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Balingen

Schach hält die grauen Zellen fit: In Frommern treffen sich Senioren zum Spiel der Könige

10.09.2019

Von Lea Irion

Schach hält die grauen Zellen fit: In Frommern treffen sich Senioren zum Spiel der Könige

© Lea Irion

Georg Söllner (Dritter von links) und seine Mitspieler haben jeden Montag die größte Freude, wenn es auf der Uhr wieder 14 Uhr schlägt und die Bretter bespielt werden können.

Viele Gruppen spüren den demografischen Wandel. So auch der Schachverein Stockenhausen-Frommern. Die Verantwortlichen haben darauf reagiert. Seit fünf Jahren gibt es nun den Seniorenschach, der sehr beliebt ist.

Montags um Punkt 14 Uhr finden sich im ersten Stock der Frommerner Ortschaftsverwaltung meist ein Dutzend begeisterte Schachurgesteine aus dem Umkreis zusammen, um ihrem oftmals langjährigen Hobby nachzugehen und sich bei einer Tasse Kaffee über Gott und die Welt zu unterhalten.

Georg Söllner ist einer von ihnen und zugleich der Vorsitzende des Schachvereins Stockenhausen-Frommern. Seit seiner Jugend ist er aktiver Spieler und hat zusammen mit Vereinsmitglied Carlo Auer vor etwa fünf Jahren die sogenannten Schachsenioren ins Leben gerufen.

Das älteste Mitglied ist über 90 Jahre alt

Seither wird das Angebot durchgehend genutzt und erfreut sich an großer Beliebtheit unter den begeisterten Teilnehmern. „Unser ältestes Mitglied hier ist über 90 Jahre alt und einer der besten Spieler“, erzählt Söllner lächelnd.

Viele Studien wiesen bereits nach, dass Schach einen positiven Effekt auf die grauen Zellen hat und zudem einer Erkrankung an Alzheimer präventiv vorbeugt. Dass der Sport ihn mental fit hält, spürt Söllner deutlich.

„Schach erfordert viel Konzentration und schnelles Denken“, weiß das langjährige Vereinsmitglied. Das seien jedoch nicht die einzigen Gründe, weshalb das Angebot so aktiv von den älteren Spielern genutzt werde.

Jeder kann mitmachen

Laut dem Vorsitzenden sind es vor allem die Zwanglosigkeit und das lockere Beisammensein, was das montägliche Schachspielen so besonders macht. Mitmachen können erfahrene Sportler oder Neulinge, auf jedes Niveau wird Rücksicht genommen und oftmals werden Kniffe untereinander ausgetauscht und diskutiert. „Man lernt selbst nach Jahrzehnten des Schachspielens neue Tricks und Spielzüge“, meint Söllner.

Er selbst veranstaltet auch am Frommerner Schulverbund einen Schachkurs, der von den Schülern sehr gut angenommen wird, wie er selbst berichtet. Etwa zehn Interessenten besuchen das Angebot regelmäßig, der Schachverein Stockenhausen-Frommern beschäftigt aber auch eine eigene Jugend.

Es fehlen die Jungen

Dennoch spürt der Verein den demographischen Wandel stark. „Es ist leider einfach so, dass wir mehr ältere Spieler haben, als jüngere nachkommen“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Von dem Klischee, Schach sei ein zu schwerer Sport, hält der langjährige Spieler nichts.

Wirklich jeder könne in Schach einsteigen, ungeachtet des Alters. Das beweise auch die bunt gemischte Truppe des Seniorenschachs. Ein Vorteil des Treffs ist auch die geschickte Uhrzeit, wie Söllner findet.

„Von 14 bis 18 Uhr ist es draußen hell und viele Senioren fahren nicht gerne, wenn es dunkel ist“, führt er aus. Oftmals sitzt man laut dem Vorsitzenden auch eine Stunde länger, weil die letzte Runde etwas länger dauert oder weil man einfach zu viel Spaß an der Sache hat.

Schüler kommen zu Besuch

Während der Schulzeit gibt es auch schachbegeisterte Schüler, die montags nach dem Unterricht im ersten Stock der Frommerner Ortschaftsverwaltung vorbeischauen und mit den anwesenden Senioren einige Runden spielen, was die Truppe durchweg erfreut.

Für den Verein steht jetzt im Herbst die Verbandsrunde an, die die aktiven Spieler bestreiten werden. Derweil trainieren die Teilnehmer des Seniorenschachs auch weiterhin fleißig ihre Grauen Zellen, damit sie niemand so schnell schachmatt setzt.

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