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Radsport

Titelkämpfe am Albstadion: Bei den Cyclo-Cross-Rennen warten stark besetzte Konkurrenzen

10.01.2020

von Erhard Goller

Titelkämpfe am Albstadion: Bei den Cyclo-Cross-Rennen warten stark besetzte Konkurrenzen

© Moschkon

Am Samstag und Sonntag sind die Cyclo-Crosser in Abstadt am Start.

Bei den 66. deutschen Meisterschaften im Cyclo-Cross erwarten die Titelverteidiger packende Positionskämpfe. Elisabeth Brandau und Marcel Meisen sind bei den nationalen Titelkämpfen im Cyclo-Cross, die am Samstag und Sonntag in Ebingen ausgetragen werden, favorisiert. Die Titelverteidiger selbst rechnen mit hartnäckiger Konkurrenz.

Elisabeth Brandau war sich nach den Weltcup-Rennen in Namur und Zolder (beide Belgien) Ende Dezember ziemlich unsicher über ihre eigene Verfassung. Nach ihrem fünften Rang beim internationalen Rennen in Meilen (Schweiz) war sie deshalb etwas erleichtert.

Auch wenn der Wettkampf nicht reibungslos verlief, „das Gefühl war viel besser“ als zuletzt. Wenn die amtierende Cyclo-Cross und Cross-Country-Meisterin gesund ist und in Normalform, dann dürfte am heutigen Samstag unter normalen Umständen am Albstadion der Weg zum Titel nur über sie führen.

Gute Kontrahentinnen

Brandau rechnet indes durchaus mit Konkurrenz. Die deutsche Marathon-Meisterin Janine Schneider (Lottstetten) hat sich im Cyclo-Cross diesen Winter immer weiter verbessert. Ob das reicht gegen die Spezialistinnen wie die Hannoveraner Vorjahresdritte Stefanie Paul oder Lisa Heckmann vom VC Darmstadt dagegen zu halten, wird sich zeigen.

Im Vorjahr war Schneider immerhin schon Fünfte. „Ich bin bisher zufrieden mit meiner ersten richtigen Cross-Saison, bin aber sicherlich eine Anfängerin“, erklärt Schneider. „Ich hatte noch etwas mit einem Virus zu schaffen und zwischenzeitlich noch meine Arbeitsstelle gewechselt. Keine Ahnung, was ich erreichen kann, ich starte einfach zum Spaß haben“, hält Schneider im Postulieren ehrgeiziger Ziele zurück.

Paul gewann vor 14 Monaten in Albstadt auf der DM-Strecke das damalige Rennen zum Deutschland-Cup und hat in dieser Saison ihren Gesamtsieg in der nationalen Serie wiederholt.

Brandau macht noch auf eine weitere, etatmäßige Mountainbikerin aufmerksam: Kim Anika Ames aus Hirzweiler wurde Saarland-Meisterin und schlug in dem Rennen auch Heckmann. Zuletzt belegte sie bei einem Rennen in Luxemburg Rang zwei, wieder vor der DM-Vierten des Vorjahres.

Meisen als Männer-Favorit

Bei den Herren spricht alles für ein Duell! Nimmt man die internationalen Ergebnisse als Maßstab, dann ist der aktuelle Weltranglisten-Zwölfte Marcel Meisen (Stolberg) die klare Nummer eins.

Mal abgesehen davon, dass er in den vergangenen drei Jahren auf den Titel abonniert war. Vier Saisonsiege und zwei Top-Ten-Ergebnisse hat der WM-Achte des Vorjahres in seiner Bilanz stehen. „Ich denke, die Form ist okay“, sagt Meisen nach seinem Sieg in Meilen und wirbt um Zuschauer: „Sascha ist sicher auch nicht schlecht drauf. Das wird ein schönes Duell, denke ich. Die Leute können gucken kommen.“

Sascha, das ist der vierfache Vize-Meister im Cyclo-Cross und heißt Weber mit Nachnamen. Der in Freiburg lebende Mann aus St. Wendel und der Titelverteidiger sind seit Jugendzeiten miteinander befreundet, aber auch Rivalen. „Zwischen uns beiden wird es wohl entschieden“, glaubt Meisen, „es haben noch nicht viele bewiesen, dass sie mit uns mithalten können.“

Ambitionierte Verfolger

Genauer gesagt: keiner. Auch Vorjahres-Vizemeister Manuel Müller vom RSV Whyl hat sich in diesem Winter noch nicht so stark präsentiert, dass man ihm zutrauen würde, das Duo zu sprengen. Im Vorjahr konnte er Weber im Kampf um Silber schlagen, nachdem der Saarländer vorher an einer Krankheit laboriert hatte.

Weber wiederum sagt: „Es zählt der Titel oder nichts.“

Für ihn nach vier Silbermedaillen sowieso. Aber auch weil nur der Titelgewinner übers Jahr durch das Meisterjersey erkennbar ist. Also wird er auf ein Neues versuchen, Marcel Meisen das Trikot abzuluchsen. Der Stolberger kennt seinen Rivalen sehr genau und weiß, „was nicht passieren darf.“

Weber ist inzwischen vom Cyclo-Cross- zum MTB-Spezialisten mutiert. 2019 holte er sich im Marathon das Meistertrikot und sein Fokus liegt jetzt auf der Disziplin mit den breiten Reifen. Das wiederum könnte ihn auch entsprechend locker machen.

Lindenau will Schwächen nutzen

Und außer dem Trio? Bundesliga-Gesamtsieger Paul Lindenau (Hamburg) wäre einer, der eine Schwäche der Favoriten nutzen könnte. Auch der Münchner Max Holz hat in dieser Saison schon gute Leistungen gezeigt und war Sieger des Rennens in Albstadt vor einem Jahr.

Lokalmatadoren mit dabei

Die RSG Zollern-Alb hat unterdessen insgesamt sechs Athleten gemeldet. Alle wollen vor heimischem Publikum einfach eine gute Leistung abliefern. „Schwer einzuschätzen, was möglich ist, aber vorne werden sie sicher nicht landen“, sagt Bernhard Mast-Sindlinger zu den Aussichten seiner Schützlinge. Der sportliche Leiter der RSG-Offroad-Fraktion hat im Cyclo-Cross keine ganz heißen Eisen im Feuer.

Nicht allzu viel Erfahrung

Seine Söhne Tobias und Gabriel Sindlinger haben es in der Elite-Kategorie am Sonntag mit Profis als Gegner zu tun und noch dazu im Gelände nicht allzu viel Erfahrung mit den schmalen Reifen. Auch wenn Gabriel Sindlinger in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf dem Cross-Rad gesessen ist. Tobias Steinhart fährt im U23-Rennen mit und mit Florian Fink, auf dem Mountainbike Landeskader-Mitglied, sowie Leon Renz starten in der Juniorenklasse U19.

Die Meßstetterin Lelia König ist für das Elite-Rennen der Damen gemeldet. Auch für sie geht es vor allem darum, sich vor heimischen Publikum zu präsentieren. „Ich war leider das ganze Jahr immer noch krank mit meinem Eppstein Barr Virus“, erklärt König. „Mir geht es aber seit November gut, in der Zeit bin ich jetzt 4 Rennen gefahren und habe mich in dieser Zeit komplett auf das Training fokussiert.“ Aktuell sieht sie die bevorstehenden Rennen jedoch eher als Vorbereitung für die Cross-Country-Saison. Doch König stellt klar: „Ich mag Cyclo-Cross sehr gerne, die kurze Renndauer und die schnellen Antritte, für die man Kraft benötigt, machen mir Spaß.“

Eibl nicht dabei

Nicht am Start sein wird Ronja Eibl. Die U23-Weltcupsiegerin auf dem Mountainbike hatte keine Gelegenheit sich auf die, ihr fremde Disziplin, vorzubereiten. Ihr Fokus liegt auf der kommenden Cross-Country-Saison und den Zielen Heim-WM in Albstadt und Olympische Spiele in Tokio.

„Ich will mich ja gut auf die Mountainbike-Saison vorbereiten und mit dem Trainingslager dafür passt das nicht gut zusammen. Ich hatte keine Zeit, um mich spezifisch auf Cross vorzubereiten“, erklärt Eibl ihren Verzicht auf den Auftritt vor heimischem Publikum.

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