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Zollernalbkreis

Solidarität in der Corona-Krise: Einkaufsboten und Alltagshelfer aus der Nachbarschaft

17.03.2020

Von Benno Haile

Solidarität in der Corona-Krise: Einkaufsboten und Alltagshelfer aus der Nachbarschaft

© Alexas Fotos / Pixabay

Wer erledigt den Einkauf, wenn man selbst unter Quarantäne steht? Aktuell formieren sich zahlreiche Nachbarschaftshilfen.

Im Quarantänefall kann man ganz schnell auf die Hilfe von außen angewiesen sein, um noch mit den nötigsten Haushaltswaren und Lebensmitteln versorgt zu sein. Wir sammeln an dieser Stelle Angebote und Organisationen für Menschen, die Hilfe benötigen.

Viele wollen helfen, in Zeiten der Corona-Krise. Damit auch der Helfer zum Hilfesuchenden gelangt, organisieren sich die Menschen aktuell online. In Facebookgruppen, über Vereine und moderne Nachbarschaftshilfe soll den Menschen, die Unterstützung brauchen, geholfen werden. Wir fassen an dieser Stelle die Hilfsangebote zusammen.

Stadt Geislingen/Soziales Netzwerk GEBs

Für ältere, vorerkrankte sowie mobil eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger vermittelt die Stadt Geislingen über das Soziale Netzwerk GEBs einen Bring- und Holservice für Lebensmitteleinkäufe sowie Medikamente. Wer Hilfe benötigt kann sich unter 07433/9555-165 oder per Mail an info@sozialesnetzwerk-gebs.de an das Soziale Netzwerk GEBs wenden. Die Kosten des Einkaufs sind direkt an das Soziale Netzwerk GEBs zu entrichten. Auch wer sich helfend einbringen möchte, kann sich gerne bei der Stadtverwaltung Geislingen unter der Telefonnummer 07433/9684-10 oder per Mail an ehrenamt@stadt-geislingen.de für die städtische Ehrenamtsbörse melden.

Stadt Meßstetten

Auch Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft hatte die Idee zu einem Einkaufsdienst für ältere und vorerkrankte Mitbürger. Nachdem er diese Idee am Montag geäußert hatte, hätten sich bereits einen Tag später rund 30 Bürger im Rathaus gemeldet und ihre Dienste angeboten. Die Koordination des Einkaufsdienstes übernimmt die Stadtverwaltung. Hilfesuchende sowie weitere Helfer können sich unter der Telefonnummer 07431/6349-0 oder per Mail telefonzentrale@messstetten.de melden.

Gemeindeverwaltung Nusplingen

Auch das Rathaus in Nusplingen vermittelt Einkaufsdienste für ältere Mitbürger und Vorerkrankte. „Sollten Sie als Hilfsbedürftiger in der nächsten Zeit Hilfe benötigen, scheuen Sie sich bitte nicht dieses Angebot zu nutzen und melden sich“, erklärt Bürgermeister Jörg Alisch. „Wir werden dann die angebotenen Hilfeleistungen mit den entsprechenden Nachfragen zusammenführen.“ Helfer und Hilfesuchende unter der Telefonnummer 07429/93109-20 oder per Mail unter info@nusplingen.de melden.

Ortschaftsverwaltung und Kirchengemeinde Lautlingen

Bürger helfen Bürgern heißt es auch in Lautlingen. Wer Hilfe braucht, oder Hilfe anbieten möchte kann sich beim Ortsamt zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch unter 07431/72958 melden. Ein weiterer Ansprechpartner ist Diakon Michael Weimer, der unter 07431/763869 oder 0178/1613565 erreichbar ist.

Gemeindeverwaltung Winterlingen

Auch das Winterlinger Rathaus tritt als Vermittler zwischen ehrenamtlichen Helfern und hilfsbedürftigen Mitmenschen auf. Wer Hilfe braucht, oder anbieten möchte, soll sich unter der Telefonnummer 07434/27915 oder per Mail unter rathaus@winterlingen.de melden.

Stadtverwaltung und Kirchengemeinde Schömberg

Schömberger, die Hilfe bei Besorgungen und Einkäufen benötigen, können sich an die Stadtverwaltung wenden. Kontakt kann über die Telefonnummer 07427/9402-0 oder per Mail unter info@stadt-schoemberg.de aufgenommen werden.

Ortschaftsverwaltung Erzingen/Ellis Events

In Kooperation mit der Ortschaftsverwaltung hat die Erzinger Firma Ellis Events einen ehrenamtlichen Hilfsdienst für Senioren und Menschen mit Vorerkrankung auf die Beine gestellt. Die Helfer erledigen Botengänge oder Einkäufe.

„Wir bitten Sie uns eine Einkaufsliste zu erstellen und das nötige Geld in einen Umschlag zu packen. Nach Ihrem Anruf kommen wir persönlich bei Ihnen vorbei, um Ihre Liste abzuholen und erledigen Ihren Einkauf für Sie. Danach bringen wir Ihnen die Einkäufe mit Einkaufszettel und Rückgeld zurück. Alles wird vor der Haustür abgewickelt, ohne direkten Kontakt zwischen Helfern und Senioren“, erklärt das Unternehmen.

Wer Hilfe benötigt oder anbieten möchte kann sich bei Ellis Events unter der Telefonnummer 07433/9991999 oder bei der Ortschaftsverwaltung Erzingen unter 07433/170442 melden.

Wir helfen Nachbarn

Die evangelischen Kirchengemeinden in Albstadt haben kurzfristig mit wir-helfen-nachbarn.de ein Onlineportal für Nachbarschaftshilfe auf die Beine gestellt. Mittlerweile haben sich auch Kirchengemeinden über die Albstädter Grenzen hinaus der Aktion angeschlossen. In den teilnehmenden Ortschaften kann man sich in den jeweiligen Formularen eintragen, ob man helfen möchte, oder Hilfe benötigt.

Ich geh für dich

Die Balinger Pfadfinder und das katholische Jugenddekanat haben die Sozialaktion „Ich geh für dich“ gestartet. Die Aktion erstreckt sich auf Hilfesuchende und Helfende im gesamten Zollernalbkreis. Ab sofort können sich auch Hilfesuchende von Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr telefonisch unter 07433/9011020 oder per Mail an jugendreferat-bl@bdkj.info beim melden. Ein Team von vier bis fünf Personen koordiniert dort den Bedarf der Hilfesuchenden mit den Helfenden vor Ort. Durch regionale Ansprechpersonen, die derzeit ebenfalls gesucht werden, werden die Hol- und Bringdienste organisiert.

Nachbarschaftschallenge Zollernalbkreis

Die Facebookgruppe „Nachbarschaftschallenge Zollernalbkreis“ ist erst wenige Tage alt. Doch schon erstaunlich gut organisiert. Dort gibt es ein Online-Formular, in das sich potenzielle Helfer mit ihren Kontaktdaten und ihrem „Einsatzgebiet“ eintragen können. Zudem gibt es Handzettel zum Ausdrucken, die man seinen älteren Nachbarn, die nicht im Internet sind, in den Briefkasten werfen kann, um seine Hilfe anzubieten.

Corona Hilfe im ZAK

„Niemand hat jemals einen solchen Shutdown erlebt – und keiner weiß, was da noch kommt. Falls Corona heftig zuschlägt, lasst uns schon jetzt zusammentragen, wer für andere Hilfe leisten mag beim Einkaufen, Botengängen, Kinderbetreuung, Gassi gehen“, schreibt Silke Thiercy, die die Facebook-Gruppe „Corona Hilfe im ZAK“ auf die Beine gestellt hat. Auch dort sollen Helfer und Hilfesuchende zusammenkommen.

Wir helfen #imländle

#imländle-Bloggerin Petra Nann startete ebenfalls eine Helfergruppe. Die bestehende Facebookgruppe „Veranstaltungen im Zollernalbkreis“ wurde kurzerhand zum Nachbarschaftshilfe-Portal umfunktioniert. Dadurch erreicht die Gruppe bereits über 1000 Mitglieder, die sich über Hilfsangebote und -anfragen austauschen können. „Es herrschen besondere Zeiten #imländle. Lasst uns zusammenhalten, füreinander einstehen und uns gegenseitig helfen“ , schreibt Petra Nann.

Vereine

Auch von Vereinsseite aus gibt es Unterstützung: Die TSG Balingen, der TSV Geislingen, die Spielvereinigung Leidringen, die Fußballer des SV Heiligenzimmern sowie die der Spielgemeinschaft Obernheim/Nusplingen, die Roßwanger Vereinsgemeinschaft sowie der Schwenninger Verein „Von Haus zu Haus“ bieten für ältere, kranke und bedürftige Personen Unterstützung an. Wer Hilfe benötigt, soll über den jeweiligen Verein Kontakt aufnehmen.

Solidarität in der Corona-Krise: Einkaufsboten und Alltagshelfer aus der Nachbarschaft

© Katja Weiger

Christian Butz und seine Mannschaftskameraden helfen Mitbürgern, die Hilfe brauchen.

Auch Ihr Verein bietet Nachbarschaftshilfe an? Dann schreiben Sie uns und wir nehmen ihn in unsere Liste auf.

Balinger Fitnessstudios Injoy und Bodystreet

Das Balinger Fitnessstudio Injoy nutzt die unfreiwillige Trainingspause ebenfalls für einen Dienst an der Gesellschaft und bietet Unterstützung an. Mitarbeiter und Mitglieder des Studios helfen bei Einkäufen oder anderen Besorgungen. Wer Hilfe braucht, kann sich unter info@injoy-balingen.de oder telefonisch von 9 bis 13 Uhr unter 07433-999090 melden.

Auch das Studio Bodystreet bietet seine Unterstützung an, wo Hilfe benötigt wird. Telefonisch sind die Helfer unter 07433/3866218 und per Mail unter balingen-zentrum@bodystreet.de erreichbar.

Quarantänehelden und nebenan.de

Auf quarantaenehelden.org können sich deutschlandweit Helfer und Hilfsbedürftige vernetzen. Die Bedienung ist einfach: Hilfesuchende können ihr Anliegen posten, Helfer finden über ihre Postleitzahl heraus, wo sie gebraucht werden. Ähnlich funktioniert nebenan.de: Über die eigene Postleitzahl kann man sich online für seine Nachbarschaft registrieren.

GegenDenVirus

Im Gegensatz zu den anderen Portalen gibt es auf gegen-den-virus.de keine direkte Hilfe-Vermittlung. Dort können potenzielle Helfer jedoch mit wenig Aufwand einen Aushang erstellen, in dem sie ihre Hilfsleistungen und ihre Kontaktdaten eintragen. Dieser Aushang kann dann in der Nachbarschaft verbreitet werden.

Tipps für die Nachbarschaftshilfe

  • Nicht jeder als Helfer geeignet: „Der Helfer sollte gesund sein“, erklärt Dietmar Dieter vom DRK-Kreisverband. Corona-Verdachtspatienten, Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, oder Kontakt zu Infizierten hatten, sollten keine Hilfe anbieten.
  • Je weniger Kontakt, desto besser: Im Idealfall, gibt es gar keinen persönlichen Kontakt zwischen Helfer und Hilfesuchendem, sagt Dietmar Dieter. Bei Einkaufsdiensten wäre eine Lösung, die Waren vor der Haustüre abzustellen, damit sie danach hereingeholt werden können. Auch das Landratsamt rät zur Lieferung an die Haustür und empfiehlt, den Versorgenden dann telefonisch zu informieren, dass die Waren da sind. Auch die Bestellung sollte schon über Telefon oder Mail erfolgen, um den persönlichen Kontakt zu vermeiden.
  • Auf Oberflächen achten: Beim Umgang mit den Einkäufen ist laut Dietmar Dieter Vorsicht geboten: „Die Viren können über eine bestimmte Zeit auch an Oberflächen haften und überleben.“ Darüber müsse man sich klar sein, wenn man nicht unfreiwillig den Virus mitliefern wolle. Allgemein sollte man auf die Hygienestandards achten.
  • Landratsamt rät von privaten Kinderbetreuungen ab: „Grundsätzlich sollten Kinder von ihren Eltern zuhause betreut werden“, teilt das Landratsamt auf ZAK-Anfrage mit. Für einzelne Personengruppen (kritische Infrastruktur) sie die Kindernotbetreuung in den Kindertageseinrichtungen und Schulen gesichert. „Um das Ziel dieser Maßnahmen zu erreichen, sollten keinesfalls private organisierte Kinderbetreuungen angeboten werden“, warnt die Behörde.
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