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Dotternhausen

Shakespeare einmal völlig anders: Romeo freit Julia auf Dotternhausener Balkon

31.05.2019

Von Rolf Schatz

Shakespeare einmal völlig anders: Romeo freit Julia auf Dotternhausener Balkon

© Rolf Schatz

Die Akteure und die Balkonbesitzerin Ilse Rebstock (Vorne rechts).

Eigentlich spielt das Shakespearsche Liebesdrama ja in Verona. Der Musikverein Dotternhausen setzte es kurzerhand ins Schwäbische und verlegte die Handlung auf den Balkon von Ilse Rebstock. Und ja, ein Drama war es auch keins mehr.

Ein kräftiges Lüftchen wehte durch den Garten, die letzten Sonnenstrahlen wärmten Balkon und Terrasse von Ilse Rebstock. Ihr Zuhause wurde unter zahlreichen Bewerbungen als Austragungsort zum ersten Balkonkonzert des Musikvereins Dotternhausen ausgesucht. Im Rahmen seines 140-jährigen Geburtstags sorgte das Ensemble Eger und Freu(n)de für einen amüsanten und abwechslungsreichen Abend nach dem Motto „Dr Romeo machd Musigg oder emmer Ärger mit dr Julia“.

Augenzwinkernder Schwank

Bei einem Balkon denkt man natürlich gleich an Shakespeares Romeo und Julia, eine der berühmtesten Liebesgeschichten die jemals geschrieben wurde und in der norditalienischen Stadt Verona angesiedelt ist. Doch diese streiften die Akteure nur in manchen Zügen und holten sie mit einem Augenzwinkern in einem kurzen schwäbischen Schwank in die Gegenwart nach Dotternhausen.

Ungewöhnliches Ensemble

Die Bühne, das war mit dem ungewöhnlichen Ensemble, bestehend aus Alessa Eger (Horn), Corinna Eger (Querflöte), Michael Eger (Tuba) liebevoll gestaltete Balkon und die Terrasse, sowie die Schauspieler Eliane Rupp, Michael Eger, Simone Simonis, Corinna Eger, Nicole Wochner, Philipp Seemann und Michael Menholz.

200 Gäste saßen inmitten blühender Sträucher und Blumen. Unter rauschenden Bäumen hörte es sich an, als ob sich die Natur mit der Musik abgestimmt hätte.

Gute musikalische Leistungen

Die unterschiedlichen Spielorte brachten Bewegung in die Handlung, der schöne Garten steuerte viel Atmosphäre bei. In erstaunlich guter, tragender Akustik lieferten das Ensemble unverstärkt solide musikalische Leistungen und überzeugte auch mit ihrer Spielfreude und Begeisterung.

Von Susato über Offenbach zu Wagner

Zur Begrüßung durch die Vorsitzende Tanja Kammerer lauschten die Besucher dem Stück „Einzug der Gäste“ von Richard Wagner, bevor das Ensemble gute Laune mit mehreren Tänzen von unterschiedlichen Komponisten in verschiedenen Stilen schwungvoll spielte. Auf die Feuerfest-Polka, eine amüsante Konzertpolka mit Witz und Charme, von Josef Strauss folgte der Can-Can von Jacques Offenbach. Auf das Stück „Saltarello“ von Tilmann Susato folgte der „Ungarische Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms, bevor das Ensemble mit dem „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier zur Aufführung des musikalischen schwäbischen Schwanks überleitete.

Julia verpasst die Proben

Die Akteure des Musikvereins proben das Liebesdrama Romeo und Julia, doch die eigentliche Julia (Nicole Wochner) erscheint fast nie zu den Proben. Auch Souffleuse (Eliane Rupp) suchte sie vergeblich. „Eine Ersatzperson muss her,“ betonte Romeo (Michael Eger) Die Rolle ist aber nicht geeignet für die neue Julia (Simone Simonis), auch passt das Theaterstück nicht zu dem schmucken Balkon von Ilse Rebstock, und die Familienstreitigkeiten mit dem traurigen Ende und dem Tod von Romeo und Julia passen erst recht nicht in den Flecka, beteuert Romeo.

Händel zum Friedensschluss

Der Frieden zwischen den beiden Familien Wochner und Uttenweiler wurde wieder hergestellt. Mit der Feuerwerksmusik „Der Frieden“ von Georg Friedrich Händel wurde dieser Akt besiegelt. Mit dem Brautchor (Lohengrin) von Richard Wagner führte der Brautvater Julia auf den Balkon zu Romeo.

Viel Applaus für die Akteure

Charlotte Eger kündigte die Musikstücke an, Elmar Schneckenburger war für die Technik, Michael Menholz für die Gesamtregie verantwortlich und Martina Haller sorgte mit ihrem Team für eine kulinarische Verköstigung. Das Publikum dankte den Akteuren mit großem Applaus und die Gäste ließen den Abend noch bei netten Gesprächen ausklingen.

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