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Balingen

Revolte, jetzt erst recht: Balinger Räte wollen das Frommerner Graffito retten

01.10.2019

Von Nicole Leukhardt

Revolte, jetzt erst recht: Balinger Räte wollen das Frommerner Graffito retten

© Pascal Tonnemacher

Er ist grün, rot und riesig und gefällt dem Landesdenkmalamt so gar nicht: Der Drache von der Frommerner Schwelhalle soll wieder weg.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr“ – Dr. Ingrid Helber äußerte sich in der Gemeinderatssitzung am Dienstag mit völligem Unverständnis zur Forderung des Landesdenkmalamts, das Graffito von der Frommerner Schwelhallenfassade zu entfernen. Das Gremium pflichtete ihr bei.

„Siebzig Jahre hat die Industriebrache keinen geschert, und jetzt sagt das Landesdenkmalamt, die Schwelhalle sei ein Denkmal“: Die FDP-Rätin musste tief Luft holen, um ihrem Ärger über das Schreiben des Landesdenkmalamts Ausdruck zu verleihen. Man habe die unverputzte Halle vor etwa fünfzehn Jahren aufgehübscht, dass sich überhaupt ein Investor finde.

Wie historisch war die Fassade?

Von den einstigen Gebäuden rund um die Schwelhalle gebe es ein paar schon nicht mehr, „und auch den Schiefersee hat man zum Teil zugeschüttet“, erklärte die Kunsthistorikerin. „Aber plötzlich soll eine Fassade wieder hergestellt werden, die es in diesem braun ohnehin erst seit 15 Jahren gib“, fuhr sie fort und versprach der Verwaltung jedwede Unterstützung beim Erhalt des Graffitos, das im Rahmen der Revolte-Ausstellung in mehreren Wochen auf das Gebäude aufgebracht worden war.

Das Gremium gab ihr Rückendeckung: Durch die Bemalung sei die Halle mit ihrer Geschichte erst wieder ins Bewusstsein gerückt, fanden auch Dr. Dietmar Foth (FDP) und Werner Jessen (Freie Wähler). Klaus Hahn (CDU) zeigte sich erstaunt über die Wortwahl der Behörde, die das Graffito als pietätlos und Verschandelung bezeichnet hatte. „Die Halle war jahrzehntelang als Fabrik genutzt und kein Denkmal“, sagte auch Oberbürgermeister Helmut Reitemann, der sich zuversichtlich zeigte, eine Lösung zu finden.

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