Albstadt

Pfeffinger Tierbestattungskirche europaweit bekannt: Wieso das zu Parkproblemen führen könnte

30.11.2023

Von Dagmar Stuhrmann

Pfeffinger Tierbestattungskirche europaweit bekannt: Wieso das zu Parkproblemen führen könnte

© Horst Schweizer

Wegen des erwarteten Andrangs sind Vorbereitungen getroffen worden, um ein Verkehrschaos zu verhindern. In der Onstmettinger Straße in Pfeffingen herrscht am Samstag Halteverbot, Parkplatzsuchende müssen auf andere Plätze ausweichen.

Am Samstag wird die inzwischen weit über den Zollernalbkreis hinaus bekannte deutschlandweit erste Tierbestattungskirche in Pfeffingen eröffnet. Um einem Verkehrschaos vorzubeugen, wurde ein Shuttle-Bus eingerichtet und empfohlene Parkplätze bekanntgegeben. Zeitgleich übt der Freiburger Erzbischof Kritik an kirchlichen Trauerfeiern für Tiere.

Die frisch renovierte ehemalige Pauluskirche in Pfeffingen wird am Samstag, 2. Dezember, um 14 Uhr erstmalig ihre Türen öffnen. Die Tierbestattungskirche wird von der Tierbestattung Schönhalde Pauluskirche betrieben und soll, wie es in einer Pressemitteilung des Betreibers heißt, nicht nur Bestattungshaus für geliebte Tiere, sondern auch ein Ort der Begegnung und Erinnerung sein.

Erste Tierbestattungskirche Deutschlands

Es ist die erste Tierbestattungskirche in Deutschland. Diese Tatsache hat inzwischen für großes Medieninteresse gesorgt. So berichtet unter anderem auch der Südwestrundfunk (SWR) über das Projekt.

Die Besitzer und Betreiber Ellen Weinmann und Florian Düsterwald arbeiten laut SWR seit drei Jahren mit ihrem Unternehmen im Tierbestattungsbusiness. „Wir beobachten seit geraumer Zeit einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Tieren“, sagten die beiden dem SWR. Vielfach werde um verstorbene Haustiere getrauert wie um einen nahestehenden Menschen.

Medieninteresse ist riesig

Nachdem deutschland- und sogar europaweit das Interesse von Zeitungen und Rundfunkanstalten sehr groß sei, erwarten Betreiber und städtisches Ordnungsamt, dass es am Samstag zu Parkplatzproblemen rund um die Pauluskirche kommen könnte.

Zur Sicherung des Verkehrs und der Rettungswege wurden von der Stadt Albstadt viele naheliegende Parkmöglichkeiten zum Halteverbot erklärt, so der Betreiber in seiner Pressemitteilung. Jetzt übersteige die Anzahl der Anmeldungen die verfügbare Anzahl von Parkmöglichkeiten.

Shuttle-Bus soll Parkplatzprobleme minimieren

Die Stadt Albstadt habe dem Betreiber die Auflage erteilt, folgende Parkmöglichkeiten öffentlich bekanntzugeben: Grundschule Pfeffingen (Bergstraße 1), Alte Schule Pfeffingen (Zillhauser Straße 1), Wanderparkplatz Langenwand. Vom Wanderparkplatz Langenwand (Lerchenfeld) aus betreibt die Tierbestattung Schönhalde Pauluskirche laut Pressemitteilung einen kostenlosen Bus-Shuttle-Dienst, der ab 13.30 Uhr alle 10 Minuten verkehrt.

„Das Schwabenland ist vor allem für eines bekannt: für Innovation“, heißt es in der Pressemitteilung. Dass die Pfeffinger Innovation über die Grenzen von Deutschland hinaus auf so breites Interesse stoße, habe man nicht voraussehen können. „Wir bitten die schwierige Parkplatzsituation zu entschuldigen und den behördlich verordneten längeren Fußweg in Kauf zu nehmen.“

Würdiger Abschied auch von Vierbeinern

Der Grund für den Vorstoß der Tierbestattung Schönhalde Pauluskirche ist klar: Den Abschied würdig gestalten – das möchten sicherlich viele Frauchen und Herrchen, wenn ihre geliebten Haustiere aus dem Leben scheiden. Was bisher nur Menschen vorbehalten ist, wünschen sich manche Tierhalterinnen und -halter auch für ihre Haustiere – eine kirchliche Trauerfeier.

Die Tierbesitzer können die Zeremonie in der Kirche individuell gestalten, erzählte Ellen Weinmann dem SWR. Nach der Bestattung kämen die toten Tiere ins Krematorium. Die Asche kehre dann zum Beispiel in einer Urne zu den Besitzern zurück.

Kritik von Seiten der Kirche

Die Resonanz auf dieses Projekt ist jedoch nicht einheitlich positiv: So berichtet der SWR im Vorfeld der offiziellen Eröffnung über Äußerungen des Freiburger Erzbischofs zum Thema „Kirchliche Trauerfeiern für Haustiere?“ Erzbischof Stephan Burger spricht sich gegen kirchliche Trauerfeiern für Haustiere aus.

Laut SWR-Bericht sagte Stephan Burger der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA): „Ich befürworte klar einen ethisch verantworteten Umgang mit Tieren und sorge mich um das Tierwohl.“ Es sei wichtig, Trauernden zur Seite zu stehen.

Tiere würden vermenschlicht

Diese Trauer könne viele Gründe haben. „Natürlich auch, dass Menschen in Trauer sind, weil sie ein Haustier verloren haben, welches sie vielleicht über Jahre begleitet hat“, wird der Erzbischof zitiert. Eine kirchliche Abschiedszeremonie für Haustiere lehne er dennoch ab. Man solle Tiere nicht vermenschlichen. Ein eigener katholischer Trauerritus für Haustiere sei für ihn undenkbar.

Anfang des Jahres haben Florian Düsterwald und Ellen Weinmann die leerstehende Kirche in Pfeffingen gekauft. Sie war früher im Besitz der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Die Mitgliederzahlen sanken, und so wurde die Pfeffinger Pauluskirche aufgegeben und verkauft – und in der Folge auch entweiht.

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