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Balingen

Schluss mit dem Dornröschenschlaf: Fürs Balinger Tanzcasino wird ein Käufer mit Ideen gesucht

01.07.2020

Von Nicole Leukhardt

Schluss mit dem Dornröschenschlaf: Fürs Balinger Tanzcasino wird ein Käufer mit Ideen gesucht

© Nicole Leukhardt

Neuer Schwung fürs alte Balinger Tanzcasino: Die Stadt sucht einen Käufer mit guten Ideen.

Sein Erscheinungsbild sticht aus dem der übrigen Gebäude in der Wilhelmstraße heraus, rote Backsteinreihen winden sich um die Häuserecke und an der Front künden gemauerte Tore noch von ehemaligen Ein- und Ausgängen. Das ehemalige Konzert- und Lichtspielhaus Schwefelbad soll der Nachwelt erhalten bleiben. Die Stadt sucht nun einen Interessenten.

Und zwar mit Hochdruck, denn ein Ja zum ehemaligen Tanzcasino bedeutet für den künftigen Eigentümer auch ein Ja zu städtischen Auflagen und – was noch bedeutsamer sein wird – ein Ja zu einem engen, zeitlichen Korsett.

Doch wer auch immer neuer Besitzer des historischen Gemäuers wird, er soll es nach der Sanierung wieder für die Öffentlichkeit erlebbar gestalten. „In Betracht kommen somit kulturelle, gastronomische und gewerbliche Nutzungen mit Publikumsverkehr“, heißt es in der Immobilienanzeige, die die Stadtverwaltung am Mittwoch veröffentlicht hat.

Schneller Baumaschinentakt statt langsamem Walzer

Auf immerhin fast 655 Quadratmetern soll eine Attraktion entstehen, die nicht nur die Besucher der Gartenschau 2023, sondern auch die Balinger Bürger darüberhinaus begeistert. Und das heißt für den künftigen Bauherrn, keine Zeit zu verschwenden. Bis Ende 2022 wünscht sich die Verwaltung die Fertigstellung des Projekts, immerhin nur noch zweieinhalb Jahre Zeit. Die Inbetriebnahme zur Gartenschau soll somit gewährleistet werden.

Freiwerdende Flächen sind ebenso zu haben

Das derzeitige Jugendhaus, das früher als Gasthaus mit Sälen gedient hat, und der Verbindungsbau zwischen Jugendhaus und Lichtspielhaus sollen abgerissen werden. Die Bausubstanz sei nicht erhaltenswert. Die Fläche kann ein möglicher Interessent jedoch ebenso erwerben. „Je nach Bedarf“, wie Rathaussprecher Jürgen Luppold ergänzt. Daher komme auch der Preisspielraum zwischen knapp 180.000 Euro und gut 348.000 Euro.

Zwei Jahre vom Konzept bis zur Eröffnung

Konkrete Wünsche habe die Stadt nicht, der Bewerber mit der überzeugendsten Idee bekomme den Zuschlag. Einen förmlichen Bewerbungsschluss gebe es zwar nicht. Thomas Meitza, der sich bei der Stadtkämmerei um Liegenschaften kümmert, hat jedoch in der Gemeinderatssitzung am Dienstag darauf hingewiesen, dass bis Ende der Sommerferien eine verwaltungsinterne Entscheidung getroffen werden soll.

Der Verkaufsbeschluss des Gemeinderates soll in der Sitzungsrunde vom September oder spätestens Oktober erfolgen. Damit bleiben dem künftigen Bauherrn etwa zwei Jahre zur Planung, zum Bau und zur Fertigstellung.

Vor fünf Jahren bereits hatte sich der Balinger Verein Freiraum Gedanken zur Nutzung des Casinos gemacht und vorgeschlagen, dort einen Kreativstandort entstehen zu lassen. Einer der Macher des Vereins ist Bernhard Jung. Er sagt: „Als Betreiber eines Kreativ-Zentrums in Balingen ist wohl die Stadt gefordert aber ich vermute das ist nicht umsetzbar. Als warten wir mal ab, ob in der Kürze der Zeit eine neue Idee geboren wird.“

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