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Schörzingen

Schörzingens scheidende Schulleiterin appelliert an die Eltern: Lest Euren Kindern mehr vor!

04.06.2019

Von Daniel Seeburger

Schörzingens scheidende Schulleiterin appelliert an die Eltern: Lest Euren Kindern mehr vor!

© Daniel Seeburger

Karin Ruoff im Kreise der Schulkinder der Schörzinger Grundschule.

Eine Liebeserklärung zum Abschied: Karin Ruoff (63) lobt ihre Zwergenschule als kleinen, überschaubaren und geschützen Raum für die Kinder und plädiert dafür, den Kindern wieder mehr vorzulesen.

Ein Foto? Natürlich! Ein Foto von ihr dürfe man gerne machen. Allerdings nur im Kreise der Schülerinnen und Schüler. Auf dem Pausenhof ruft die Schörzinger Schulleiterin Karin Ruoff die Kinder in der großen Pause zusammen. „Perfekt!“, sagt sie. Die Kinder freut‘s, die Schulleiterin auch. So viele Fotos zusammen mit den Grundschülern wird es allerdings nicht mehr geben. Denn Karin Ruoff geht in den Ruhestand. Nur noch bis zu den Sommerferien wird die 63-Jährige die Geschicke der Schörzinger Schule leiten.

Jetzt geht‘s öfter in die Schweiz

Die in Leidringen lebende Pädagogin hat sich den Schritt in den Ruhestand gut überlegt. Sie liebt ihren Beruf, findet darin Erfüllung. Doch Karin Ruoff freut sich auch auf die Zeit nach der Schule. Ihre Tochter lebt und arbeitet in der Schweiz. Sie werde jetzt öfter ins Nachbarland fahren und das Enkelkind mitbetreuen, verrät sie. Langweilig wird es der scheidenden Schulleiterin kaum werden.

Auch nach dem Schuldienst wird‘s nicht langweilig

In ihrer Freizeit singt sie im Popchor in Rosenfeld mit. Außerdem betreut sie die Nordic-Walking-Gruppe beim TSV Leidringen und geht regelmäßig ins Sofienbad nach Rosenfeld. Fit halten sich Karin Ruoff und ihr Mann Wilfried aber auch mit mehrtägigen Radtouren.

Studienfächer Religion und Mathematik

Geboren wurde Karin Ruoff in Geislingen. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie machte 1975 ihr Abitur am Gymnasium in Balingen. Von 1975 bis 1979 studierte sie Mathematik und Katholische Theologie an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen. Ihren Vorbereitungsdienst absolvierte sie von 1979 bis 1981 an der Grund- und Hauptschule in Rangendingen und legte dort auch ihre Prüfungen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen ab.

Bis 1988 war Karin Ruoff auf der Warteliste für den Schuldienst und war in dieser Zeit fünf Jahre lang Religionsnebenlehrerin in verschiedenen Schulen. Zwei Jahre lang war sie in Mutterschutz.

Seit 1988 an der Schörzinger Grundschule

1988 schließlich wurde sie vom damaligen Rektor Harald Trettin an die Grundschule nach Schörzingen geholt. Zuerst arbeitete sie zwei Jahre als Fachlehrerin, ab 1990 dann als Klassenlehrerin für die Klassen 1 bis 4. Sie begleitete ihre Schulklassen durch alle vier Schuljahre.

Seit 2016 ist Karin Ruoff als Nachfolgerin von Otto Lander kommissarische Schulleiterin der Schörzinger Grundschule – und hat die Schule in einer Zeit übernommen, als es wieder in ruhigeres Fahrwasser ging, nachdem die Weiterführung der Zwergenschule lange Zeit auf der Kippe stand.

Eine echte Zwergenschule

Heute steigen die Schülerzahlen kontinuierlich an. 72 Kinder lernen dort zur Zeit, in den kommenden Jahren wird die 80-Schüler-Marke wohl überschritten. Trotzdem ist die Schörzinger Grundschule eine echte Zwergenschule. Karin Ruoff lobt den „kleinen, geschützten, überschaubaren Raum“, in dem sich die Kinder aus Schörzingen, Ratshausen und Weilen u.d.R. bewegen und wohlfühlen können. Die 63-Jährige verweist auf das sehr gute Verhältnis mit Stadt- und Ortsverwaltung und das gute Miteinander des Kollegiums. „Es war immer ein gutes Arbeiten“, erklärt sie.

Das Angebot der Schule kann sich sehen lassen

Das jahrgangsübergreifende Angebot in der Schörzinger Grundschule kann sich sehen lassen. Einige Beispiele: Im nächsten Schuljahr wird es eine Bläserklasse in Kooperation mit den Musikvereinen aus Schörzingen, Weilen und Ratshausen geben. Der Schulchor wirkt immer wieder bei Seniorenfeiern mit oder war im vergangenen Jahr als einzige Schule aus dem Zollernalbkreis zur Schulmusikveranstaltung „Klingende Mainau“ eingeladen.

Zusammen mit dem früheren Schulleiter Otto Lander wirkte Karin Ruoff bei zahlreichen Gottesdiensten in Weilen und Schörzingen mit. Während Lander für die musikalische Gestaltung zuständig war, hat Karin Ruoff den theoretischen Teil übernommen. Fünf Jahre lang war die 63-Jährige Mitglied des Rosenfelder Kirchengemeinderats.

„Kein Kind ist wie das andere“

Karin Ruoff ist eine Lehrerin mit Herz und Seele. Wenn sie die Fortschritte der Kinder beim Lesen lernen sieht, sei das für sie immer wieder etwas ganz besonderes, verrät sie. „Es wurde mir während meiner ganzen Zeit in Schörzingen keine Minute langweilig“, erklärt die scheidende Schulleiterin. Daran haben auch die Kinder ihren Anteil. „Kein Kind ist wie das andere“, sagt sie und appelliert an die Eltern, ihren Kindern mehr vorzulesen: „Die Kinder hängen einem an den Lippen, wenn man ihnen etwas vorliest.

Die Schülerinnen und Schüler werden ihr fehlen

„Ich bin mit den Kindern immer bestens klar gekommen“, meint sie und schmunzelt. „Kommt mal alle zum Klettergerüst, wir machen ein Foto!“, ruft Karin Ruoff im Pausenhof. Es vergeht keine Minute und über 50 Kinder haben sich um ihre Schulleiterin gruppiert. Sie lachen, schwatzen, freuen sich. Karin Ruoff schmunzelt. Die Kinder, das weiß sie, werden ihr fehlen.

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