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Stetten a.k.M.

Mit Humor und Herzblut: Eintauchen in die Historie einer besonderen Gemeinschaft

22.09.2019

Von Susanne Grimm

Mit Humor und Herzblut: Eintauchen in die Historie einer besonderen Gemeinschaft

© Picasa

Der Auftritt von Poesie und Habermus war einer der Höhepunkte der Jubiläumsfestlichkeiten.

Mit einem Festakt in der Glashütter Alpenblickhalle hat Stettens kleiner Ortsteil Glashütte sein 550-jähriges Bestehen gefeiert.

Mit einem Festakt in der Glashütter Alpenblickhalle hat Stettens kleiner Ortsteil Glashütte sein 550-jähriges Bestehen gefeiert. Ein informatives und unterhaltsames Programm umrahmte die Ansprachen von Ortsvorsteherin Alexandra Beer und Bürgermeister Maik Lehn.

Nagelneue Fahne mit dem Glashütter Wappen

Dieser hatte im Vorfeld der Ortsvorsteherin eine nagelneue Fahne mit dem Glashütter Wappen in den Ortsfarben Gelb-Rot überreicht, die beim Umzug am Sonntag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden ist.

Mit Humor und Herzblut: Eintauchen in die Historie einer besonderen Gemeinschaft

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Bürgermeister Maik Lehn und Ortsvorsteherin Alexandra Beer mit Chronik vor der neuen Fahne.

Alexandra Beer zeigte sich in ihre Rede „dankbar und stolz, Ortsvorsteherin von Glashütte zu sein“.

Liebenswürdige Glashütter

Vor 20 Jahren sei sie mit ihrer Familie zugezogen und hatte zunächst befürchtet, in so einem kleinen Dorf ewig die „Rei‘gschmeckte“ zu sein. Doch die Offenheit und Liebenswürdigkeit der Glashütter habe ein Fremdgefühl gar nicht erst aufkommen lassen.

Respekt für den engagierten Einsatz zum Fest

„Nach kurzer Zeit wusste ich, hier bin ich zuhause“, sagte sie mit sichtlicher Bewegtheit. Die Ortsvorsteherin und der Bürgermeister zollten den rund 350 Einwohnern Glashütte Respekt und Anerkennung für deren engagierten Einsatz, dieses Fest möglich gemacht zu haben.

Alexander Ruf hat sich ins Zeug gelegt

Insbesondere Alexander Ruf von der örtlichen Glasbläserzunft habe seit gut einem Jahr fast nichts anderes mehr getan, als die Geschichte Glashüttes zu recherchieren, hatte Aufrufe an die älteren Bürger des Ortes nach Informationen und alten Fotos gestartet, im Kreisarchiv in Sigmaringen nach Hinweisen gesucht und anderes mehr.

Historische Gegebenheiten humorvoll kommentiert

Ein Teil dieser Arbeit ist am Festabend in Form einer Präsentation gezeigt und von Christian Szofer, Zunftmeister der Glasbläserzunft und Alexander Ruf kommentiert worden. Wobei Letzterem das Eintauchen in die Historie des kleinen Ortes mit viel Herzblut deutlich anzumerken war, wusste er doch manche Gegebenheit humorvoll zu interpretieren.

Ein Buch zum großen Jubiläum

So bezeichnete er beispielsweise die nur einige Jahre dauernde Episode, in der das badische Glashütte dem Württembergischen zugeschlagen wurde, augenzwinkernd als „einzigen dunklen Fleck“ in der Historie des Ortes. Die erarbeiteten Ereignisse wurden in einem Buch zusammengefasst und am Festabend dem Publikum vorgestellt.

Ein großes Dankeschön an das „Zugpferd“

Bürgermeister Lehn war der Erste, der aus den Händen der Ortsvorsteherin diese bemerkenswerte Chronik erhielt.

Mit Humor und Herzblut: Eintauchen in die Historie einer besonderen Gemeinschaft

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Ortsvorsteherin Alexandra Beer ehrt Alexander Ruf für seine Recherchen im Rahmen des Jubiläums.

Alexander Ruf, der als „Wegbereiter, Zugpferd“ und letztlich auch als Dorfhistoriker „alles dafür getan, dass dieses Wochenende unvergesslich bleiben wird“, so Beer, erhielt als Anerkennung ein Trikot und ein Ticket zum Spiel seines Lieblingsvereins.

Historische Glasscherben für die Gäste

Ein besonderer Glanzpunkt des Abends war die Verteilung eines einmaligen Geschenks an alle Anwesenden: Eine aufgearbeitete Glasscherbe, die bei Erdarbeiten dort gefunden worden sind, wo ehemals die Hüttenwerke gestanden haben. Volker Beck, Mitglied der Glasbläserzunft, hatte sich der Jahrhunderte alten Relikte der früheren Glasmacher angenommen, sie poliert und auf ein dekoratives Holzstück platziert.

Ein echtes Unikat für jeden Haushalt

Natürlich signiert und mit Datum versehen. „So hat jeder ein echtes Unikat Glashütter Geschichte daheim“, sagte die Ortsvorsteherin. Den grandiosen Abschluss des Abends bildete der Auftritt der örtlichen Mittelaltergruppe „Poesie und Habermus“ mit Glashüttes ehemaligem Ortsvorsteher Jürgen Riester an der Spitze.

Unbändige Lebensfreude auf der Bühne

Die Gruppe, die sich aufgrund ihrer hinreißenden Darstellungskraft und fulminanter Spiel- und Sangesfreude weit über die Grenzen von Stetten am kalten Markt einen Namen gemacht haben, sprengten auch diesmal mit sprühender Lebendigkeit, schlagkräftigem Humor, spitzfindigem Witz und unbändiger Lebensfreude die Grenzen üblicher Laienauftritte.

Mit Humor und Herzblut: Eintauchen in die Historie einer besonderen Gemeinschaft

© Picasa

Poesie und Habermus hieß die Gruppe, die die Besucher in der Halle begeisterte.

Eine weitere Besonderheit war der Auftritt des eigentlich nicht mehr existenten gemischten Chors.

Gänsehautfeeling bei „Teure Heimat“

Eigens zu diesem Anlass haben sich eine Handvoll Sängerinnen und Sänger zusammengetan, um ihren Ort mit Gesang zu ehren. Echtes Gänsehautfeeling löste dabei das mehrstimmig gesungene Lied „Teure Heimat“ nach der Melodie des Gefangenenchores aus der Verdie-Oper „Nabucco“ aus.

Über den Umzug am Sonntag wird noch berichtet.

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