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Zollernalbkreis

Melifera-Appell zum Weltbienentag: Jeder kann Lebensräume für kleine Bestäuber schaffen

18.05.2020

Melifera-Appell zum Weltbienentag: Jeder kann Lebensräume für kleine Bestäuber schaffen

© Privat

Ein Herz für Bienen und Hummeln.

Eine Welt ohne Bienen? Undenkbar! Zum Weltbienentag am morgigen Mittwoch lädt der Rosenfelder Verein Mellifera alle Insektenfreunde ein, sichtbare Zeichen für kleine Bestäuber zu setzen. Und das eigene Lebensumfeld bienengerechter zu gestalten.

In Deutschland sank in den vergangenen 30 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um 75 Prozent. Dieses Ergebnis der sogenannten „Krefelder Studie“ sowie die Erkenntnisse aus weiteren Untersuchungen erschrecken. Dabei sind Bienen, Hummeln und Co. für unsere Ökosysteme unersetzlich. Und sie bestäuben einen Großteil unserer Nahrungsmittelpflanzen.

Bienen-Kunstwerke

„Nehmen Sie am Mittwoch ein paar Kreiden in die Hand und lassen Sie vor Ihrer Haustüre, in Ihrem Wohnviertel oder auf dem Marktplatz ein buntes Meer an Bienen und Blüten entstehen“, sagt Lydia Wania-Dreher, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei Mellifera. So könne am Weltbienentag jeder die kleinen Tierchen in den Fokus rücken und auf sie aufmerksam machen. Wer möchte, darf ein Foto seines bunten Bienen-Straßenbildes per E-Mail an redaktion@mellifera.de senden. Es wird dann zusammen mit allen anderen Einsendungen als Blogartikel auf der Vereinswebseite erscheinen.

Bienenfreundliche Umgebung schaffen

„Doch nicht nur an dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltbienentag sollten wir an Bienen, Hummeln und Co. denken“, so Lydia Wania-Dreher. Jeder könne etwas tun. So können Fensterbänke, Balkone und auch kleine Gärten mit bienenfreundlichen – also reichlich nektar- und pollenspendenden – Pflanzen bestückt werden. Diese sollten möglichst heimischer Art sein und keine hochzüchteten gefüllten Blüten aufweisen, weil die Bestäuber sonst mit ihnen nichts anfangen können.

Für den der etwas mehr Platz hat, hat Geoökologin Marie Holler vom „Netzwerk Blühende Landschaft“ – eine von Melliferas Initiativen – noch mehr Tipps. „Schaffen Sie unterschiedlichste Kleinstrukturen wie offene Mauerspalten, Totholzhaufen, kleine Wasserstellen, unbefestigte Wege oder kleinere sandige Offenbodenstellen.

Futterinseln aussparen

Für viele Bestäuber sind diese Strukturen ein wichtiger Teil ihres Lebensraums“, rät Marie Holler. Und beim Mähen ist weniger mehr. Intensiv genutzte Bereiche sollten, wenn möglich, etappenweise gestutzt werden. Das Mähgut sollte immer abtragen werden, sodass nachwachsende, blühende Kräuter unter dem Mulch nicht „ersticken“. Die Tierwelt freut sich, wenn zwischendrin immer wieder „Futterinseln“ ausgespart werden.

Mähen, aber ökologisch

Dazu zählen zum Beispiel auch Bereiche mit Brennnesseln, denn sie sind ein wichtiger Eiablageplatz und Raupenfutter für mindestens 30 Schmetterlingsarten. Mäßig betretene Wiesen sollten ab Mitte Mai bis spätestens Mitte Juni gemäht werden (zur Blütezeit der Margerite). Ein zweiter Schnitt kann ab August nach Bedarf erfolgen. „Durch das gestaffelte Mähen mit konsequentem Mähgutabtrag kommen viele Pflanzenarten noch(mal) zum Blühen und zur Samenreife. Insekten haben so vom Ei, über die Larve bis zum geschlechtsreifen Adultstadium Lebens- und Nahrungsraum“, weiß Marie Holler.

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