Hechingen

Uni Tübingen und Hechinger Medical Valley kooperieren: Studierende schnuppern High-Tech-Luft

12.02.2024

von Pressemitteilung

Uni Tübingen und Hechinger Medical Valley kooperieren: Studierende schnuppern High-Tech-Luft

© Bentley

Prof. Dr. Tobias Walker (hinten rechts) mit Bentley-Referent Lukas Gneiting (links) und die Biomedical-Technologies-Studierenden der Uni Tübingen auf Tuchfühlung mit der Hightech-Medizintechnikindustrie im nahen Hechinger Medical Valley.

Wissenschaft und Industrie in der Region zusammenbringen: Das haben sich die Medizinische Fakultät der Tübinger Universität und sechs Hechinger Firmen im Medical Valley auf die Fahnen geschrieben. Die erste fünftägige Begegnung zwischen Uni und Unternehmen der Region verlief jetzt vielversprechend, informiert das Medizintechnikunternehmen Bentley.

„Es hat riesig Spaß gemacht, das Gelernte gleich angewandt und live bei den Unternehmen zu erleben“, sagt Benjamin Suchalla. „Das motiviert schon sehr.“ Der Student im ersten Semester im englischsprachigen Masterstudiengang Biomedical Technologies ist einer von zehn Absolventen der neuen Vorlesungsreihe, die Studierende seiner Fakultät zu sechs Hechinger Medizintechnikunternehmen führt.

Im Medical Valley erleben die Nachwuchswissenschaftler etwas für sie völlig Neues: Die trockene Theorie des Lehrstoffs wird sofort mit der Praxis vor Ort verbunden. Ins Leben gerufen hat die regionale Initiative der Chirurg Prof. Dr. Tobias Walker, Dozent an der Universität Tübingen und in Hechingen beim Dienstleister LS Medcap aktiv.

Forschung und Entwicklung aus erster Hand

Im Rahmen der fünftägigen Reihe sind die Studierenden jeden Tag bei einem anderen Hechinger Unternehmen zu Gast. Täglich findet eine Vorlesung statt, und gleich im Anschluss erleben die Studierenden aus erster Hand, wie es in der Forschung und Entwicklung oder bei der Produktion der oft lebensrettenden medizintechnischen Produkte zugeht. So bietet die neue Kooperation ein eindrückliches Lernerlebnis.

Diese Unternehmen beteiligen sich am Projekt

Getragen wird das Gemeinschaftsprojekt von der Universität Tübingen und den Medizintechnikfirmen Bentley, Cardiobridge, Maquet Cardiopulmonary, Biosensors/NVT, Qatna Medical sowie dem Medizintechnikdienstleister LS Medcap. Sie alle engagieren sich bekanntermaßen gemeinsam im Verein Medical Valley Hechingen.

Eine naheliegende Kooperation

„Eigentlich ist es naheliegend, dass die kaum 20 Kilometer voneinander entfernt liegende Medizintechnik-Fakultät der Universität Tübingen und der aufstrebende Hightech-Standort des Medical Valley in und um Hechingen eng kooperieren“, sagt Prof. Dr. Walker. „Dort haben sich bis heute fast zwanzig Medizintechnikunternehmen angesiedelt. Bisher gab es aber noch kaum Berührungspunkte. Diese Brücke können wir jetzt mit unserem Projekt erfolgreich schlagen.“

Labore und Reinräume: Einblicke beim Europa-Marktführer

In der letzten Projektwoche war die Gruppe von zehn Studierenden des Masterstudiengangs Biomedical Technologies beispielsweise zur Vorlesung vor Ort bei Bentley im Hechinger Lotzenäcker. Im Anschluss an die Vorträge lernten die jungen Nachwuchswissenschaftler die Entwicklung und Produktion beim europäischen Marktführer für ummantelte Stents kennen und schnupperten schon mal etwas tiefer in die Labore und Reinräume hinein.

Viele an der Uni kennen den Hechinger High-Tech-Standort gar nicht

Student Benjamin Suchalla zeigt sich begeistert: „Wenn Theorie und Praxis bereits während des Studiums eng zusammenspielen, sehe ich das als ganz großen Vorteil für uns Studierende. Es hilft auch bei der Berufsorientierung. Dass wir so viele Medizintechnikspezialisten hier in der Region vor Ort haben, war den meisten Studierenden, glaube ich, noch gar nicht bewusst.“

Bei Bentley schielt man nach Fachkräften

Auch Bentley-CTO Christian Bader, Gastgeber des letzten Vorlesungstags, zieht eine positive Bilanz der Premiere: „Die beruflichen Chancen der Tübinger Absolventen liegen faktisch vor der Haustür“, ergänzt der 40-jährige Chemiker und verweist auf das Hechinger Medical Valley. Bekanntlich plant Bentley, in den kommenden Jahren deutlich zu expandieren, und hat bereits den Bau eines Bentley-eigenen Campus am Standort Lotzenäcker angekündigt. Bader rechnet denn auch mit einem stark steigenden Bedarf an medizintechnisch ausgebildeten Fachkräften und Hochschulabsolventen in der Region.

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