Radsport

Radsportfunktionär Ulrich Bock im Interview: „Es ist ein leichter Zuwachs zu erkennen“

09.03.2021

Von Matthias Zahner

Radsportfunktionär Ulrich Bock im Interview: „Es ist ein leichter Zuwachs zu erkennen“

© Moschkon

Ein Fachmann in Sachen Radsport: Ulrich Bock

Ulrich Bock kennte die Radsportszene wie kein anderer. Er ist Vorsitzender des Radsportbezirks Schwarzwald-Zollern und zugleich Vorsitzender der Landesfachkommission Radsport des Württembergischen Verbandes. Bock hat zudem die Traditionsradrennserie, die seit 2007 den Namen Interstuhl-Cup trägt, aus der Taufe gehoben und seit mehr als 30 Jahren mitgeprägt.

Herr Bock, wie hat sich die Pandemie auf den Radsport ausgewirkt?

Ulrich Bock: Es hat sich sehr schnell eine Plattform des eRadsports entwickelt. Das Frauenrad-Team Albstadt hat zum Beispiel an der virtuellen Bundesliga teilgenommen. Das war eine sehr gute Aktion, die der Bund Deutscher Radfahrer initiiert hat. Das Ganze fand in zwei Wellen statt – im Spätherbst des vergangenen Jahres und im Januar/Februar. Wir Funktionäre sind darauf gestoßen, dass sich mittlerweile weltweit hunderttausende Radfahrer auf diesen Plattformen bewegen – nicht nur im Wettkampf, sondern auch zu einer virtuellen Tour. Unsere Nachwuchstalente werden längst in dieser Form betreut. Doch unisono – alle freuen sich nun auf das Outdoor-Radeln.

In Zeiten von Corona war das Radfahren draußen zwar eingeschränkt, aber möglich. Welche Rückmeldungen haben Sie aus den Vereinen bekommen?

Im Herbst haben mir viele Vereine mitgeteilt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche an die Tür klopfen und sagten, dass sie gerne anfangen würden mit Radfahren, weil andere Sportarten nicht möglich waren. Wir sind gerade dabei, eine detaillierte Mitgliederrecherche zu machen. Vorab: Es ist ein leichter Zuwachs zu erkennen, weil man den Radsport draußen betreiben kann.

Anfang Mai soll der Interstuhl-Cup starten. 17 Etappen – so viele wie noch nie – sind geplant. Warum die Aufstockung?

Zum einen liegt das an der Top-Organisation, die Siggi Krüger für sportlichen Ablauf entwickelt hat. Bei ihm stand das Telefon nicht mehr still. So viele Vereine haben bei ihm angerufen und gesagt, wir wollen unbedingt in den Interstuhl-Cup und ein Rennen veranstalten. Es klopfen immer noch Vereine an. Aber wir müssen sagen: Nein, mehr geht leider nicht mehr. Zum anderen ist es die hohe Zahl an Sportler*innen in Baden-Württemberg, für die wir das attraktive Wettkampfangebot benötigen. Kein Bundesland hat mehr Aktive wie wir.

Die Rennserie soll aus Umweltschutzgründen Fahrer aus der Umgebung beheimaten, damit weite Anreisen mit dem Auto ausbleiben. Wie soll das gesteuert werden?

Das Sportrecht erlaubt es zwar den Lizenzhabenden, sich für einen Wettbewerb anzumelden. Es gibt aber nach dem Reglement eine Begrenzung für die Startplätze. Wenn die zulässigen Teilnahmezahlen überschritten werden, kommen zuerst die ortsnahen Sportler*innen auf die Liste.

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