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Tischtennis

Langsame Rückkehr in den Trainingsalltag: Farbenspiele mit dem kleinen Plastikball

01.06.2020

Von Volker Bitzer

Langsame Rückkehr in den Trainingsalltag: Farbenspiele mit dem kleinen Plastikball

© Volker Bitzer

Weiß ist der meistgenutzte Spielball im Wettkampf-Tischtennis. Aber auch die orangefarbene Variante ist noch zu finden. Für den Neustart in der Noch-Corona-Zeit sollen nun – aus Sicherheitsgründen – beide Bälle in einer Partie zum Einsatz kommen.

Der DTTB erlässt klare Richtlinien zur Wiederaufnahme des Trainings. So sollen Partien zeitgleich mit weißem und orangenem Ball ausgetragen werden.

Die Kicker rennen teilweise wieder über den Rasen, die Tennisspieler stehen seit einiger Zeit wieder auf dem Platz und auch bei manchen Hallen-Sportarten wird am Neustart in der Corona-Zeit gebastelt.

So auch im Tischtennis, wo der Deutsche Tischtennisbund (kurz: DTTB) bereits seit längerem ein Arbeitspapier als Marschroute in der Schublade hat. Eine interessante, bisweilen aber auch ungewöhnliche. Nun soll in Baden-Württemberg wieder mehr Sport möglich sein.

„Ein wichtiger Schritt“

Nach der Notverkündung (22. Mai) der Corona-Verordnung Sportstätten des Kultus- und des Sozialministeriums wird ab sofort auch der Indoor-Sport unter vielen und strengen Auflagen wieder möglich sein. Ferner ist der Betrieb von Schwimmbädern für Schwimmkurse und den Schwimmunterricht sowie für das Training im Vereinssport wieder erlaubt. „Die weiteren Lockerungen im Sport sind für das Sportland Baden-Württemberg ein wichtiger Schritt“, wird Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann in einer aktuellen Mitteilung des Ministerium zitiert.

Zurück an die grüne Platte, die mittlerweile bei vielen Tischtennisklubs allerdings eine blaue ist. „COVID 19-Schutz- und Handlungskonzept für den Tischtennissport in Deutschland“ heißt das Arbeitspapier des DTTB, welches an die Klubs verschickt und von jedem Interessierten auf der Homepage eingesehen werden kann. Der Deutsche Tischtennis-Bund ist heute der zwölftgrößte deutsche Spitzensportverband. Rund 554 000 Aktive betreiben in mehr als 9 100 Vereinen Tischtennis.

Klare Vorgaben

Oberste Regel ist natürlich der von der Politik empfohlene Mindestabstand von eineinhalb Meter. Das ist beim schnellsten Rückschlagsport der Welt ohnehin kein Thema, da ja allein schon der rund 2,70 Meter lange Tischtennistisch die Spieler trennt. Nicht möglich ist freilich das Doppel-Spielen oder Spaßdisziplinen wie Rundlauf, wo einem der Partner auf der gleichen Tischhälfte plötzlich eng auf den Leib rücken könnte.

Weiter heißt es in den DTTB-Vorgaben: Die Tische sind durch geeignete Maßnahmen zu trennen. Zur Abgrenzung mehrerer Tische werden Tischtennis-Umrandungen oder, wenn diese nicht vorhanden sind, andere geeignete Gegenstände genutzt. Bei Hallen mit Trennvorhängen sollte man auch zusätzlich diese nutzen. Zwischen zwei Tischbelegungen wird jeweils eine mehrminütige Pause eingeplant, um einen kontaktlosen Wechsel am Tisch zu ermöglichen.

Und weiter geht es mit den Regeln: Die Spieler verzichten freilich aufs Gratulieren, Händeschütteln oder andere Begrüßungsrituale mit Kontakt, um das Abstandsgebot einzuhalten. Der Seitenwechsel erfolgt im Uhrzeigersinn um den Tisch herum. Besser aber noch: Man verzichtet komplett auf den Seitenwechsel. Trainer und Spieler waschen sich vor und nach dem Aufbau der Tische und Abtrennungen die Hände. Nach jeder Trainingseinheit sind die Tischoberflächen, die Tischsicherungen und die Tischkanten zu reinigen. Häufig übliche Handlungen wie Anhauchen des Balles oder Abwischen des Handschweißes am Tisch sollen unterlassen werden. Für das Abtrocknen von Ball, Schläger oder Schweiß ist ein eigenes Handtuch zu benutzen.

Farbige Bälle

Das Spannendste ist jedoch der Spielball. Hier schlägt der DTTB vor, dass keine Vereinsbälle, sondern eigene Bälle genutzt werden. Zudem idealerweise in zwei verschiedenen Farben – oder alternativ gekennzeichnete Bälle – pro Partie: also weiß und orange. Jeder Spieler nutzt nur „seine“ Farbe.

Damit soll gewährleistet sein, dass ein bestimmter Ball immer nur vom gleichen Akteur angefasst wird. Das bedingt mitunter aber auch weite Laufwege, wenn ein Ball ins Aus gespielt wird, weil ja jeder Spieler seinen Ball zurückholen sollte. Oder der Partner kickt diesen mit dem Fuß zurück.

Großer Aufwand

Alles in allem sehr modifizierte Trainingsbedingungen mit großem Aufwand. Ob sich dieser lohnt oder überhaupt umsetzbar ist, muss in den folgenden Wochen nun jeder Verein für sich entscheiden. Zunächst jedoch müssen die jeweiligen Kommunen die Hallen überhaupt freigeben.

Denn selbst wenn das Ministerium grundsätzlich wieder grünes Licht für Hallensport unter bestimmten Auflagen gibt, sind es die Städte und Gemeinden, welche die Hoheit über ihre Turn- und Sporthallen haben und somit auch die politische Verantwortung über das Geschehen in den Sportstätten.

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