Regionalliga-Klassenerhalt fix: TSG Balingen gleicht in Kassel einen 0:2-Rückstand aus

Von Marcel Schlegel

Das war ein Punkt für die Moral – und einer für den Regionalliga-Klassenerhalt: Mit einem Rumpfkader hat die TSG Balingen am Samstag beim KSV Hessen Kassel einen 0:2-Pausenrückstand aufgeholt.

Regionalliga-Klassenerhalt fix: TSG Balingen gleicht in Kassel einen 0:2-Rückstand aus

Leander Vochatzer verursachte einen Elfmeter, legte ein Tor auf und machte eines selber.

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Die Fußballer der TSG Balingen können es noch: Nach zuvor vier Niederlagen in Serie hat sich die Mannschaft von Trainer Martin Braun am Samstag beim KSV Hessen Kassel einen verdienten Punkt geholt und dabei in der zweiten Hälfte einen 0:2-Pausenrückstand ausgeglichen. Mit dem 42. Saisonzähler tütete der Tabellen-16. (ein Spiel weniger) nun auch rechnerisch den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Südwest ein, faktisch hatte dieser schon festgestanden (sofern die Klage der Stuttgarter Kickers erfolglos sein sollte; s. Textende).

Das 2:2 in Kassel, wohin die Braun-Truppe sich schon am Freitag aufgemacht hatte, war ein Punkt für die Moral: Denn nach dem blutleeren Auftritt vom vergangenen Wochenende, als die TSG dem schon abgestiegenen Schlusslicht Eintracht Stadtallendorf daheim mit 0:4 unterlag, zeigte die Kreisstadt-Elf beim Tabellennachbarn eine couragierten Leistung, am Ende wäre sogar ein Auswärtssieg drin gewesen.

Vochatzer mit Schatten – aber auch viel Licht

Die Leistung ist doppelt zu würdigen, da die Schwaben extrem ersatzgeschwächt angereist waren. Gleich auf acht Spieler musste Braun verzichten, darunter etliche Leistungsträger. Auf der Balinger Bank nahmen nur drei Feldspieler Platz.

Zunächst hatte die TSG allerdings die alten Fehler gemacht: Eine Unachtsamkeit im Strafraum und Verteidiger Kevin Nennhuber brachte die „Löwen“ nach zehn Minuten mit 1:0 in Front. Fast schon plump schubste der ansonsten überragende Leander Vochatzer in der 38. Minute seinen Kasseler Gegenspieler Alban Meha im Strafraum um. Den Elfmeter verwandelte Mahir Saglik zum 2:0.

Die Schwaben, die schon in der ersten Hälfte gute Konterchancen vergaben, spielten sich im zweiten Durchgang den Frust von der Seele, kamen immer wieder vors Löwen-Tor. In der 55. Minute durch den gleichsam auffälligen, aber zuweilen zu verspielten Felix Heim zunächst zu einem Pfostentreffer, ehe Vochatzer aus spitzem Winkel das 1:2 erzielte (56.).

Klostermann macht den verdienten Ausgleich

In der Folge blieb die Braun-Elf am Drücker. Simon Klostermann, per Doppelpass in die Schnittstelle von Vochatzer bedient, markierte im Strafraum das 2:2 (64.) – das zehnte Saisontor des besten Balinger Torschützen. Vochatzer, der zuletzt angeschlagen war, hatte in der 84. Minute noch die Großchance zum Sieg, wurde aber in letzter Sekunde gestoppt.

Schon am Dienstag (19 Uhr) geht es für die TSG Balingen weiter – mit dem Nachhol-Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846. Das Derby war aufgrund von Coronafällen in beiden Teams ausgefallen. Markant: Auch im WFV-Pokal-Finale könnte die TSG erneut auf Ulm treffen. Der Titelverteidiger zog schon kampflos ins Endspiel ein; die Balinger, den Spatzen zuletzt 0:3 unterlegen, müssen am 18. Mai noch das Halbfinale beim Oberligisten Stuttgarter Kickers austragen.

Aufstieg am Grünen Tisch: Kickers klagen nun

Nun ist es amtlich: Die Stuttgarter Kickers haben rechtliche Schritte gegen die Entscheidung der Regionalliga Südwest (RLSW) eingeleitet, keine Aufsteiger aus den drei relevanten Oberliga-Staffeln aufzunehmen. Das gab Kickers-Präsident Rainer Lorz am Samstagabend bekannt. Der baden-württembergische Oberliga-Zweite, der auf eine Aufstiegsrelegation gehofft hatte, hält es für unrechtmäßig, den Fünftligisten im Zuge des Saisonabbruchs ihr Aufstiegsrecht zu nehmen. Sollten die Kickers vor Gericht Recht bekommen, könnte die RLSW doch noch sechs statt wie nun zwei Absteiger aufweisen. Dann müsste die eigentlich schon gerettete TSG Balingen, derzeit Tabellen-15., wieder in um den Klassenerhalt zittern.