Rottweil

Verdacht auf Kinderpornographie: Polizei durchsucht Fahrzeuge und Wohnungen in vier Landkreisen

14.04.2022

von Pressemitteilung

Verdacht auf Kinderpornographie: Polizei durchsucht Fahrzeuge und Wohnungen in vier Landkreisen

© Martin Quast/pixelio.de

Die Polizei stellte mehrere Smartphones, Festplatten und Speichermedien sicher.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch bei 15 Verdächtigen in den Landkreisen Rottweil, Konstanz, Tuttlingen, sowie im Schwarzwald-Baar-Kreis Wohnungen und Fahrzeuge durchsucht. Die Strafverfolgungsbehörden werfen den Männern und Frauen im Alter von 14 bis 75 Jahren Besitz und Verbreiten kinder- und jugendpornografischer Inhalte vor.

Sie sind Angaben der Polizei zufolge nach den Maßnahmen der Polizei belehrt und erkennungsdienstlich behandelt worden. Alle Verdächtigen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Beamten der Kriminalpolizei stellten zahlreiche elektronische Speichermedien sicher, darunter 13 Mobiltelefone, neun Computer, drei Server und fünf Festplatten.

Spezialisten sicherten auch Daten in sogenannten „Clouds“ im Internet. Die Daten im Umfang von mehreren Terabyte müssen nun hinsichtlich der Strafbarkeit und weiterer Tathandlungen noch ausgewertet werden.

Kripo Rottweil leitet die Aktion

Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil, die den Einsatz am Mittwoch federführend leitete, hat sich auf die Durchsuchungen, in die insgesamt 25 Polizeibeamte und mehrere Vertreter der Staatsanwaltschaft eingebunden waren, bereits seit längerer Zeit vorbereitet. Innerhalb der zuständigen Fachinspektion in Rottweil ist zur intensivierten Bekämpfung der Kinderpornografie eigens hierfür ein spezialisierter Arbeitsbereich eingerichtet worden.

Zudem sind die Kriminalkommissariate in den Landkreisen des Polizeipräsidiums Konstanz mit zusätzlichem Personal zur Bearbeitung dieses Deliktsbereichs ausgestattet worden. Der Leiter der Rottweiler Kriminalpolizeidirektion, Leitender Kriminaldirektor Thomas Föhr, war mit dem Ergebnis der jüngsten Maßnahmen zufrieden. „Wir haben damit nicht nur ein Zeichen für eine konsequente Verfolgung solcher Straftaten gesetzt, sondern sehen uns auch vor dem Schicksal vieler Kinder, die in solchen Fällen missbraucht werden, verpflichtet, Tätern und Mittätern das Handwerk zu legen.“

In Whatsapp- und Telegram-Gruppen

Keine leichte Aufgabe. Denn angesichts der leichten Verfügbarkeit von Kinderpornografie im Internet werde nahezu andauernd der sexuelle Missbrauch von Kindern dokumentiert, so die Polizei. Auffallend ist, dass immer häufiger sogar Kinder und Jugendliche im Besitz solcher Dateien sind.

Besonders in Messenger-Gruppen wie Whatsapp oder Telegram würden häufig kinder- und jugendpornographische Inhalte ausgetauscht und mit einem großen Personenkreis geteilt. Dabei machten sich auch Menschen strafbar, die in solchen Gruppen in den Besitz verbotener Dateien kommen, selbst wenn sie selbst nicht aktiv an der Verbreitung beteiligt sind.

Bereits der Besitz ist strafbar

„Allein schon der Besitz wird seit der Gesetzesänderung im Juli 2021 als Verbrechenstatbestand eingestuft und somit mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr verfolgt“, klärt die Leitende Oberstaatsanwältin Sabine Mayländer, Leiterin der Staatsanwaltschaft Rottweil, auf. Das sei vielen nicht bewusst. Sämtliche Strafverfolgungsbehörden räumen daher der Bekämpfung der Kinderpornografie einen hohen Stellenwert ein.

Erst 2021 hatte der Gesetzgeber mit einer geänderten Gesetzeslage in Deutschland verschiedene Straftatbestände als Verbrechenstatbestände eingestuft und damit verschärft. Dies wirkte sich unter anderem auch auf die Kriminalstatistik aus. Im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz sind im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr nahezu doppelt so viele Sexualdelikte angezeigt worden.

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