Handball

Schwaben-Derby gegen Stuttgart: HBW Balingen-Weilstetten sucht Wege aus der Krise

15.05.2024

Von Larissa Bühler

Schwaben-Derby gegen Stuttgart: HBW Balingen-Weilstetten sucht Wege aus der Krise

© Moschkon

Im Hinspiel konnte sich der HBW (im Bild Daniel Ingason) mit 29:28 gegen Stuttgart durchsetzen.

Drei Auswärtsspiele in Folge warten im Endspurt der Handball-Bundesliga nun zunächst auf den HBW Balingen-Weilstetten. Den Anfang macht am Freitagabend (20 Uhr, Porsche-Arena) das Derby gegen den TVB Stuttgart.

Ziemlich genau drei Monate ist es her, dass die „Gallier“ zuletzt einen Sieg einfahren konnten, seit dem 21:16 gegen die HSG Wetzlar Mitte Februar setzte es eine Niederlage nach der anderen – daran änderte auch der Trainerwechsel nichts. Im Spiel eins nach der Trennung von Jens Bürkle kassierte der HBW zuletzt mit 21:34 die deutlichste Klatsche der Saison – und das ausgerechnet gegen Mitaufsteiger Eisenach. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind, trotz des Lizenztheaters um den HSV Hamburg, nur noch theoretischer Natur.

Trio nach Länderspielen zurück

Dennoch haben die Schwaben die jüngste Pleite recht schnell abgehakt. „Drei Spieler sind im Anschluss ja ohnehin zur Nationalmannschaft gefahren, drei, vier weitere waren vergangene Woche angeschlagen raus“, berichtet Interimstrainer Tobias Hotz. Anfang der Woche kehrten Mohamed El-Tayar (Ägypten), Nikola Grahovac und Filip Vistorop (beide Kroatien) nach Balingen zurück, auch sonst sieht es personell besser aus. Neben dem langzeitverletzten Leo Prantner fehlt jedoch Elias Fügel (Gehirnerschütterung), auf Rechtsaußen steht damit Tim Hildenbrand nominell allein in der Verantwortung. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Tobias Heinzelmann. „Er hat Probleme mit der Ferse“, verrät Hotz.

Ob mit oder ohne Heinzelmann: Im Derby wollen die „Gallier“ endlich wieder überzeugen. „Ich würde mir wünschen, dass wir einen gewissen Derbycharakter reinbringen“, blickt Hotz voraus. „Dass wir uns auch freuen, vor dieser Kulisse ein gutes Spiel abzuliefern.“ In der Vergangenheit habe der TVB seinem Team gelegen, weiß Hotz und verweist auf die beiden Erfolge in der Vorbereitung sowie das 29:28 im Hinspiel. „Aber das ist jetzt natürlich schon auch lange her“, gesteht der 39-Jährige.

Veränderte Konstellation

Vergleiche zu den Spielen 2023 sind nur schwer zu ziehen, auch personell hat sich seither nämlich einiges verändert. Jerome Müller trägt statt dem TVB- nun das HBW-Trikot. Jonas Truchanovicius, Max Häfner und Lukas Laube fehlen bei den Landeshauptstädtern mit Knieverletzungen alle langfristig, Ante Ivankovic und Martin Slaninka wurden nachverpflichtet. „Die Kaderkonstellation hat sich damit natürlich schon verändert“, weiß auch Hotz.

Dennoch verfügt Stuttgart weiterhin über viel individuelle Klasse. „Angeführt von Kai Häfner. Das Zusammenspiel mit Marino Maric am Kreis ist brutal“, warnt der HBW-Coach. Doch auch im Rückraum-Verbund mit Adam Lönn und Egon Hanusz sorgt der Ex-Balinger für Gefahr. Da wartet viel Arbeit auf die Defensivabteilung der „Gallier“ – aber auch für den Angriff wird es alles andere als einfach. „Entscheidend wird sein, dass wir Qualität aus dem Rückraum bekommen“, betont Hotz. Das war zuletzt auch gegen Eisenach eher nicht der Fall. „Aber wir brauchen das, um auch die Räume für die Nahdistanz zu öffnen“, fordert der Interimstrainer.

Bleibt abzuwarten, ob das Schlusslicht seine Negativserie stoppen und endlich wieder Selbstvertrauen tanken kann. Die weiteren Aufgaben im Endspurt in Magdeburg (23. Mai), in Lemgo (29. Mai) und gegen Hamburg (2. Juni) werden zumindest nicht einfacher.

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