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Fußball

TSG Balingen noch dabei: WFV will Verbandspokal sportlich zu Ende bringen

08.06.2020

Von Matthias Zahner

TSG Balingen noch dabei: WFV will Verbandspokal sportlich zu Ende bringen

© Moschkon

Nils Schuon (links) sieht die Austragung der restlichen WFV-Pokalspiele kritisch.

Irgendwie hatte sich die TSG Balingen in dieser Saison durch den WFV-Pokal gekämpft. Auf ein Freilos in der ersten Runde folgten zwei Siege in der Verlängerung – zunächst gegen Landesligist FC Ostrach (5:3) und danach beim Verbandsligisten TSV Berg (3:2).

Im Oktober zogen die Balinger ins Viertelfinale ein, gewannen den Elfmeterkrimi auf der Waldau gegen Oberligist SV Stuttgarter Kickers mit 6:5. Anfang April hätte mit dem 1. Göppinger SV der nächste ambitionierte Fünftligist gewartet. Bevor es zum Kräftemessen gekommen wäre, unterbrach die Corona-Pandemie die Saison. Noch immer ist unklar, wie und wann es mit dem WFV-Pokal weitergehen soll.

Der Württembergische Fußballverband (WFV) hält bislang jedenfalls daran fest, den WFV-Pokal und die Bezirkspokal-Wettbewerbe nach dem 30. Juni sportlich beenden zu wollen.

Auch Elfmeterschießen denkbar

Balingens Geschäftsführer Jan Lindenmair kann sich auch vorstellen, dass die restlichen Partien im Elfmeterschießen, in Turnierform oder auch ohne Zuschauer ausgetragen werden. „Ich glaube, da gibt es sehr viel Gestaltungsspielraum, weil es auch wesentlich überschaubarer ist und es keine geplanten Einnahmen sind“, sagt Lindenmair. TSG-Kapitän Nils Schuon ergänzt: „Die verbliebenen Spiele im WFV-Pokal zu Ende zu bringen, wäre, denke ich, für die meisten Amateur-Vereine grundsätzlich finanziell überbrückbar, da für den Pokalsieger die lukrative erste Runde im DFB-Pokal winkt.“

„Verantwortung gegenüber den Spielern“

Doch der 28-Jährige bezieht zu möglichen Geisterspielen klar Stellung. Jeder Verein habe auch eine gewisse Verantwortung gegenüber seinen Spielern und deren Arbeitgeber, sagt Schuon und begründet: „Lückenlose und regelmäßige Corona-Tests, wie sie im Profi-Fußball aktuell praktiziert werden, wird es aus Kostengründen ebenfalls nicht geben. Sollte sich also ein Spieler im Rahmen eines WFV-Pokalspiels anstecken, muss vermutlich die gesamte Mannschaft in 14-tägige Quarantäne und im Worst Case auch der gesamte Betrieb des Spielers. Was das für die sowieso schon gebeutelten Unternehmen bedeuten würde, kann sich jeder selbst ausmalen.“

Verbände können Mannschaft bestimmen

Außerdem, so Balingens Spielführer weiter, haben er und seine Mannschaftskollegen „seit vielen Wochen nicht mehr im Team und wettkampfnah trainiert. Da sind wir im Amateur-Fußball weit entfernt von einer wettkampfnahen Vorbereitung, was aus meiner Sicht bei einem Kaltstart in den WFV-Pokal die Verletzungsgefahr enorm erhöhen würde.“ Der DFB-Bundestag hat bereits entschieden, dass die Landesverbände – sollte es keine sportliche Entscheidung geben – ein Team benennen dürfen, das sodann in der nächsten Saison im DFB-Pokal antritt.

Entscheidung per Los?

Vom FV Ravensburg, der im Viertelfinale den SSV Ulm empfangen würde, kam nun der Vorschlag, den Sieger auszulosen. „Der WFV würde dadurch seinen Startplatz im DFB-Pokal behalten“, sagte Fabian Hummel, Manager des FVR, der Schwäbischen Zeitung. Der Verein, der das glückliche Los zieht, solle die Einnahmen aus Eintrittskarten, Gastronomie und Fanartikel in der ersten Runde des DFB-Pokals behalten dürfen. Das vom DFB ausgeschüttete Preisgeld von rund 125 000 Euro solle hingegen auf alle acht verbliebenen Vereine verteilt werden. „Das wäre die fairste Lösung“, meinte Hummel.

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