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Dotternhausen

Noch mal von vorne: Dotternhausen verhandelt mit Holcim neu über die Ausgleichsflächen

19.09.2019

Von Nicole Leukhardt

Noch mal von vorne: Dotternhausen verhandelt mit Holcim neu über die Ausgleichsflächen

© Nicole Leukhardt

Die gesamte Hochfläche des Plettenbergs hätte nach dem Willen des alten Gemeinderats als Ausgleichsfläche herhalten sollen. Das neue Gremium hat nun die Chance, neu zu verhandeln.

Eigentlich war alles in trockenen Tüchern: Der alte Dotternhausener Gemeinderat hatte im Mai den 12. Zusatzvertrag mit Holcim, der die Pacht und die Ausgleichsflächen regelt, auf den Weg gebracht. Weil für diese Fläche aber kein monetärer Wert angegeben war, schob das Kommunalamt dem Ganzen einen Riegel vor. Jetzt beginnen die Verhandlungen von vorne.

Selten war es bei einer Sitzung im Dotternhausener Rathaus so still wie am Mittwochabend. Wolfgang Wochner, stellvertretender Bürgermeister, hatte seinem Gremium und den zahlreichen Zuhörern vorgetragen, warum das Kommunalamt kein grünes Licht zur Unterschrift des 12. Zusatzvertrags gegeben hat.

Keine Unterschrift, kein Vertrag

Die Gemeinde hätte damit die gesamte Plettenberghochfläche dem Zementwerk Holcim für Ausgleichsmaßnahmen überlassen. Ohne geldwerten Vorteil, und genau daran störte sich die Aufsichtsbehörde, die von der Gemeinde verlangte, einen Wert für diese Fläche zu benennen. „Was also machen wir?“ fragte Wochner in die Runde und erntete – zunächst – Schweigen.

Otto Scherer schließlich war es dann, der eben jene Stille brach. Und ein bisschen weiter ausholte. Dass der Antrag auf die Süderweiterung zum 30. April des Jahres hätte erteilt werden können, wovon das vorherige Gemeinderatsgremium ausgehen musste, sei völlig illusorisch gewesen, sagte er. „Bis heute sind die Antragsunterlagen von Holcim ja noch nicht komplett“, erklärte er.

Die Bremse des Kommunalamts jedoch sei die Chance, neu mit Holcim zu verhandeln. „Wir können jetzt die Ausgleichsflächen und ihren Wert festlegen“, so Scherer. Die Gemeinde sei so vor finanziellem Schaden bewahrt worden.

Das Zementwerk zeigt sich offen für Verhandlungen

Damit sei auch das Zementwerk grundsätzlich einverstanden, erklärte Wolfgang Wochner, der positive Signale aus einem Gespräch mit Werksleiter Dieter Schillo mitgenommen hat. Immerhin fließe die in dem noch nicht gültigen Vertrag vereinbarte Pachtgebühr auch weiterhin.

Dass Holcim zwar um den Grund der Nichtunterzeichnung weiß, das Schreiben mit der Begründung des Kommunalamts jedoch nicht vorliegen habe, störte Gemeinderätin Elisabeth Menholz gewaltig. „Holcim ist unser Vertragspartner, er hat ein Recht darauf, das Vertragshindernis genau zu kennen“, formulierte sie es. „Ein Gebot der Fairness“, fand auch Ilse Ringwald.

Ein neuer Vertrag muss her

Georg von Cotta hingegen wollte der Argumentation nicht recht folgen. „Für uns bedeutet es doch ohnehin, dass wir neu verhandeln müssen“, sagte er.

Und genau das war auch das Ergebnis der kurzen Diskussion: Die Räte beauftragten ihren Vorsitzenden einstimmig, mit Holcim neue Verhandlungen aufzunehmen, bei denen das Interesse der Gemeinde umfassend berücksichtigt wird.

Ebenso schnell einigte sich das Gremium auf einen Messpunkt fürs geplante Bodenmonitoring. Als Standort für die Depositionsmessung entschieden sich die Räte fürs Ende des Wohngebiets Brühl-Kreuzwiesen in Richtung Roßwangen. „Wo genau die Messstation dann hinkommt, entscheidet ohnehin die Dekra“, erklärte Georg von Cotta. Die Referenzfläche soll außerdem nicht nach Dormettingen, sondern außerhalb der Windrichtung und in fünf Kilometer Entfernung zum Zementwerk festgelegt werden. Außerdem fordern die Räte, zusätzlich zu den üblichen Schadstoffen auch nach Dioxinen, Furanen und Benzoapyren zu suchen.

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