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Albstadt

RSG appelliert an den Albstädter Gemeinderat: „Die Weltcups sind die beste Werbung“

27.05.2020

Von Dagmar Stuhrmann

RSG appelliert an den Albstädter Gemeinderat: „Die Weltcups sind die beste Werbung“

© Rosalinde Conzelmann

Die RSG Zollern-Alb appelliert an den Albstädter Gemeinderat, UCI-Weltcupveranstaltungen auch weiterhin im Bullentäle stattfinden zu lassen.

Mit Blick auf die heute stattfindende Gemeinderatssitzung und den gemeinsamen Antrag der Fraktionen, mit dem diese Ende März gefordert hatten, bis auf Weiteres von UCI-Weltcups Abstand zu nehmen, wendet sich die RSG Zollern-Alb schriftlich an die Stadträte und den OB. Die Radsportler apellieren an den Gemeinderat, UCI-Veranstaltungen weiterhin stattfinden zu lassen.

. In der vom RSG-Vorstand – Michael Schmidt, Frank Durst, Thomas Schreiner, Jelena Oblak, Stefan Schairer und Sigrun Schmetzer – unterzeichneten Schreiben heißt es: „Aus den Medien haben wir erfahren, dass der Gemeinderat für eine komplette Aussetzung der Stadt Albstadt als Veranstalter von UCI-Veranstaltungen plädiert. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal unsere eindringliche Forderung nach einer sorgfältigen Reflexion zu diesem Thema platzieren.“

Ein sportliches Zuhause

Vereine brauchten Nachwuchs und finanzielle Mittel, um diesen adäquat zu fördern, heißt es in der Stellungnahme. „Die radsportlichen Veranstaltungen motivieren in hohem Maße unsere jungen und jüngsten Mitbürger, (Rad)Sport zu betreiben. Alleine bei der RSG bieten wir bis zu 150 Kindern und Jugendlichen zwei bis drei Mal in der Woche ein sportliches Zuhause ... Ohne die hochkarätigen Rennen wird der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die sich sportlich betätigen, abnehmen.“

Wichtige Ressourcen

Die Auswirkungen seien hinreichend bekannt. „Fallen die Weltcups und die damit verbundenen Einnahmemöglichkeiten für die beteiligten Vereine weg, entziehen Sie dem Vereinsleben in Albstadt wichtige Ressourcen.“ Ein Verein wie die RSG Zollern-Alb könne ohne diese Mittel den Trainingsbetrieb nicht mehr im heutigen Umfang aufrecht erhalten. Albstadt habe im Bereich Radsport, zusammen mit der Firma Skyder und vielen Albstädter Vereinen in den letzten 15 Jahren mit einem enormen Engagement herausragende Arbeit geleistet.

Weltcups tragen zu Umsatz bei

„Die Weltcups wurden zu einem der Key Events im Zollernalbkreis mit online live Übertragungen in alle Welt und zigtausenden Klicks ... Die Stadt Albstadt ist durch die hochkarätigen Rennveranstaltungen international bekannt geworden, viele ambitionierte Hobby-Mountainbiker kommen explizit wegen dem Bike-Marathon, der Gonso-Classic und nicht zuletzt wegen den Weltcups nach Albstadt und tragen somit nicht unerheblich zum Umsatz in der Gastronomie und dem Steueraufkommen der Stadt Albstadt bei.“

Bekanntheit führt zu Besucherstrom

„Egal an welchem Ort der Welt, Albstadt ist bekannt“, heißt es weiter. „...Dieser Bekanntheitsgrad führt zu einem wachsenden Besucherstrom nach Albstadt, der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird und den Masterplan Tourismus nachhaltig fördert. Im Bereich Wandern befindet sich die Stadt Albstadt am Ende der Entwicklungskurve, wohingegen der Bereich Radsport, insbesondere Mountainbike erst am Anfang der Entwicklung steht.“ Die Weltcups in Albstadt seien die beste Werbung für unsere Region und Menschen, die in der Form mit einer eigenfinanzierten Werbekampagne gar nicht möglich wäre.

Albstadt hat zahlreiche Talente generiert

„Die Nähe der Stadt Albstadt zum Spitzensport hat dazu geführt, dass die Stadt Albstadt in den letzten Jahren mehrere radsportliche Talente generiert hat, die den Sport auf dem höchsten Niveau betreiben und mit denen der Name und das Ansehen der Stadt Albstadt weltweit eng verbunden ist... Die über 400 Mitglieder bei der RSG und vielen weiteren Radsportbegeisterten in Vereinen ... zeigen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung der Stadt Albstadt eine hohe Affinität zum Radsport hat. Dies zeigen auch die jährlichen Zuschauerzahlen bei den Welt Cup Rennen, die zum größeren Teil aus der direkten Umgebung komme.“

Absage hätte massiven Vertrauensverlust zur Folge

Die ersatzlose Streichung der WM und ein kompletter Ausstieg aus diesem Geschäft hätte nach Ansicht des RSG-Vorstands einen „massiven Reputations- und Vertrauensverlust bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Folge“.

„Der Tourismus Masterplan MTB würde zur Makulatur“, heißt es in der Stellungnahme, „weil natürlich viele MTB-Besucher wegen der Weltcupstrecke und unseren Trails nach Albstadt kommen. Wo bleibt die Glaubwürdigkeit, wenn der wichtigste Radsportevent aus DER deutschen MTB Hochburg verschwindet. Was bei uns nach wie vor höchstes Unverständnis hervorruft, ist der Wunsch des Gemeinderats, in Zukunft keine UCI-Wettkämpfe mehr durchführen zu wollen. Die Gründe für diesen Wunsch kann ich nur erahnen.“

Gesunder Menschenverstand

„Sollten monetäre Aspekte eine Rolle spielen, dann müsste konsequenterweise natürlich auch jede weitere Art von kultureller und sportlicher Förderung sowie sonstiger Ausgaben in Bereiche, die nicht der direkten Daseinsvorsorge dienen, für die nächsten Jahre gestrichen werden...“ Für die mehrere tausend Radsportbegeisterten in der Region bleibe abzuwarten, wie die Entscheidung des Gemeinderats und die damit verbundene Begründung aussehen wird.

Auf langfristige Auswirkungen hin prüfen

„Ich möchte Sie bitten, dafür Sorge zu tragen, dass trotz Corona-Krise der gesunde Menschenverstand erhalten bleibt, Entscheidungen auf ihre langfristigen Auswirkungen hin geprüft werden und sich nicht unter dem Deckmäntelchen der aktuellen Not von Interessensgruppen zu Entscheidungen provozieren lassen, die langfristige negative Auswirkungen auf unsere Gemeinschaft haben werden.“

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