Handball

Trendwende dringend nötig: „Gallier“ stehen im Heimspiel gegen Minden unter Zugzwang

05.03.2020

Von Marcus Arndt

Trendwende dringend nötig: „Gallier“ stehen im Heimspiel gegen Minden unter Zugzwang

© Eibner

Im Hinspiel trennten sich der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Filip Taleski) und Minden unentschieden. In letzter Sekunde sicherten die „Gallier“ im November das 30:30.

Im Kellerduell gegen GWD Minden gibt es für den Balinger Bundesligisten keine Ausreden mehr. „Wir müssen gewinnen“, betont Jens Bürkle.

Die Leichtigkeit haben die „Gallier“ nach 0:12 Zählern verloren, „und mit jeder Niederlage wird es nicht einfacher“, gesteht der HBW-Coach, welcher das Schwaben-Derby mit seinem Team akribisch aufgearbeitet hat.

Stuttgart-Pleite wirkt noch nach

„Wir waren nicht gut genug, um Punkte zu holen“, kritisiert der 39-Jährige, dessen Team sich in Stuttgart nur bedingt konkurrenzfähig präsentierte. „Wir haben zu billig Gegentore bekommen“, ärgert sich der Sportwissenschaftler, „und auch unser Wurfverhalten war alles andere als optimal. Wir haben zu viele Freie liegen lassen und es in der Anfangsphase verpasst, uns ein Polster zu erarbeiten.“

Dabei erwischte der Tabellen-17. einen starken Start (O-Ton Bürkle: „Bitter hält den TVB da im Spiel“), nutzte das Momentum nach der Pause aber ebenso wenig wie eine doppelte Überzahlsituation. Nach dem 17:17 musste der HBW dann abreißen lassen und kam nicht mehr in Schlagdistanz. Das habe nichts mit taktischen Dingen zu tun, analysiert der ehemalige Erstliga-Kreisläufer, „wir waren im Eins-gegen-eins einfach viel zu schwach.“

„Müssen Minden schlagen“

Mit GWD Minden kommt am Samstagabend (20.30 Uhr, SparkassenArena) eine unglaublich robuste Truppe nach Balingen, welche über starke Individualisten verfügt. Herausragend: Torjäger Christoffer Rambo (120 Treffer), Marian Michalczik (106), Kevin Gulliksen (95) und Youngster Juri Knorr. „Wir müssen ihre Quoten in den Griff bekommen“, fordert Bürkle, „und ihren Gegenstoß.“

Detailliert hat der Balinger Kommandogeber die Qualitäten der Ostwestfalen mit seiner Truppe erörtert – diese auf das richtungsweisende Heimspiel vorbereitet. „Wenn wir die Liga halten wollen, müssen wir Minden schlagen“, fordert Bürkle, „gemeinsam mit der Halle müssen wir Feuer reinkriegen. Ich will jeden kämpfen sehen und keine Ausreden hören.“

Foth soll Abwehr stabilisieren

Dabei sind die personellen Voraussetzungen alles andere optimal: Kapitän Martin Strobel klagt über Kniebeschwerden, Lukas Saueressig ebenso. Zu Wochenbeginn fehlten zudem Romas Kirveliavicius (krank) sowie die angeschlagenen Jona Schoch und Oddur Gretarsson.

Sechs bis acht Wochen muss Bürkle auf Keeper Vladimir Bozic verzichten, der sich im Magdeburg-Spiel das Seitenband im rechten Ellenbogen gerissen hat, aber nicht operiert werden muss. Währenddessen trainiert Jannik Hausmann wieder – und auch Christoph Foth wird die „Gallier“ im Abstiegskampf unterstützen. „Wir wollen ihn bis Rundenende aus dem Perspektivteam hochziehen“, verrät Bürkle, „auch um in der Abwehr noch einmal neue Reize zu setzen.“

Die Defensivabteilung präsentiert sich seit Wochen bedenklich schwach – kassiert durchschnittlich 30,5 Gegentore pro Spiel. „Das ist einfach viel zu viel“, moniert Bürkle, der nicht nur Defizite im Zweikampfverhalten ausmacht. „Auch die Kommunikation fehlt zu oft“, hat der HBW-Trainer in den vergangenen Spielen beobachtet. Dieser formuliert klare Vorgaben: „Wir müssen liefern und nicht schauen, was die anderen machen. Kehre erst in der eigenen Kabine!“

Nach den Wochenspielen bleibt die Tabellensituation der Schwaben unverändert, die punktgleich mit den Eulen aus Ludwigshafen (29:36 gegen Lemgo/beide 15:37) sind. Zwei respektive drei Zähler mehr auf der Habenseite haben Minden (26:29 gegen Kiel/17:33) und der HC Erlangen (18:34). Auch nach der Trennung von Trainer Dr. Rolf Brack blieb die Trendwende bei den Mittelfranken aus. Sie unterlagen beim SC Magdeburg letztlich mit 20:24.

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