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Balingen

Teilsanierung lässt auf sich warten: Hirschbergstraße wird zur Tortur für Autofahrer

14.10.2019

von Lea Irion

Teilsanierung lässt auf sich warten: Hirschbergstraße wird zur Tortur für Autofahrer

© Lea Irion

Sichtbar gewordener Frust: Ein aufgebrachter Bürger machte die Behörden durch dieses Graffiti auf das Schlagloch aufmerksam.

Längst beschlossene Teilsanierungen und verärgerte Fahrer: Die Balinger Hirschbergstraße befindet sich in einem miserablen Zustand. Bereits vor zwei Jahren wurden im Gemeinderat Maßnahmen zur Instandsetzung des Verkehrsweges geplant. Umgesetzt wurden diese noch nicht.

Auf Höhe des Hotels Stadt Balingen in Richtung Heselwangen wird es für dort verkehrende Autofahrer holprig, denn der Asphalt ist geprägt von zahlreichen oberflächlichen Sanierungsmaßnahmen, obwohl bereits in 2017 eine Teilsanierung dieses Abschnittes der Hirschbergstraße beschlossen wurde.

Im Straßenkataster der Stadt Balingen ist der Zustand der Straße unter der Kategorie 4 von insgesamt 5 aufgelistet. Kategorie 1 beschreibt eine makellose Straße, eine Straße der vierten Kategorie befinden sich in einem schlechten Zustand.

Das zuständige Ingenieurbüro empfiehlt für eine solche Fahrbahn Erneuerungsmaßnahmen, die „möglichst kurzfristig“ umgesetzt werden sollten.

Sanierungen lassen auf sich warten

Im Fall der Hirschbergstraße ist seit Feststellung der Schäden in 2017 noch keine Teilsanierung vollzogen worden, der Zustand der vielbefahrenen Straße verschlechtert sich kontinuierlich.

In der Seitenstraße Am Schlichtebach befand sich noch am Montagmorgen ein „ewiges tiefes und großes Loch“, wie es eine ZAK-Leserin beschrieb. Das Schlagloch verärgerte einen Autofahrer dermaßen, dass er seinen Unmut durch ein Graffiti mit der Aufschrift „Für was zahle ich Autosteuern?“ deutlich machte.

Zügige Ausbesserung des Schlaglochs durch den Bauhof

Die Stadt Balingen reagierte umgehend. Der städtische Bauhof flickte das Schlagloch noch am Montagmittag. Pressesprecher Jürgen Luppold kritisiert das Vorgehen des Bürgers.

„Ein Hinweis an das Tiefbauamt ist nicht ergangen, was aber der richtige Weg gewesen wäre“, kommentiert Luppold auf ZAK-Anfrage.

Der Zustand aller städtischen Straßen ist im Straßenkataster vermerkt, ein Schlagloch stellt hingegen ein kurzfristig auftretendes Schadensbild dar, was nicht über ein grundsätzliches Kataster zu erfassen ist, wie Luppold weiter ausführt. Wann genau das Schlagloch entstanden ist, ist demnach unklar.

Kostenintensive Instandsetzungen

Für die Sanierung aller in Kategorie 4 eingeteilten Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen summierten sich die Kosten in 2017 auf insgesamt 1.910.000 Euro für Balinger Straßen. Nur Frommerns Straßen schlugen damals mit noch höheren Instandsetzungskosten von 5.472.000 Euro zu Buche.

Auf die Frage, ob eine baldige Teilsanierung der Hirschbergstraße denkbar wäre, findet Luppold klare Worte: „Genaue Planungen liegen nicht vor“. Langfristig sei eine Sanierung aber denkbar, vorbehaltlich anderer wichtiger Maßnahmen und der Finanzsituation der Stadt.

Ein Radweg war bereits vor Jahrzehnten im Gespräch

Es ist nicht das erste Mal, dass die Hirschbergstraße auf geplante Änderungen warten muss. Bereits 1988 war diskutiert worden, ob ein Radweg entstehen sollte.

2007 griffen die Gemeinderäte diese Idee nochmals auf und hinterfragten sie kritisch, die Grundsatzentscheidung wurde zur erneuten Beratung an die Radwegekommission zurückverwiesen.

Im April 2018 stellte man schließlich fest, dass die Straße nicht breit genug ist und kein Platz für eine Markierung des Radweges bleibt; Radler dürfen weiter auf der Fahrbahn bleiben, in Richtung Schulzentrum und Heselwangen steht ihnen auch der Gehweg zur Befahrung frei.

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