Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Geislingen

Mit Spritze und Schleifer am Binsdorfer Stadtbrunnen: Haarriss in Gussplatte wird abgedichtet

25.06.2020

Von Rosalinde Conzelmann

Mit Spritze und Schleifer am Binsdorfer Stadtbrunnen: Haarriss in Gussplatte wird abgedichtet

© Rosalinde Conzelmann

Das Restauratoren-Ehepaar Laberini Labropoulou-Blumer und Rolf-Dieter Blumer dichten den Haarriss im Brunnen ab.

Am Donnerstag wurde ein neues Kapitel im Binsdorfer „Brunnen-Drama“ aufgeschlagen: Die von einem Fachmann in Wangen reparierte Gussplatte, durch die sich ein Haarriss zieht, wird von Expertenhand repariert.

Laberini Labropoulou-Blumer und ihr Ehemann Rolf-Dieter Blumer haben ein Händchen für diffizile Arbeiten. Das Restauratoren-Ehepaar aus Weiler in den Bergen in Schwäbisch Gmünd arbeitet seit Donnerstag in Binsdorf unter freiem Himmel – auf dem neuen, schönen Dorfplatz. Ein Sonnenschirm schützt sie vor der Sonne.

Die Reparatur ist nicht zu beanstanden

Sie schließen den Haarriss, der sich, wie schon im ZAK berichtet, durch die reparierte Gussplatte des Stadtbrunnens zieht. Die Reparatur sei fachmännisch ausgeführt worden, betont Blumer.

Mit Spritze und Schleifer am Binsdorfer Stadtbrunnen: Haarriss in Gussplatte wird abgedichtet

© Rosalinde Conzelmann

So sieht der Riss von innen aus. Restaurator Rolf-Dieter Blumer hat die Innenfläche abgeschliffen.

Der Schlosser habe sauber gearbeitet und die Reparatur perfekt ausgeführt, bescheinigt der Restaurator. Die gusseiserne Platte hatte sich leicht verzogen, nachdem ein Traktoranhänger im vergangenen Jahr versehentlich darauf geprallt war. Seither ist der Brunnen leer und die Reparatur beschäftigt die Stadt, die Versicherung und das Denkmalamt.

Es kommt eine Manschette drauf

Dass sich nach den Schweißarbeiten dennoch ein Entlastungsriss aufgrund von Spannungen gebildet habe, sei nicht beeinflussbar. „Wir machen jetzt ein Manschette drauf, die auf der Oberfläche verklebt wird“, beschreibt Blumer seine Vorgehensweise.

Es braucht eine ruhige Hand

Nach dem Abschleifen streicht er von innen einen hochindustriellen Anstrich aus Polyurethanen auf. Ein Vorgang, der mehrfach wiederholt wird. Seine Frau verfüllt den Riss von außen mit einer Spritze, die mit einem flüssigen Korrosionsschutzmittel gefüllt ist.

Die Anstriche müssen gut austrocknen. Erst dann kann der Trog wieder mit Wasser befüllt werden. Bis in einem Jahr wird auch die reparierte Innenseite mit dem geschlossenen Haarriss mit einer Kalkschicht überzogen sein. „Das ist ein guter Schutz für die Eisenplatte“, sagt Blumer.

Die Restauratoren sind zuversichtlich, dass der rund 180 Jahre alte, denkmalgeschützte Brunnen nächste Woche endlich wieder plätschern wird und das Drama damit ein Ende hat.

Die Stadt fühlt sich als die Geschädigten

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch hatte Stadtrat Gerhard Mozer erneut nachgefragt. „Wir haben uns das nicht ausgesucht und sind die Geschädigten“, stellte Bürgermeister Oliver Schmid klar. Das Stadtbauamt springe seit Monaten der Maßnahme hinterher.

Diesen Artikel teilen: