Handball

Schlusslicht tankt Selbstvertrauen: HBW Balingen-Weilstetten liefert weiter und ist wieder dran

18.02.2024

Von Marcus Arndt

Schlusslicht tankt Selbstvertrauen: HBW Balingen-Weilstetten liefert weiter und ist wieder dran

© imago images / Beautiful Sports

Nach dem vierten Saisonsieg ist der HBW (im Bild Filp Visorop) wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen.

Die „Gallier“ melden sich mit zwei Siegen in Serie eindrucksvoll zurück im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga. In Wetzlar setzten sich die Schwaben mit 21:16 durch und bauen mächtig Druck auf die Konkurrenz auf.

„Ich bin überglücklich. Vier Punkte in Folge sind großartig. So müssen wir weitermachen, wir kämpfen bis zum Ende. Alle Spieler und der ganze Klub glauben daran“, sagte HBW-Keeper Mohamed El-Tayar bei Dyn. Bereits nach dem Derbysieg über Frisch Auf Göppingen (Endstand: 30:29) war Aufbruchsstimmung beim Schlusslicht zu spüren, „das dranbleiben muss“, wie es Jens Bürkle formulierte.

Der Sportwissenschaftler hat in der EM-Pause an den richtigen Stellschrauben gedreht – und nach sechs Zählern aus den vergangenen fünf Begegnungen sind die „Gallier“ wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen. „Wenn man in Wetzlar gewinnt, ist man auf jeden Fall zufrieden, sehr zufrieden“, betonte der HBW-Coach nach dem vierten Saisonsieg, „es war eine kämpferische Topleistung, eine riesen Leistung der Mannschaft, was das Abwehrspiel angeht. Natürlich auch mit der Torwartleistung von ‚Mo‘, das war schon eine verrückte Leistung.“

El-Tayar überragend

22 Paraden des Ägypters kaschierten ungewohnte Abschlussschwächen der Schwaben. „Wir haben am Anfang sehr gut angegriffen“, analysierte der 43-Jährige, „hatten in der Folge aber im Sechs-gegen-Sechs schon Probleme. Wir haben es über Abwehr und Gegenstoß ganz gut in den Griff gekriegt.“ Allein beim 10:10 (27. Minute) wackelte der Tabellenletzte kurz.

„Das war schon kritisch“, gestand Bürkle ein, „auch mit der Zeitstrafe gegen ‚Mo“. Wir sind mit Marios Parade und den Gegenstößen, die wir gesetzt haben, sofort wieder mit zwei nach vorne gegangen. Das hat einem schon ein gutes Gefühl gegeben. Kurz nach der Pause verkürzen sie dann noch auf eins, aber dann sind wir brutal rausgegangen. Das war schon beruhigend alles. Bei einem solchen Low-Score-Game sind drei, vier Tore einfach auch viel.“

Die Mannschaft werde von Tag zu Tag stabiler, hat El-Tayar beobachtet, „am Anfang der Runde hatten ein paar Spieler noch keine Bundesliga-Erfahrung, jetzt sammeln diese Spieler auch immer mehr Erfahrungen und werden besser. Das Selbstbewusstsein ist deutlich gestiegen. Wir haben eine gute Qualität, ein gutes System und viel Leidenschaft.“

Löwen in der Krise

Das Konstrukt aus individueller Klasse, einer deutlich reduzierten Fehlerquote und Emotionen werden die „Gallier“ auch am kommenden Samstag gegen den kriselnden DHB-Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen auf die Platte bringen (20.30 Uhr, SparkassenArena). Die Mannheimer schlittern von einer Niederlage in die nächste. Wettbewerbsübergreifend sieben in Folge sind es inzwischen. Davon fünf in der Liga. Mittlerweile weisen die Löwen sogar eine negative Bilanz auf, haben in der Liga mehr Spiele (11) verloren als sie gewonnen haben (8) und sind ins Mittelmaß abgerutscht – Platz zehn.

Statt oben mitzumischen, muss das Team um DHB-Star Juri Knorr sogar den Blick nach unten richten. Bis zum ersten Abstiegsrang, den Eisenach als 17. belegt, sind es gerade einmal fünf Punkte. Mit Halil Jaganjac fällt ein ganz zentraler Spieler aus, ebenso fehlen die routinierten Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki. „Sie hatten in dieser Runde immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen“, so Bürkle, „das macht sich natürlich bemerkbar.“

Anders der HBW, welcher die Ausfälle von drei arrivierten Akteuren auch in Wetzlar kompensierte. Während Torjäger Patrick Volz (Probleme mit der Patellasehne) wohl noch lange fehlt, könnten Kapitän Felix Danner und Oddur Gretarsson zeitnah wieder zur Mannschaft stoßen. „Wir schauen von Tag zu Tag“, erklärte Bürkle, „Oddur hat diese Woche eine Untersuchung, wir lassen jetzt einfach mal Sicherheit walten. Er hat im Training ein paar Dinge mitgemacht, aber er ist noch nicht spielfähig. Wir schauen, was da kommt. Bei Felix müssen wir schauen, wie die Wade hält. Ob das jetzt eine Woche noch dauert, oder zwei oder drei Tage. Das wird man sehen.“

Diesen Artikel teilen: