Albstadt

Tailfinger Wehr: Ein Fahrzeug für alle Fälle und eine Kehrmaschine, die beim Zeitsparen hilft

11.06.2024

Von Horst Schweizer

Tailfinger Wehr: Ein Fahrzeug für alle Fälle und eine Kehrmaschine, die beim Zeitsparen hilft

© Horst Schweizer

Nach der Schlüsselübergabe (von links): Bürgermeister Steve Mall, Kommandant Thomas Daus, Stadtbrandmeister Michael Adam, Vize-Kommandant Claus Hofmann und OB Roland Tralmer zwischen dem neuen HLF 20 und der Kehrmaschine.

Zwei Neuzugänge gibt es bei der Abteilung Tailfingen: ein neues Fahrzeug und eine umgebaute Kehrmaschine. Beides wurde beim „Tag der Feuerwehr“ in der Stadtmitte offiziell übergeben. Was sonst noch geboten war.

Bei der Abteilungsfeuerwehr Tailfingen fand die offizielle Übergabe des neuen Fahrzeugs HLF 20 und einer Kehrmaschine statt, „Wir haben uns entschieden, in die schöne Stadtmitte zu kommen und so näher bei den Bürgern zu sein“, erläuterte Abteilungskommandant Thomas Daus, warum der „Tag der Feuerwehr“ erstmals dort über die Bühne ging.

Offizielle Übergabe

Denn der Platz böte sich bestens an, damit sich „seine“ Feuerwehr präsentieren konnte. Zumal als Hauptgrund die offizielle Übergabe des HLF 20 anstand, welches die Abteilung im November in Dienst nahm.

Keine Ersatzteile mehr

Notwendig sei die Anschaffung geworden, so Thomas Daus, weil für das LF 16/12 nach 23 Jahren keine Getriebe-Ersatzteile mehr zu bekommen waren. Da für die Abteilung Onstmettingen im Feuerwehrbedarfsplan ein HLF 20 beschafft wurde, sei der Verwaltung der Vorschlag unterbreitet worden, zwei solcher Fahrzeuge zu beschaffen.

„Dadurch konnte der Synergieeffekt ausgenützt werden und es wurde nur eine Projektgruppe aus beiden Abteilungen notwendig“, so Thomas Daus. Die HLF 20 als Allroundfahrzeuge seien jetzt die Erstausrücke-Fahrzeuge, egal ob zu einer Türöffnung, Verkehrsunfall oder bei Bränden.

Tailfinger Wehr: Ein Fahrzeug für alle Fälle und eine Kehrmaschine, die beim Zeitsparen hilft

© Horst Schweizer

Eine Fahrt im Oldtimer beim Tag der Feuerwehr in Tailfingen: Bei den Besuchern kamen die Zeitreisen gut an.

Ebenfalls übergeben wurde eine Kehrmaschine, welche zuvor in der Ebinger City im Einsatz war. Seitens der Feuerwehr sei der Vorschlag gemacht worden, diese für die Beseitigung von teils kilometerlangen Ölspuren einzusetzen. Denn eine reine Ölspurbeseitigungskehrmaschine sei in der Anschaffung zu teuer.

Rückstände auf der Verkehrsfläche

Die Tailfinger Feuerwehr testete die Kehrmaschine und befand diese für gut. Jedoch sei bald festgestellt worden, dass es Rückstände der Bindemittel auf Verkehrsflächen gab.

Das Fahrzeug sei in der Folge so umgebaut worden, dass damit ein umweltverträgliches einprozentiges Hochleistungskonzentrat aufgesprüht werden könne. Dieses wiederum ermögliche, dass nach dem maschinellen Kehren alles sauber aufgesaugt werden könne.

Umweltschutz ist Schwerpunkt

Da die Tailfinger Abteilung seit den 1980er-Jahren der Umweltschutz übertragen wurde und der Abrollbehälter Gefahrgut dort stationiert ist, bekommt dort auch die Kehrmaschine ihren Platz.

12 Fahrer, so Thomas Daus, seien geschult und ein Tag-Nacht-Schichtplan erstellt worden. Auf Anforderung werde die Kehrmaschine im gesamten Stadtgebiet eingesetzt.

Arbeitsaufwand reduziert sich

Aus Sicht von Oberbürgermeister Roland Tralmer sei dies die erste Kehrmaschine bei einer Feuerwehr im Kreis, zumal diese kraft Gesetzes eigentlich nicht für Ölspuren zuständig wäre. Die Kehrmaschine werde den zeitlichen Arbeitsaufwand deutlich reduzieren.

Maßgeblich für Sicherheit

Was die Beschaffung der HLF 20 betreffe, erfülle die Stadt nach der Zustimmung des Gemeinderates trotz knapper Kassen sachgerecht die Belange des Feuerwehrbedarfsplanes und sei ein maßgeblicher Punkt für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt. „Uns ist eine optimale Ausrüstung der Feuerwehren wichtig“, so der OB, der für deren unermüdlichen Einsätze dankte und wünschte, stets heil und gesund von den Einsätzen zurückzukehren.

Zuschuss fürs Fahrzeug

Bürgermeister Steve Mall führte aus, dass jedes HLF 20 rund 600.000 Euro kostete, wofür jeweils ein Zuschuss von 92.000 Euro erzielt werden konnte. Im einsetzenden Regen übergab er im Beisein von Stadtbrandmeister Michael Adam symbolisch die Schlüssel für die beiden Fahrzeuge an Kommandant Thomas Daus und Stellvertreter Claus Hofmann.

Rundfahrten im Oldtimer

Der Tag der Feuerwehr begann mit einem Gottesdienst in der Neuen Mitte. Die Pfarrer Johannes Hartmann und Gottfried Engele richteten ihre Predigt auf die Arbeit der Feuerwehren und der Hilfskräfte aus. Die Abteilung war mit zahlreichen Gerätschaften präsent, ebenso die Jugendfeuerwehr mit verschiedenen Angeboten. Die Rundfahrten im 64 Jahre alten Magirus-Feuerwehr-Oldtimer von Thomas Klein stießen bei Alt und Jung auf große Resonanz, wie trotz des Regens auch die gesamte Veranstaltung.

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