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Schwenningen

Schwenninger Schüler schaffen ein Paradies für Insekten

04.10.2019

Von Wilfried Koch

Schwenninger Schüler schaffen ein Paradies für Insekten

© Wilfried Koch

Die dritte Klasse der Nachbarschaftsgrundschule Schwenningen zusammen mit Projektkoordinatorin Nele Feldmann vom Naturpark Obere Donau, Gemeindearbeiter Daniel Bosch, Bürgermeisterin Roswitha Beck und Klassenlehrer Martin Sedlacek (von links) nach getaner Arbeit.

Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler: Langsam macht sich der Herbst deutlich bemerkbar. Doch anstatt in den Winterblues zu verfallen, werden in 13 Naturparkkommunen Flächen eingesät, die im nächsten Frühjahr wichtige Nahrungsquellen und Rückzugsorte für Insekten werden.

Insgesamt werden gut 1,8 Hektar Blumenwiese neu angesät, dazu kommen circa drei Hektar Fläche, auf welchen die Pflege und Mahd so angepasst werden, dass sich in den nächsten Jahren artenreiche Biotope entwickeln können.

Pflegeseminar im Haus der Natur

Alle Flächen wurden im Vorfeld von Projektmitarbeitern des Naturparks angeschaut und die Gemeindemitarbeiter hinsichtlich der besten Vorbereitung, Saatmischung und anschließender Pflege beraten. Daneben fanden im Haus der Natur in Beuron jeweils ein Anlage- und ein Pflegeseminar für die Blühwiesen statt, an welchen die Verantwortlichen für die Flächen kostenfrei teilnehmen konnten.

Lob von der Bürgermeisterin

In Schwenningen trafen sich Schüler der dritten Klasse der Nachbarschaftsgrundschule mit Nele Feldmann vom Haus der Natur in Beuron, um die Aussaat an einem zuvor von Gemeindearbeiter Daniel Bosch vorbereiteten Wiesenstück vorzunehmen. Es befindet sich am Ortseingang Richtung Donautal, dort wo der Weg zum Sportzentrum Staudenbühl hoch führt. Klassenlehrer Martin Sedlacek informierte eingangs: „Wir versuchen wo immer möglich, unseren Unterricht außerhalb unseres Klassenzimmers durchzuführen, so zu sagen direkt, da wo das Leben stattfindet“. Bürgermeisterin Roswitha Beck begrüßte die jungen Helfer und freute sich, dass sich die Schule spontan bereit erklärte, die vom Gemeinderat gewünschte Aussaat vorzunehmen. „So ist jedem geholfen und für die dritte Klasse ist dies sicher eine interessante Information“, meinte die Rathauschefin.

Viele Infos von der Projektkoordinatorin

Nele Feldmann vom Haus der Natur, die als Projektkoordinatorin die Kinder in ihre neue Tätigkeit einwies, erklärte vorab: „Von unserer Seite wurde vorab genau abgewogen, auf welchen Flächen eine Neueinsaat unumgänglich ist und welche durch gezieltes Pflegemanagement und gegebenenfalls einige Quadratmetern Neueinsaat dazu angeregt werden können, sich eigenständig zu regenerieren und in bunte Wiesen zu verwandeln. Ein kompletter Umbruch in Verbindung mit einer Neueinsaat ist nicht nur sehr kostenintensiv, sondern sollte auch gut überlegt sein, weil jeder Eingriff in den Untergrund zunächst einmal das sensible Gleichgewicht der Bodenlebewesen durcheinanderwirbelt. Bei sehr artenarmen Flächen, die teilweise über Jahrzehnte als kurzer Rasen gemäht wurden, bleibt jedoch häufig nur der Weg einer Neueinsaat. Hierbei wird im Projekt ausschließlich gebietsheimisches, mehrjähriges Saatgut verwendet. Die Arten darin sind auf die Verhältnisse am Standort bestens angepasst und können dort bei richtiger Pflege viele Jahre bestehen.“

„Wilma“ darf ins Klassenzimmer

Die Kinder erfuhren von Nele Feldmann einiges über die heimische Insektenwelt und durften im Anschluss einen Ordner voller Ideen und Wissen rund um Blumenwiesen mitnehmen. Außerdem begleitet die Filz-Mauerbiene „Wilma“ die jüngeren Kinder bei den Einsaaten und darf im Nachhinein mit ins Klassenzimmer genommen werden. „Wilma“ wurde aus Schafwolle aus dem Naturpark von der Initiative Beuroner Filz handgemacht und trägt so indirekt auch zur Artenvielfalt bei: Weidende Schafe sind ein wichtiger Faktor für die Kulturlandschaft.

Zuschuss vom Land

Das Land Baden-Württemberg hat sich mit dem „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ zum Ziel gesetzt, den Artenreichtum in Schutzgebieten, aber vor allem in der vom Menschen genutzten Kulturlandschaft, zu stärken. Im Rahmen dieses Sonderprogramms wird das Projekt „Blühende Naturparke“ vom Land in den Jahren 2018 und 2019 mit 370.000 Euro unterstützt.

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