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Legendäre Junkers F 13 kommt zum Flugplatzfest: Mutter der Tante Ju besucht das Degerfeld

17.08.2019

von Pressemitteilung

Legendäre Junkers F 13 kommt zum Flugplatzfest: Mutter der Tante Ju besucht das Degerfeld

© Prinzing

Eine Legende ist zu neuem Leben erwacht: Die F 13 mit dem Namen „Anneliese II“ kommt aufs Degerfeld. Sie ist aktuell das einzig flugfähige Exemplar der Maschine von Hugo Junkers.

Prominente Nachmeldung zum Flugplatzfest des Luftsportvereins (LSV) Degerfeld: Eine originalgetreue Replika der legendären Junkers F 13 kommt am Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, auf die Schwäbische Alb. Es ist derzeit die einzige flugfähige Maschine dieses Typs, die 1919 erstmals abhob und Luftfahrtgeschichte schrieb.

Die Junkers F 13, die exakt 100 Jahre alt wird, setzte seinerzeit Maßstäbe. Sie war das erste Verkehrsflugzeug in Ganzmetall-Bauweise. Die F 13 läutete damit die Ära der modernen Fliegerei ein. Aus Anlass des 100. Geburtstags starten die Junkers Flugzeugwerke AG eine Jubiläumstournee mit 20 Stationen in fünf europäischen Ländern, darunter das Degerfeld.

Erinnerung an einen Luftfahrtpionier

Höhepunkt soll der Besuch in Dessau (heute Sachsen-Anhalt) sein, wo die Geschichte der Junkers Flugzeugwerke einst begann, teilen die Junkers Flugzeugwerke AG mit Sitz in Dübendorf (Schweiz) mit. Damit will die Gesellschaft nach eigenen Angaben an den Luftfahrtpionier Hugo Junkers (1859-1935) erinnern und die Begeisterung für die historische Luftfahrt befeuern.

Hugo Junkers war Hochschullehrer, Forscher, Ingenieur und Unternehmer. 1895 gründete der in Dessau die Junkers Flugzeugwerk AG. Wenngleich der Name heute meist mit der legendären Ju 52 „Tante Ju“ in Verbindung gebracht wird, die zuletzt ebenfalls Gast auf dem Degerfeld war, bildete die F 13 einen Meilenstein in der Verkehrsfliegerei.

Erstmals zur zivilen Nutzung gebaut

Mit der Maschine, zusammen mit Chefkonstrukteur Otto Reuter entwickelt, wurde erstmals ein Passagier- und Frachtflugzeug zur rein zivilen Nutzung gebaut. Sie bot eine geschlossene Reisekabine, beheizt und mit Sesseln ausgestattet, für vier Passagiere und ein offenes Zwei-Mann-Cockpit.

Dem Piloten und seinem Bordmechaniker in der Kanzel wehte damit ständig der Fahrtwind um die Nase. Am 25. Juni 1919 hatte sie ihren Erstflug. Bereits am 13. September stellte sie einen Höhenweltrekord über 6750 Meter auf.

Material der Außenhaut ist ihr Markenzeichen

Bis zu Beginn der 1930er-Jahre wurde die F 13 etwa 360 Mal in unterschiedlichen Varianten gebaut. Markenzeichen ist die Außenhaut aus gewelltem Duraluminium-Blech, wie bei der größeren Nachfahrin Ju 52.

Das galt in Zeiten, in denen Flugzeuge überwiegend aus Holz und mit Leinwand als Bespannung gebaut wurde, als Revolution. Das neue Material gab der Maschine Festigkeit und Wetterbeständigkeit. Es ermöglichte auch Einsätze in subtropischen Gebieten.

Neuauflage startete 2013

Dieter Morszeck, leidenschaftlicher Pilot, startete 2013 sein Projekt zur Neuauflage der F 13. 2018 gründete er die Junkers Flugzeugwerke AG in Dübendorf bei Zürich. Da Originalzeichnungen und Baupläne nicht mehr für alle Teile vorhanden waren, wurde mit Hilfe von Lasertechnik eines der wenigen erhaltenen Originale exakt vermessen.

Für den Nachbau mussten die alten Techniken, vor allem die Handhabung mit dem Aluminium-Wellblech, neu erlernt werden. Unter den Augen des schweizer Bundesamts für Zivilluftfahrt gelang es den Ingenieuren und Flugzeugbauern, nach und nach ein Stück Luftfahrtsgeschichte wieder zum Leben zu erwecken, so die Junkers Flugzeugwerke AG.

Zwei weitere werden derzeit gebaut

Der erste, in Handarbeit gefertige Prototyp der neuen F 13 entstand in den Jahren 2013 bis 2016. Am 15. September 2016 hob sie in Dübendorf am Airforce-Center zum Erstflug ab. Die Musterzulassung der Maschine, die den Namen „Anneliese II“ trägt, wurde 2018 erteilt. Zwei weitere Exemplare befinden sich derzeit im Bau.

Zugeständnisse an moderne Technik gab es an wenigen, aber wichtigen Bereichen. Während früher Motoren von Junkers, BMW und Daimler-Benz die Maschinen antrieben, wurde hier ein Neun-Zylinder-Sternmotor von Pratt und Whitney mit 450 PS verbaut. Er gilt als zuverlässig und alltagstauglich. Das Fahrwerk verfügt nun über ein Bremssystem. Ferner wurde das Cockpit mit moderner Avionik ergänzt.

Keine Rundflüge in der F 13

Auf dem Degerfeld ist die F 13 am 24. und 25. August zu sehen. Sie wird ausgestellt. Rundflüge werden am Flugplatzfest nicht angeboten. Abgesehen von Ankunft und Weiterflug hebt die F 13 nur einmal ab: für den Gewinner eines Ausschreibens. Weitere Informationen zum Flugplatzfest gibt‘s hier.

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