbalen Auseinandersetzung mit unflätigen Worten beleidigt habe. Den Beleidigungen seien Drohungen gefolgt und der aggressive Kunde habe den Verkäufer auch körperlich angegangen.

Polizei erteilt Platzverweis

Dieser habe es dennoch geschafft, die Polizei zu rufen, die beim Eintreffen an der Discounter-Filiale den Mann vor dem Geschäft angetroffen habe. „Ihm wurde ein Platzverweis erteilt“, so Raff. Außerdem werde der aggressive Ladenbesucher wegen Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung angezeigt, informiert der Polizeisprecher.

Im März gab es auch einen Vorfall

Die Anzeige geht an die Staatsanwaltschaft Hechingen. Von dort ist zu hören, dass der Randalierer kein Unbekannter ist und es schon am 10. März einen unschönen Vorfall ebenfalls in Geislingen gegeben hat. Laut Ronny Stengel, Sprecher der Hechinger Staatsanwaltschaft, habe er an diesem Tag auf dem Parkplatz der Firma Kleider Müller zwei Menschen bedroht. In drastischer Weise: Er habe mit der Hand einen „Kehlenschnitt“ ausgeführt. Weil die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt bestätigt sieht, hat sie gegen den Mann Anklage wegen Bedrohung erhoben. Es wird zur Gerichtsverhandlung kommen.

Und dabei ist die letzte Gerichtsverhandlung, bei der der 32-Jährige auf der Anklagebank saß, erst ein halbes Jahr her, wie ZAK-Recherchen ergeben haben. Damals war es, wie berichtet, ebenfalls unter anderem um den Tatvorwurf Bedrohung und Beleidigung gegangen. Der Mann hatte Gäste einer Balinger Bar wüst beschimpft und ihnen mit dem Tod gedroht. Er hatte eine Machete dabei gehabt und sich gegenüber der Polizei ebenfalls sehr aggressiv verhalten. Beide verbal Angegriffenen hatten im Zeugenstand von ihrer Angst während des Vorfalls berichtet.

Kunden habe große Angst

Große Angst hatten auch die Kunden in Geislingen, wie uns aus sicherer Quelle bestätigt wurde. Einige hätten im Mitarbeiterraum Schutz gesucht, bis der 32-Jährige den Laden verlassen hatte. Insbesondere die wüsten Beschimpfungen und das laute Schreien des Mannes hätten die Kunden verstört und erschreckt. Die Wut des Mannes habe sich aber nur gegen den Verkäufer gerichtet. Erleichtert hätten die Kunden nach dem „Horror, der 10 bis 15 Minuten gedauert hat“, den Laden verlassen.

Es könnte sein, dass dieser Vorfall dazu führen wird, dass der Wiederholungstäter, der ein langes Vorstrafenregister aufweist, in Haft kommt. Warum? Er wurde im November zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. „Wenn er in dieser Zeit straffällig wird, begeht er einen Bewährungsbruch“, erläutert Stengel die Gesetzeslage. Sprich, das Gericht wird darüber entscheiden, ob die gewährte Strafaussetzung widerrufen wird und die Haftstrafe in Kraft tritt.

Es wird wohl Anklage erhoben

Dass beim jüngsten Vorfall in Geislingen keine Anklage erhoben und das Verfahren eingestellt wird, hält der Erste Staatsanwalt eher für unwahrscheinlich, weil die Vorwürfe schwer wiegen und von der Polizei und Zeugen bestätigt sind. Man müsse aber die Ermittlungen abwarten. Stengel hält es für denkbar, dass beide Vorfälle, also der im März und der aktuelle, Gegenstand einer Gerichtsverhandlung sein werden. In dieser werde dann auch über den Bewährungsbruch entschieden.

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