Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Menschen aus dem Zollernalbkreis plädieren wegen des Coronavirus auf die Solidarität

20.03.2020

von Redaktion

Menschen aus dem Zollernalbkreis plädieren wegen des Coronavirus auf die Solidarität

© Pascal Tonnemacher

Die Menschen im Zollernalbkreis sind wegen des Coronavirus besorgt. Panik haben sie jedoch noch keine.

Der Coronavirus ist in aller Munde. Medien berichten pausenlos davon, in den Läden sind die Regale leer und in der Innenstadt sind vereinzelt Menschen mit Mundschutz zu sehen. Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Landesregierung beschlossen, Einrichtungen und Geschäfte in großem Umfang zu schließen. Wir haben uns umgehört, wie die Menschen aus dem Zollernalbkreis mit der aktuellen Situation umgehen.

Kerstin Späth, Ratshausen: „Wir fühlen uns im Privaten noch nicht beeinträchtigt, aber wir machen uns natürlich auch Gedanken. Wir halten die Hygienemaßnahmen ein und es geht immer nur noch einer aus der Familie zum Einkaufen. Unsere sozialen Kontakte haben wir stark eingeschränkt, das heißt, wir bleiben einfach zuhause. Panik haben wir keine und wir finden die Maßnahmen, die jetzt umgesetzt werden, sehr sinnvoll. Für Eltern mit Kinder ist die Situation schwierig, wir haben aber bereits erwachsene Kinder. Hamsterkäufe haben wir keine gemacht, trotzdem: Es ist in der augenblicklichen Situation Vorsicht geboten.“

Pfarrer Bernd Hofmann, Rosenfeld: „Wichtig ist, dass niemand im Stich gelassen wird und wir vertrauensvoll bleiben. Wir haben ein Hilfsangebot eingerichtet, das Eltern mit Kindern oder ältere Mitbürger unterstützen soll. Wir als Kirchengemeinde versuchen, Hilfe zu organisieren und bieten betroffenen Menschen an, dass Einkäufe für sie übernommen werden oder stundenweise Kinder betreut werden. Der radikale Verzicht ist eine vernünftige, besonnene Maßnahme, damit nicht zu viele gleichzeitig erkranken und dann Krankenhäuser nicht mehr alle Schwerkranken behandeln könnten. Es ist Nächstenliebe insbesondere unseren alten Menschen gegenüber.“

Ursula Teufel, Albstadt: „Ich finde, man sollte gerade jetzt eigenverantwortlich handeln. Jeder von uns kann sich mal ein paar Wochen selbst beschränken und auf einiges verzichten, damit man sich und andere nicht gefährdet. Kürzlich habe ich meine Geburtstagsfeier mit meinen Freunden bei uns zu Hause abgesagt. Das ist zwar schade, aber für mich eine logische Entscheidung in der momentanen Situation. Um die heimische Gastronomie in dieser Zeit zu unterstützen, haben wir schon den spontan eingerichteten Liefer- bzw. Abholservice genutzt. Meine berufliche Tätigkeit kann ich zudem jederzeit von zu Hause ausüben, da unser ganzes Team für eine Homeoffice-Tätigkeit ausgerüstet ist.“

Heiko Peter und Gudrun Melle, Albstadt: „Wir als Familie bemühen uns, die Sozialkontakte auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Dabei geht es uns weit weniger um uns selbst als vielmehr um die Mitmenschen, die zur so genannten ‚Risikogruppe‘ zählen. Diese muss man nun schützen. Ansonsten sind wir recht entspannt, tätigen keine Hamsterkäufe und kaufen auch Toilettenpapier nur in gesellschaftlich vertretbaren Mengen. Man muss nun allgemein einfach mal für einige Wochen die Füße stillhalten, dann bekommt man die Situation schon in den Griff.“

Jacqueline Klink, Endingen: „Arg viel ändert sich in Zeiten von Corona für mich nicht, aber es betrifft mein Studium. Einerseits wird der Semesterbeginn verschoben, das heißt, dass es länger in den Sommer hinein geht. Andererseits wurde eine Exkursion von uns abgesagt, wir wären vom 26. April bis zum 3. Mai nach Lettland und Estland gereist. Das finde ich natürlich schade. Wir müssen nun Zusatzleistungen ablegen, damit die fehlende Exkursion ausgeglichen wird. Das ist doof, aber nötig.“

Sina Kohle, Balingen: „Ich versuche, mich durch die vielen Berichte in den Medien nicht in Panik versetzen zu lassen. Dennoch tue ich alles, was empfohlen wird, wie etwa keine Begrüßungen durch Körperkontakt, Hände gründlich waschen, Menschenmassen vermeiden und dergleichen. Die Entwicklung ist rasant genug und jetzt gilt es, die Verbreitung so gut wie möglich zu verhindern oder zu verlangsamen. Das ist nicht nur in meinem Interesse, sondern im Interesse der Gemeinschaft. Leider muss ich feststellen, dass der Funke immer noch nicht überall übergesprungen ist – jedenfalls nicht so schnell wie das Virus.“

Alfred Sauter, Meßstetten: „Die ganze Sache sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Panikmache ist meines Erachtens jedoch fehl am Platz. Es gilt momentan einen kühlen Kopf zu bewahren und den Anweisungen der Spezialisten Folge zu leisten.“

Rebekka Robnig, Meßstetten: „Ich versuche soweit es geht, ‚normal‘ weiterzuleben, gehe aber mit dem notwendigen Ernst durch meinen Alltag. Hamstereinkäufe habe ich keine gemacht. Außerdem meide ich große Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen und gehe einkaufen, wenn weniger Leute unterwegs sind. Aktuelle Informationen hole ich mir täglich auf der Seite des Robert-Koch-Institutes. Hysterie und Panikmache sind völlig fehl am Platz.“

Diesen Artikel teilen: