Schömberg

Schömberg fehlen Kapazitäten – Stauwärterhaus scheidet als Unterbringung für Geflüchtete aus

22.02.2024

Von Daniel Seeburger

Schömberg fehlen Kapazitäten – Stauwärterhaus scheidet als Unterbringung für Geflüchtete aus

© Daniel Seeburger

Gehört dem Land, nicht der Stadt: Im Stauwärterhaus am Stausee stehen technische Umbauarbeiten an. Im Obergeschoss ist seit Jahren eine Wohnung frei.

Die Stadt Schömberg ist weiter auf der Suche nach geeignetem Wohnraum für Geflüchtete. Das teilte Bauamtsleiterin Sabine Neumann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Ein Gebäude allerdings scheidet offensichtlich von vornherein aus. Und das obwohl es dem Land gehört.

Das Stauwärterhaus liegt direkt am Stauseerundweg. Im Erdgeschoss ist die Technik des Stauwehrs untergebracht, im Obergeschoss steht schon seit mehreren Jahren eine große Wohnung leer. Eine Möglichkeit, um Asylbewerber oder ukrainische Kriegsflüchtlinge unterzubringen? Wohl eher nicht – und das, obwohl das Gebäude dem Land Baden-Württemberg gehört.

Gemeinderat Saffrin platzt der Kragen

Dem Schömberger Gemeinderat Daniel Saffrin platzte in der Gemeinderatssitzung der Kragen. Das Stauwärterhaus gehöre der „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“, einem landeseigenen Betrieb, von dem die landeseigenen Grundstücke und Gebäude für das Land Baden-Württemberg verwaltet werden. „Seit zig Jahren steht die Wohnung im Obergeschoss leer“, so Saffrin. „Das ganze obere Stockwerk gehört dem Land und wir dürfen dort niemanden unterbringen“, führte er aus. „Das ist doch eine Farce“, so der Gemeinderat.

Der ganze Stausee mitsamt den technischen Anlagen zum Aufstauen des Gewässers wird nicht von der Stadtverwaltung Schömberg, sondern vom Landesbetrieb Gewässer verwaltet, der beim Regierungspräsidium Tübingen angesiedelt ist. Die Stadt hat hier dann auch keine Möglichkeiten, zu handeln.

Technischer Umbau steht an

Es stehe dort ein technischer Umbau an, erklärte Schömbergs Bauamtsleitern Sabine Neumann die Situation in diesem Gebäude. Eine Unterbringung zum jetzigen Zeitpunkt sei also nicht möglich.

Auch für die Landkreisverwaltung ist das Stauwärtergebäude nicht von Interesse. „Für die vorläufige Unterbringung in der Zuständigkeit des Landkreises war dieses Gebäude noch nie Thema“, erklärt Pressesprecherin Marisa Hahn auf Anfrage unserer Zeitung. Sie weist zudem darauf hin, dass der Landkreis eben nur für die vorläufige Unterbringung zuständig ist, und der Landkreis in den vergangenen Monaten dezentral im gesamten Landkreis neue Unterbringungsmöglichkeiten für die vorläufige Unterbringung geschaffen habe. Sie verweist auf die Unterbringungsmöglichkeiten unter anderem im Thalia Albstadt, im Lamm in Killer und im alten Vermessungsamt in Balingen. Das Stauwärterhaus komme deshalb für den Kreis nicht in Frage.

Weiter auf der Suche nach Wohnraum

Nichtsdestotrotz verschärft sich die Unterbringungssituation in Schömberg weiter. „Unsere Kapazitäten sind erschöpft“, sagt Schömbergs Bauamtsleiterin Sabine Neumann. Die Stadt sei weiter auf der Suche nach Wohnraum für Asylsuchende und ukrainische Flüchtlinge. Man habe in den vergangenen Wochen und Monaten systematisch gesucht, allerdings ohne Erfolg.

In den nächsten Tage komme eine weitere Familie mit Kind. Wenn diese Familie untergebracht sei, gebe es keinen weiteren Platz mehr, führte Sabine Neumann aus. Zudem stehe man mit der Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen zwischenzeitlich im Soll.

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