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Schwenningen

Schülerbetreuung in Schwenningen wird teurer

30.09.2019

Von Wilfried Koch

Schülerbetreuung in Schwenningen wird teurer

© Wilfried Koch

Das gemeinsame Mittagessen steht täglich in Schwenningen am Beginn der Betreuung der Schulkinder am Nachmittag. Demnächst wird es teurer für die Eltern.

Der Gemeinderat hat beschlossen, zum zweiten Schulhalbjahr 2019/2020 die Elternbeiträge für den sogenannten Baustein eins um einen Euro pro Tag zu erhöhen.

Hintergrund war das derzeitige Defizit bei der gesamten Schülerbetreuung von rund 15.000 Euro jährlich. „Wir müssen unsere Schule attraktiv halten“, betonte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Sie plädierte für eine Erhöhung von 70 Cent täglich. Damit wäre das Defizit auf rund 13.400 Euro gesenkt worden. Mit der tatsächlich beschlossenen Erhöhung errechnet sich das Defizit mit etwa 12.700 Euro jährlich.

Die Eltern müssen die Erhöhung mittragen

Bürgermeisterstellvertreter Vinzenz Greber hatte einen weitergehenden Antrag ins Spiel gebracht. „Wenn wir, die Allgemeinheit, ihren Beitrag leistet, müssen die betroffenen Eltern auch die Erhöhung mittragen“, lautete seine Begründung. Bereits vom Schuljahr 2013/14 bis zum Schuljahr 2015/16 wurde an vier Tagen eine Betreuung über den Mittag und am Nachmittag bis 14 Uhr angeboten. Seit dem Jahr 2015 wurde in Schwenningen die Schülerbetreuung als flexible Nachmittagsbetreuung aufgebaut und zum Schuljahr 2016/17 eingeführt.

Keine Fördermittel

„Bei der Festsetzung der Elternbeiträge sind wir damals davon ausgegangen, dass Zuwendungen von Seiten des Landes fließen“, erklärte die Bürgermeisterin. Umliegende Gemeinden erhalten diese Förderung. Der Antrag der Gemeinde beim Regierungspräsidium wurde mit der Begründung, dass Zuschüsse ab dem Schuljahr 2015/16 nicht mehr bewilligt werden, abgelehnt. Alle damals bereits laufenden Betreuungen hätten Bestandsschutz und würden weiter gefördert. „Ausgerechnet für das Schuljahr, in welchem wir die flexible Nachmittagsbetreuung eingeführt haben, wurden die Mittel gestrichen“, bedauerte Roswitha Beck. Schließlich habe die Gemeinde ein Widerspruchsverfahren angestrengt, weil Hoffnung bestand, dass in Zukunft wieder Fördermittel fließen würden – doch leider ohne Erfolg.

Angebot wird gut angenommen

Die Schülerbetreuung wird in Schwenningen gut angenommen, alle seien begeistert, meinte die Rathauschefin. Der Kommune würde aber der fest eingeplante Zuschuss fehlen, mit dem ursprünglich gerechnet worden sei. Die Beiträge der Eltern decken seit Jahren nur einen kleinen Teil der Kosten. Roswitha Beck: „Die Personalkosten, die bei anderen Gemeinden über Zuschüsse gedeckt werden, werden somit in Schwenningen von der Allgemeinheit, der Einwohner finanziert“.

Kosten: 31.250 Euro

Nachdem die Schülerbetreuung drei Schuljahre lang funktioniert habe und nicht mehr wegzudenken sei, sei die Zeit gekommen, die Elternbeiträge zu überdenken. Die Raumkosten mit Strom, Heizung und Wasser liegen monatlich bei 400 Euro, also jährlich bei 4800 Euro. Die Betreuungskosten werden mit etwa 17.000 Euro kalkuliert. Mit den Ausgaben für das Mittagessen und den Ausgaben für Getränke müssten 31.250 Euro aufgewendet werden. Durch die bisherigen Einnahmen aus Elternbeiträgen seien aber nur 15.200 Euro gegenzurechnen.

Verschiedene Bausteine

Am Mittagessen nehmen an vier Wochentagen im Durchschnitt 13 Kinder teil. Für den Baustein eins (Mittagessen) wurden bisher 3,50 Euro, für den Baustein zwei (Bewegungs- und Ruhezeit sowie Hausaufgabenbetreuung) 1,50 Euro und für den Baustein drei (Betreuung und Angebote) vier Euro berechnet. Ab dem Schuljahr 2019/2020 werden die Bausteine eins und zwei zusammengefasst zum neuen Baustein eins. Dieser wird sich nun durch des Gemeinderatsbeschlusses von fünf auf sechs Euro täglich erhöhen. Der bisherige Baustein drei wird künftig Baustein zwei und bleibt bei vier Euro täglich.

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