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Meßstetten

Öffentliches Leben in Meßstetten ruht: Stadt erlässt eine Allgemeinverfügung

16.03.2020

Von Volker Schweizer

Öffentliches Leben in Meßstetten ruht: Stadt erlässt eine Allgemeinverfügung

© Privat

Das Rathaus in Meßstetten ist ab Dienstag, 17. März, für den Publikumsverkehr geschlossen.

Die Stadt hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Durchführung von allen öffentlichen Veranstaltungen untersagt.

„Es sind drastische Maßnahmen – wohl mit die einschneidendsten im Landkreis“, sagte gestern Nachmittag Bürgermeister Frank Schroft im Beisein seiner Amtsleiter. Bei einer kurzfristig anberaumtem Pressekonferenz informierte er über das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie. Schroft stellte dabei unmissverständlich klar: „Wir müssen große Menschenansammlungen unterbinden, dadurch auch das Vereinsleben einschränken.“ Von Aktionismus könne keine Rede sein.

Vereine reagieren umsichtig

Bislang gilt noch die Vier-Fallgruppen-Regel (wir berichteten). Diese wird nun aber durch eine Allgemeinverfügung abgelöst, die ab Samstag in Kraft tritt. Und diese untersagt bis Sonntag, 19. April, die Durchführung von allen öffentlichen Veranstaltungen – nicht nur in Räumen der Stadt, sondern auch in Gaststätten oder Vereinsräumen. Sport- und Festhallen im Kernort, in den Stadtteilen und in der ehemaligen Kaserne, die Stadtbücherei, das Museum, das Lehrschwimmbecken und der Jugendraum sind bis nach den Osterferien geschlossen, Proben- und Trainingsabende können in der Zeit ebenfalls nicht stattfinden. „Die Vereine haben bislang sehr umsichtig reagiert“, freut sich der Bürgermeister. Von dem Verbot ausgeschlossen sind Beisetzungen auf den Friedhöfen.

Rathaus ist geschlossen

Ein weiterer Punkt aus dem Maßnahmenkatalog gilt bereits ab heute: die Rathäuser und Ortschaftsverwaltungen sind bis zum Ende der Osterferien für den Publikumsverkehr geschlossen. Frank Schroft stellt aber klar: „Wer ein dringendes Anliegen hat, kann sich telefonisch melden.“ Was weiterhin stattfindet, ist der samstägliche Wochenmarkt. Der Markt sei für die Versorgung der älteren Mitbürger wichtig, betont Schroft. Gerade dieser Personenkreis – vorerkrankte Mitbürger miteingeschlossen – liegt dem Stadtoberhaupt besonders am Herzen. Die Stadt wolle deshalb einen ehrenamtlichen Einkaufsdienst organisieren. Dafür brauche es viele Helfer, auch jüngere Bürger. Ältere und vorerkrankte Bürger, die den Einkaufsservice in Anspruch nehmen möchten, sowie Helfer, die bereit sind, Einkäufe zu erledigen, können sich ab sofort unter Telefon 07431 63490 oder per E-Mail telefonzentrale@messstetten.de melden.

Keine Besuche bei Jubilaren

Schroft zeigt sich optimistisch, dass es einen „riesigen Zulauf“ an Helfern geben wird. Diese würden unterstützt von Bediensteten, die die Stadt freigestellt habe.

In der entsprechend zu diesem Thema verfassten Pressemitteilung heißt es weiter: „Ebenfalls zum Schutz älterer Mitmenschen wird der Bürgermeister bis auf Weiteres auf persönliche Besuche von Alters- und Ehejubilaren verzichten. Das Weinpräsent und das Glückwunschschreiben werden am Tag des Geburtstags an der Haustür des Jubilars abgestellt.

„Wir haben ausreichend Hygieneartikel“

Auch die Sozialstation ist eine Einrichtung der Stadt Meßstetten. 30 Mitarbeiter werden beschäftigt. „Wir haben ausreichend Hygieneartikel“, beruhigt Kämmerer Daniel Bayer, der auch die Geschäfte der Einrichtung führt. Der „Rollende Mittagstisch“ gehört mit zum Leistungsgebot. Die Angehörigen bittet er, die leeren Essenbehälter vor dem Haus abzustellen.

Ein positiv getesteter Corona-Fall

Für das Pflegeheim Haus am Pfarrbaum greift eine zweite Allgemeinverfügung. Die besagt, dass Reiserückkehrer, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet oder einem besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, für einen Zeitraum von 14 Tagen seit der Rückkehr die Einrichtung nicht mehr betreten dürfen. Was die Notbetreuung für Kinder, deren beide Elternteile in „kritischen Infrastrukturen“ arbeiten, angeht, hat die Stadt am Montag noch Anmeldungen entgegengenommen. Wie viele Notgruppen es gibt und wo sie eingerichtet werden, entscheidet sich, sobald der Bedarf feststeht. Laut Schroft gibt es in Meßstetten bislang einen positiv getesteten Corona-Fall.

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