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Rosenfeld

Rosenfelder Räte in der Zwickmühle: „Wir lehnen es ab, sind aber nicht dagegen“

28.06.2019

Von Rosalinde Conzelmann

Rosenfelder Räte in der Zwickmühle: „Wir lehnen es ab, sind aber nicht dagegen“

© Rosalinde Conzelmann

Auf dieser Fläche im Gewerbegebiet Seewiesen würde Christian Schellhamemr gerne eine Lagerhalle mit rund 1500 Quadratmetern Fläche bauen.

Es ist eine vertrackte Situation: Generell freut sich der Gemeinderat über jeden Betrieb, der sich in der Stadt ansiedeln möchte. Dennoch musste das Gremium dem Heiligenzimmerner Unternehmer Christian Schellhammer eine Absage erteilen.

Schellhammer hat mit 18 Jahren seinen Betrieb für den Vertrieb von Fischfutter gegründet. „Common Baits“ beschäftigt heute nach Angaben des Chefs elf Mitarbeiter. Die Firma boomt und Schellhammer möchte expandieren, weil er in seinen bisherigen Geschäftsräumen am Anschlag ist.

Sein Wunschgrundstück befindet sich im Gewerbegebiet Seewiesen im Anschluss an das letzte Gebäude.Um abzuklopfen, ob er dort bauen darf, hat Schellhammer einen Antrag auf Bauvorbescheid gestellt, der dem Gemeinderat am Donnerstag vorlag.

Gemeinderat kann nicht zustimmen

„Wir können nicht zustimmen, weil es für diese Fläche keinen Bebaungsplan gibt; es handelt sich um unbeplanten Innenbereich“, wies Bürgermeister Thomas Miller auf die Rechtsgrundlage hin.

Gelände ist im Hochwassergebiet

Den größten Hintergrundsgrund aber sieht er in der Hochwasserproblematik. Das Gelände ist Hochwassergebiet. Dies sei dem Antragsteller auch bekannt, weil es bereits Gespräche gab. „Aber er wollte die Anfrage starten“, so Miller.

„Der Ortschaftsrat muss unbedingt noch gehört werden“, forderte Klaus May. Die Ausweisung von neuem Gewerbeland sei ein dringendes Anliegen, da weitere Anfragen vorliegen. Ebenso müsse die Hochwasserproblematik beleuchtet werden.

Miller sah bezüglich der Anfrage keine andere Sachlage: „Der Ortschaftsrat wird gleich entscheiden müssen, weil es die Rechtslage nicht anders zulässt.“

Sandra Günter versicherte sich: „Wenn wir jetzt ablehnen, heißt das nicht, dass wir dagegen sind?“ Dieser Aussage stimmte der Stadtchef zu. Er wollte aber keine Prognose stellen, ob er eine Möglichkeit sieht, dass Schellhammer bauen darf.

Das Landratsamt ist nun am Zug

Dies werde das Landratsamt auch im Zuge der anstehenden Änderung des Flächennutzungplanes jetzt prüfen. Dr. Volker Seibel wollte wissen, ob die Stadt Möglichkeiten hat, das Verfahren zu beschleunigen. Millers Antwort: „Das ist nicht so einfach.“

Christian Schellhammer erklärte auf ZAK-Nachfrage, dass es nicht nur um seine Erweiterungspläne gehe. Es seien mehrere Unternehmer im Ort, die sich schon lange vergrößern wollen. Das sei der Stadt bekannt.

Antragsteller will abwarten

Er will jetzt die Stellungnahme des Landratsamts abwarten. Er sagt aber auch, „dass dieses Jahr noch was passieren muss“. Bei einer positiven Zusage könne er zur Not einige Jahre überbrücken.

Er spielt mit dem Gedanken ins Ausland zu gehen, würde aber lieber hier erweitern. Warum? Vor einigen Jahren hatte er einen Wasserschaden in seiner Firma. Alles war futsch, er war verzweifelt – und seine Freunde in fünf Minuten da, um ihm zu helfen. „Das ist ein Grund, warum ich bleiben möchte“, sagt er.

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