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Schömberg

Mehrere Anlieger sind sauer: Wird die Schömberger Eisenbahnstraße zu schmal?

19.09.2019

Von Daniel Seeburger

Mehrere Anlieger sind sauer: Wird die Schömberger Eisenbahnstraße zu schmal?

© Klaus Irion

Anlieger in der Eisenbahnstraße sind nicht damit einverstanden, dass die Straße enger werden soll.

Einige Anwohner der Schömberger Eisenbahnstraße sind sauer. Richtig sauer. Am Mittwoch waren vier von ihnen bei der Gemeinderatssitzung. Ihre Straße, die man gerade saniert, wird ihnen zu schmal.

„Wir waren überrascht, dass die Straße enger werden soll“, erklärte ein erboster Anwohner. In den vorausgegangenen Gesprächen zwischen Anliegern und Stadtverwaltung sei lediglich gesagt worden, dass der Gehweg auf der einen Seite schmaler und dafür der Gehweg auf der anderen Seite breiter werden solle.

Jetzt allerdings gebe es auf jeder Seite einen 25 Zentimeter breiten Streifen zwischen Gehweg und Hecke. „Das gibt nur eine Sauerei“, so der Hauseigentümer, „man müsste jeden Tag den Gehweg reinigen“.

Gespräche haben stattgefunden

Eine weitere Anliegerin wollte wissen, weshalb die Straße überhaupt enger gemacht werde. Sie sehe absolut keine Notwendigkeit dafür. Eine weitere Bürgerin bemängelte, dass man nicht rechtzeitig über die Maßnahme informiert worden sei. „Weshalb hat man nicht mit uns gesprochen?“, führte sie aus.

Bürgermeister Karl-Josef Sprenger sagte den Anliegern zu, sich nochmals mit der Angelegenheit zu befassen. Die beidseitigen 25-Zenitmeter-Streifen könnten beispielsweise bepflanzt oder bepflastert werden. Die Planung sei von einem Planungsbüro erstellt und danach öffentlich beraten und im Gemeinderat verabschiedet worden. Mehrmals wies der Bürgermeister darauf hin, dass die Angelegenheit nicht im stillen Kämmerlein beschlossen worden ist.

Hecken und Mäuerchen sind im Weg

Man sei immer von einer Straßenbreite von 6,50 Meter ausgegangen, so Stadtbaumeisterin Anke Holtz, da es mit der ursprünglichen Straßenbreite von sieben Metern Probleme mit den Hecken und Mäuerchen der Grundstücke gegeben habe. Sie verwies darauf, dass es Anlieger gibt, die einen Eingriff in ihr Grundstück nicht akzeptieren würden.

Und dazu kann es durchaus kommen, folgt man der Argumentation der Stadt. Denn bleibe es bei der ursprünglichen Straßenbreite, müssten wohl einige Hecken und Abgrenzungsmäuerchen entfernt werden – und der Stützbeton der Randsteine auf den Grundstücken der Anlieger angebracht werden.

Stadt: Nicht alle Anlieger ziehen am selben Strang

Aber gerade hier würden nicht alle Anlieger mitziehen. Unterschiedliche Fahrbreiten seien aber nicht möglich, so Karl-Josef Sprenger. Für die Stadtverwaltung sei klar, dass man eine Lösung finden müsse, die für alle Anlieger annehmbar sei.

Die Eisenbahnstraße ist eine breite Durchgangsstraße mit viel Begegnungsverkehr. Hier fahren unter anderem Busse zum Schulzentrum, außerdem befinden sich die Sporthallen und die Stauseehalle im unmittelbaren Umfeld. Vor allem auch aus diesem Grund sehen die anwesenden Anwohner eine Notwendigkeit, die ursprüngliche Straßenbreite zu belassen.

Probleme mit Hochwasser

Bürgermeister Karl-Josef Sprenger wies auf eine weitere Problematik hin. Man habe in diesem Bereich massiv mit Hochwasser zu kämpfen. Es seien auch schon Keller vollgelaufen. „Dieser Aspekt geht hier etwas verloren“, führte er aus. Die Intention bei der Planung sei gewesen, dass man in die privaten Grundstücke nicht eingreife – das sei bei einer ursprünglichen Breite der Straße nur schwer möglich.

Verblüffte Gemeinderäte

Einigermaßen verblüfft zeigten sich einige Gemeinderäte. „Wir dachten, wir tun etwas Gutes“, erklärte Frank Polich und kritisierte die Stadtverwaltung. Sie sei davon ausgegangen, dass die Anlieger das so wollen, sagte Kerstin Kipp. Wenn im Vorfeld Gespräche stattgefunden haben, sollten sich die Anlieger auch darauf verlassen können, führte sie aus.

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"Das gibt nur eine Sauerei, man müsste jeden Tag den Gehweg reinigen." Anlieger

"Weshalb hat man nicht mit uns gespochen?" Anliegerin

"Wir können aus dem Straßenverlauf keinen Zickzack-Kurs machen." Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

"Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden." Anliegerin

"Das wurde nicht im stillen Kämmerlein beschlossen." Bürgermeister Karl-Josef Sprenger

„Wir dachten, wir tun etwas Gutes." Gemeinderat Frank Polich

„Wir müssen mit den Bürgern mehr kommunizieren." Gemeinderat Walter Schempp

"Wenn im Vorfeld Gespräche stattgefunden haben, sollten sich die Anlieger auch darauf verlassen können." Gemeinderätin Kerstin Kipp

„Wir haben nicht in böser, sondern in bester Absicht gehandelt, um die Grundstücke zu schützen“, so Bürgermeister Sprenger. Frank Polich schlug vor, ein neues Meinungsbild bei den Anliegern einzuholen, die Kostensituation zu ermitteln und dann neu zu beraten und zu entscheiden. Sprenger wies einmal mehr darauf hin, dass bei einer breiten Lösung die Bordsteine weiterhin auf den Grundstücksgrenzen stünden und die Stützen auf den Grundstücken seien. Außerdem könne es zu Verzögerungen bei der Baumaßnahme kommen.

Gemeinderat Walter Schempp regte an, solche Angelegenheiten in Zukunft transparenter zu gestalten. „Wir müssen mit den Bürgern mehr kommunizieren“, so Schempp.

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