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Albstadt

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt im Blick: Albstadtwerke-Azubis gehen neue Wege

21.10.2019

von Hans Raab

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt im Blick: Albstadtwerke-Azubis gehen neue Wege

© Hans Raab

Die "AlbZubis" Adrian Müller, Marco Pizzo, Süleyman Mutlu, Marketingleiterin Stefanie Burggraf, Projektbetreuerin Katja Heinemann (von links) stehen vor dem neu entstandenen Biotop.

Die neun Auszubildenden der Albstadtwerke befassen sich in diesem Jahr neben ihrer beruflichen Ausbildung mit dem Insektensterben und der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich. Ein verfehltes Thema, das eigentlich nichts mit den beruflichen Inhalten der technischen und kaufmännischen „AlbZubis“ – wie sie sich gerne selbst nennen – zu tun hat? Nein, betont Stefanie Burggraf von der Marketingabteilung der Albstadtwerke, und verweist auf die Vorbildfunktion und die Vorreiterrolle ihres Betriebes in Sachen Umwelt- und Klimaschutz.

Seit 2013 finanzieren die Albstadtwerke über den sogenannten Regio-Cent, den die Bezieher des Regiostroms pro Kilowattstunde bezahlen, Umweltprojekte in Albstadt, Winterlingen und Bitz.

Bisher wurden diese immer vom NABU Albstadt umgesetzt, unter anderem der Schwalbenturm in Margrethausen, der Umbau eines Hochbehälters zu einem Fledermausquartier, der Erhalt von Sreuobstwiesen, Unterstützung von Schulen bei der Umsetzung von Naturthemen und nicht zuletzt mit der Aktion „Blühendes Albstadt“.

Der Name „Unsere Heimat blüht 2.0“ ist Programm

Und genau daran knüpft das diesjährige Albstrom-Regio-Projekt an und läuft unter dem Namen „Unsere Heimat blüht 2.0“. Zum ersten Mal ist dabei nicht der NABU federführend, sondern die Albstadtwerke selbst haben sich den Erhalt der Insektenwelt und der Wiesenblumen auf die Fahnen geschrieben.

Das soll aber nicht heißen, dass der NABU außen vor sei: Zusammen mit der Baumschule Christian Schlegel und Manfred Abt vom demeterzertifizierten Dreilindenhof in Straßberg brachten sich die Fachleute des Naturschutzverbandes beratend und unterstützend ein.

Fotostrecke
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Eindrücke von der Projektpräsentation: die Partner Manfred Abt (Dreilindenhof), Marketingleiterin Stefanie Burggraf, Projektbetreuerin Katja Heinemann, NABU-Mitvorstand Gerhard Layh.

© Hans Raab

Eindrücke von der Projektpräsentation: "AlbZubis" zusammen mit Partnern und Albregio-Stromkunden.

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Eindrücke von der Projektpräsentation: Das Vorhaben wurde im Wasserwerk Albstadt vorgestellt.

© Hans Raab

Das Projekt wurde dieser Tage nicht ohne Grund im Wasserwerk Albstadt vorgestellt. In dessen unmittelbarer Nähe befindet sich nämlich die Fläche, die von den jungen Leuten im wahrsten Sinn des Wortes beackert wurde – logischerweise vieles in Handarbeit, Maschinen mit schädlichem Treibstoff durften wegen des dortigen Wasserschutzgebietes nicht eingesetzt werden.

Drei der Auszubildenden, allesamt im vierten Lehrjahr, stellten den Werdegang der Arbeiten in einer Präsentation sehr anschaulich dar. Dabei wechselten sich Süleyman Mutlu, Adrian Müller und Marco Pizzo in kurzen Redebeiträgen ab und gingen auf die Frage ein, warum das Ganze überhaupt angegangen wurde.

Zunächst stand intensive Auseinandersetzung mit dem Thema auf dem Plan

Klar, dass hier auf die Vorgehensweise der Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden und dem zu häufigen Mähen eingegangen wurde. Es soll mit der Anlage eines 120 Meter langen und sechs Meter breiten Geländestreifens entlang des bestehenden Zauns gezeigt werden, dass durch die Aussaat einer Blumen- und Gräsermischung sich zumindest dort Wildbienen und andere Insekten wohl fühlen können.

Vor der eigentlichen Arbeit hatten sich die drei zusammen mit ihren Mit-Auszubilden Annina Christin Müller, Lena Stoll, Tolga Bayrak, Mario Pejic, Raphael Schmidt und Jeannette Wilkanowski die Zusammenhänge und gegenseitigen Abhängigkeiten in den nicht einfachen Naturprozessen angeeignet.

Im Fokus: Der Natur etwas Gutes tun

Hilfreich zur Seite stand ihnen Projektleiterin Katja Heinemann, eine junge Mitarbeiterin, die mit freudig glänzenden Augen vom erfolgreichen Zusammenarbeiten der Azubis berichtete.

Nein, es sei nicht so wichtig, jeden Grashüpfer und jede Wildbiene vom Namen her zu kennen, sondern im Vordergrund habe das Tun für die Natur gestanden und steht es auch immer noch.

Nach dem Ausbringen des Saatgutes auf das von Manfred Abt zuvor gegrubberten Feld geht das Projekt nämlich weiter. An den Rändern wurden die von Hand herausgelesenen Steine zu Haufen geschichtet. Dort sollen sich Eidechsen, vielleicht auch Schlangen ansiedeln.

Der Plan ist, das Projekt von Azubigeneration zu Azubigeneration fortzuführen

Im Raum steht auch der Bau einer Wildbienennisthilfe. Letztendlich wird die Pflege des entstandenen Biotops nie ein Ende finden, deshalb soll es gewissermaßen von der jeweiligen Azubigeneration an die nächste „vererbt“ werden.

Nicht zuletzt soll eine Art Lehrpfad entstehen, der von dem vorbeiführenden Weg aus von der Bevölkerung bewundert werden kann. Der vorhandene Zaum schützt die Tier- und Pflanzenwelt vor Eingriffen.

In Teamarbeit zum Ziel

Und ganz zum Schluss wurden zwei Aspekte genannt, die wirklich das Tüpfelchen auf dem i sind: Zum einen wuchs die Azubischar der Albstadtwerke durch die Arbeit zu einer Gemeinschaft zusammen, werden sie doch ansonsten an unterschiedlichsten Stellen ausgebildet und kommen teilweise kaum miteinander in Berührung.

Zum anderen hoffen alle Beteiligten, dass das nachhaltige Wirken für die Natur nicht alleine auf die Albstadtwerke beschränkt bleibt, sondern viele Nachahmer findet und viele Betriebe bereit sind, auf diese Art und Weise ein Bewusstsein für Natur und Umwelt zu fördern, nach dem Motto: „Betriebe, schafft ein, zwei, viele Biotope.“

Mit Leuten wie den neun Auszubildenden und einer sehr engagierten „Leithenne“ wie Katja Heinemann dürfen die Albstadtwerke gerne Werbung bei anderen Firmen, Vereinen oder auch den Kirchen betreiben.

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