Handball

Leistung stimmt, Ergebnis nicht: HBW Balingen-Weilstetten kassiert knappe Derby-Niederlage

24.02.2024

Von Marcus Arndt

Leistung stimmt, Ergebnis nicht: HBW Balingen-Weilstetten kassiert knappe Derby-Niederlage

© Moschkon

Gegen die Löwen ging der HBW am Samstagabend leer aus.

In der Spätschicht am Samstagabend riss die Mini-Serie des Balinger Handball-Bundesligisten. Mit 31:33 (17:18) unterlag das schwäbische Schlusslicht den Rhein-Neckar Löwen. Die „Gallier“ hatten erneut die Möglichkeit, zu punkten.

„Ich bin irgendwie zufrieden“, sinnierte Jens Bürkle, „nicht aufgrund des Ergebnisses, aber aufgrund der Leistung, welche wir gezeigt haben.“ Ohne Zweifel: Der Aufsteiger spielte auf Augenhöhe mit dem DHB-Pokalsieger aus Mannheim, holte nach der Pause einen 19:22-Rückstand (37. Minute) noch auf, packte aber in der finalen Spielsequenz nicht richtig zu.

Die Mannheimer wackelten beim Balinger Ausgleich (27:27/ 50.). „Mit zwei Ballgewinnen in der Abwehr drehen wir das Spiel“, analysierte Löwen-Dompteur Sebastian Hinze und sein HBW-Konterpart ergänzte: „Bei so einem engen Spielstand müssen wir ein paar freie Bälle mehr setzen. Die Chancen hatten wir, haben sie aber nicht genutzt – und das war am Ende mitentscheidend.“

Immer wieder robbte sich der Tabellenletzte, der im ersten Durchgang einen 10:7-Vorteil (14.) zu schnell verspielte, heran. 120 Sekunden vor Spielende verkürzte Leo Prantner noch einmal: zum 30:31. Jannik Kohlbacher mit seinem achten Treffer und David Móré schraubten schließlich den Deckel drauf. Viele Dinge seien sehr gut gewesen, fand Bürkle, „aber wir haben es nicht geschafft, eine stabile Abwehr zu stellen.“

Vorsprung schnell verspielt

Die Defizite in der Defensive kaschierten die Schwaben in der Anfangsphase noch – auch weil die Mannheimer im stehenden Angriff zunächst wenig anboten. Bitter für die Balinger, dass Filip Vistorop einen Siebenmeter in Unterzahl drüber setzte (7.). Nikola Grahovac ließ aus der Nahdistanz die nächste Möglichkeit liegen – und der Ex-Meister legte erstmals vor: beim 3:4 (9.). Der HBW konterte kühl, stellte nach knapp 15 Minuten auf plus Drei.

Hinze drückte auf die Bremse und den Buzzer. Seine einminütige Ansprache zeigte Wirkung – und binnen 120 Sekunden war die Balinger Führung weg (10:10/16.). Die Gelbhemden blieben am Drücker, hatten beim 10:12 den Daumen drauf (18.). Den Rückstand korrigierten die Schwaben unaufgeregt mit einem 3:0-Lauf (13:12/ 22.). Zur Pause lagen allerdings die Quadratestädter hauchdünn vorne: mit 18:17.

An die Grenze gegangen

Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Mannheimer die besseren Lösungen, waren immer über den Kreis, über Kohlbacher erfolgreich (17:20 /33.). Prantner hielt den Aufsteiger im Spiel – aber richtig rund lief beim Kreisstadt-Klub nicht. Der kam ganz schlecht aus der Kabine, ließ sich jedoch nicht abschütteln (20:22/38.). Der HBW hielt dagegen, egalisierte (23:23/41.). Auf Augenhöhe marschierten die beiden Mannschaft in Richtung Crunchtime. Die Löwen – angeführt von DHB-Star Juri Knorr – verteidigten den knappen Vorteil (25:27/46.).

Neuneinhalb Minuten vor der Schlusssirene justierte Bürkle noch einmal nach. „Bringt die Bälle auf das Tor“, forderte der Sportwissenschaftler. Das gelang nicht immer – trotzdem war noch alles drin (29:30/55.). Aber es reichte nicht – auch das Sieben-gegen-Sechs in den letzten Minuten griff nicht. „Nichtsdestotrotz: die Mannschaft kämpft, die Mannschaft beißt, die Mannschaft lebt“, betonte der Balinger Trainer, „und das schon die gesamte Runde. Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, weil wir wieder an die Grenze gegangen sind.“

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