Balingen

Liebevoller Familienmensch und Koch mit Leib und Seele: Erwin Karl Feucht sen. ist tot

25.11.2023

Von Jasmin Alber

Liebevoller Familienmensch und Koch mit Leib und Seele: Erwin Karl Feucht sen. ist tot

© Privat

Erwin Karl Feucht sen. ist gestorben.

Er war das Gesicht der „Milchstube“ – Erwin Karl Feucht sen. ist im Alter von 91 Jahren gestorben

Er war in Balingen bekannt als Koch, zukunftsgerichteter Gastronom und vor allem als Mensch: Erwin Karl Feucht sen.

Mit der „Milchstube“ hat er vor Jahrzehnten ein vollkommen neues Gastronomiekonzept nach Balingen gebracht. Der Vollblutgastronom und liebevolle Familienvater ist am vergangenen Samstag im Alter von 91 Jahren friedlich eingeschlafen.

Sein Leben war erfüllt, bis kurz vor seinem Tod durfte er sich bester Gesundheit erfreuen, blickt sein Sohn Erwin Feucht jun. zurück. Er und seine Schwester Elke Biancu haben die Eltern immer fürsorglich erlebt – trotz deren arbeitsreicher Tage in der „Milchstube“.

Amerikanischer Stil in der Milchstube

Die Gastwirtschaft, ehemals „Gambrinus“, hat der gelernte Koch Erwin Karl Feucht sen. 1961 von seinen Eltern übernommen und die „Milchstube“ daraus gemacht. Und damit etwas komplett Neues nach Balingen gebracht. Der amerikanische Stil der Nachkriegsjahre spiegelte sich in der Einrichtung wider und statt Bier hat er Milch in vielen Variationen ausgeschenkt. Das kam an.

1972 wurde das Gebäude abgerissen und durch den Neubau ersetzt, in dem mittlerweile das „Time Out“ – geführt von Erwin Karl Feucht seniors Enkel – ist. Die Ruhetage der Wirtschaft waren immer Familientage, an denen Ausflüge unternommen oder Verwandte besucht wurden. „Wir waren ein Team“, sagt Sohn Erwin Feucht jun.

Auch im Ruhestand noch im Restaurant aktiv

Bis Anfang der 2000er-Jahre hat der nun Verstorbene in der Gastwirtschaft am Marktplatz selbst gewirkt, auch danach noch viele Jahre lang jeden Tag mitgeholfen: Er war es, der – obwohl eigentlich bereits im Ruhestand – morgens die Maschinen eingeschaltet, die Zeitungen in die Halterungen gespannt oder in der Stadt Besorgungen gemacht hat.

In der raren Freizeit hat Erwin Karl Feucht sen. früher gerne Reisen mit seiner Ehefrau Rita unternommen und neue Orte kennengelernt. Gepflegt hat er auch den regelmäßigen Kontakt zu seinen Freunden und Bekannten sowie den Gästen.

Viel Spaß hatte er als Genussmensch daran, mit Eiskreationen zu experimentieren und sich beispielsweise auf Messen in Amerika oder Italien, die mit anderen Mitgliedern des Milchgaststättenverbandes besucht wurden, neue Inspirationen zu holen. Was ihn ebenfalls auszeichnete: Er hat nie ein böses Wort gesagt – weder zur Familie noch zu seinen Mitarbeitern.

Der frühe und unerwartete Tod seiner Ehefrau Rita im Jahr 2002 war ein schwerer Schicksalsschlag für ihn. Jeden Tag, egal bei welchem Wetter, war er auf dem Balinger Friedhof an ihrem Grab. Eine große Freude waren ihm die fünf Enkelkinder und acht Urenkel. Sie alle waren mit ihrem (Ur-)Opa immer sehr eng verbunden. Das hat ihm besonders gefallen, sagt sein Sohn.

Die Trauerfeier ist am 6. Dezember in der Friedhofkirche.

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