Schömberg

SWEG kommt Stadt entgegen: Pläne für Schömberger Bahnhofsareal sind plötzlich wieder aktuell

26.02.2024

Von Daniel Seeburger

SWEG kommt Stadt entgegen: Pläne für Schömberger Bahnhofsareal sind plötzlich wieder aktuell

© Daniel Seeburger

Im Augenblick noch trostlos, bald schon ein städtebauliches Juwel: Das Bahnhofsareal in Schömberg mit dem alten Bahnhofsgebäude (rechts).

Mehrere Monate lag das geplante Entwicklungsgebiet Bahnhofsareal auf Eis. Jetzt könnte es sehr schnell vorwärtsgehen. Grund dafür ist ein Entgegenkommen der Südwestdeutschen Landesverkehrs GmbH (SWEG).

Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger verkündete die für die Stadtverwaltung frohe Botschaft in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH (SWEG) und das Landratsamt hätten mitgeteilt, dass zwei Flurstücke, die für Bahnzwecke freigehalten werden müssen, nun neu vermessen worden seien und kleiner werden. Damit werden die Abstände, die zu Bahnanlagen freigehalten werden müssen, auch kleiner. Das heißt: Die Stadt Schömberg könnte bald mit ihrem ambitionierten Vorhaben am Bahnhof beginnen.

Wohnungen für Familien mit Kindern

Und das hat es in sich. Bereits im Frühsommer 2022 entschieden die Gemeinderäte, dem Bahnhofsareal, das bis dorthin in einen Dornröschenschlaf verfallen war, ein neues Gesicht zu geben. Das Überlinger Planungsbüro Planstatt Senner erstellte mehrere Entwürfe, aus der Brache sollte ein städtebauliches Schmuckstück werden. Die Gemeinderäte gaben im Mai 2022 grünes Licht für eine von mehreren Varianten. Im neuen Bahnhofsquartier sollen eine autofreie Wohnbebauung mit dreigeschossigen Gebäuden, einem zentralen Parkhaus und einer Spielstraße entstehe.

Gerade für Familien mit Kindern soll diese Wohnform attraktiv sein, hoffen die Gemeinderäte. Damit es dem Nachwuchs nicht langweilig wird, sind gemeinschaftliche Freiflächen für Spiel und Aktion, Gemeinschaftsgärten und ein Quartiersplatz angedacht. Mitintegriert werden soll das unter Denkmalschutz stehende alte Bahnhofsgebäude. Auch hier sollen Wohnungen entstehen. Zudem ist ein Seniorenrestaurant geplant, für das bisher noch keine Baugenehmigung erteilt worden ist.

Das könnte sich nun aber ziemlich rasch ändern. Denn die Voraussetzungen haben sich geändert. Durch die Absage, die der Rottweiler Kreistag einer durchgehenden Bahnstrecke von Rottweil nach Balingen erteilt hat, muss indessen weder Schömberg noch die SWEG davon ausgehen, dass der Bahnhof in Zukunft eine Schlüsselstellung für die Strecke Rottweil-Balingen einnehmen könnte. Die Rottweiler Kreisräte waren der Ansicht, dass eine neue Schienenstrecke zwischen Schömberg und Balingen zu teuer für den Landkreis ist. Da half es dann auch nicht, dass Zollernalbkreis-Landrat Günther-Martin Pauli von einer „historisch falschen Entscheidung“ sprach.

Keine Zugverbindung von Rottweil nach Schömberg

Schon im vergangenen November, nachdem die Entscheidung in Rottweil gefallen war, führte Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger aus, dass die Stadt Schömberg das Bahnhofsareal jetzt weiter erschließen wolle. Er wies auch darauf hin, dass es eile, da das Landessanierungsprogramm nur bis 2027 laufe und man sowieso schon in Verzug sei.

Deshalb kam die Entscheidung von SWEG und Landkreisverwaltung in der vergangenen Woche wie gerufen für die Stadtverwaltung und den Gemeinderat. Karl-Josef Sprenger unterrichtete das Gremium in seiner jüngsten Sitzung mündlich. „Das ist das, was wir wollen“, führte der Bürgermeister aus. Konkret stehe in der Nachricht der Kreisbehörde, dass die Freihaltungen für einige wichtigen Grundstücke für die weitere Erschließung zurückgenommen oder eingeschränkt worden sind. Das sei wichtig für die Zukunft des Erschließungsgebiets Bahnhofsareal und ein Entgegenkommen des Verkehrsbetriebs und des Landkreises.

Stadt gibt positive Stellungnahme ab

„Das ist genau das, was wir brauchen“, sagte Gemeinderat Heiko Gerstenberg. Nun könne man endlich mit dem Stadtsanierungsprogramm weitermachen. „Es ist eigentlich ein Trauerspiel, dass das so lange gedauert hat“, führte Gemeinderat Frank Polich aus. Die Entscheidung sei prinzipiell positiv, durch die lange Dauer bis zu einer Entscheidung sei die Gemeinde aber gebremst worden in ihrer Entwicklung.

Die Stadtverwaltung werde jetzt eine positive Stellungnahme zur Entscheidung von SWEG und Landkreis abgeben, erklärte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. „Wir sind mit den verbleibenden Bahnbetriebszwecken einverstanden“, so der Verwaltungschef. Er hörte seitens der Gemeinderäte keine Einwände.

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