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Zollernalbkreis/Sigmaringen

Kurzarbeit mindert Wucht der Krise auf Arbeitsmarkt – Trotzdem 15 Prozent mehr Arbeitslose

30.04.2020

von Pressemitteilung

Kurzarbeit mindert Wucht der Krise auf Arbeitsmarkt – Trotzdem 15 Prozent mehr Arbeitslose

© Rolf Gehring

Die Agentur für Arbeit in Balingen vermeldet einen starken Anstieg an Arbeitslosen für den April.

Der April ist üblicherweise ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit zurückgeht. In diesem Jahr ist das ganz anders. Von Frühjahrsbelebung ist keine Spur, die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen vier Wochen um rund 15 Prozent auf knapp 6.900 gestiegen und ist damit so hoch wie zuletzt vor fünf Jahren.

„Es war klar, dass die Corona-Krise auch den Arbeitsmarkt erfassen würde“, so Anke Traber, Leiterin der Agentur für Arbeit Balingen. „Was wir besonders deutlich merken ist die verständliche Zurückhaltung der Betriebe bei Neu- und Wiedereinstellungen. Die Arbeitskräftenachfrage ist erheblich zurückgegangen. In der Folge hat sich natürlich auch die Zahl derer verringert, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten.“, bilanziert Traber die Entwicklung im April.

Fast 2000 neue Arbeitslose im April

Weiter heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit in Balingen: Für die gestiegenen Arbeitslosenzahlen gibt es verschiedene Gründe. Einerseits gab es deutlich mehr neue Arbeitslosmeldungen, besonders aus Metall- und Elektroindustrie, Handel, Zeitarbeit und Gastronomie. Insgesamt haben sich im April rund 1.950 Menschen arbeitslos gemeldet, ein Viertel mehr als im März bzw. vor einem Jahr zur gleichen Zeit.

Weniger Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Noch stärker hat sich aber ausgewirkt, dass weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Insgesamt ist die Zahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit um über ein Drittel gesunken, da ein Viertel weniger Personen eine neue Arbeit gefunden hat, auch der Ausbildungsmarkt derzeit kaum aufnahmefähig ist und Qualifizierungsmaßnahmen nicht im üblichen Umfang laufen können. Nur 1.060 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, 600 weniger als in den vier Wochen zuvor und 720 bzw. 40 Prozent weniger als im April 2019.

Kurzarbeit mindert Wucht der Krise auf Arbeitsmarkt – Trotzdem 15 Prozent mehr Arbeitslose

© AA Balingen

Die Arbeitsmarktsituation im April im Bereich Zollernalb-Sigmaringen.

„Das ist eine Entwicklung, mit der wir wegen Corona rechnen mussten. Immerhin ist es uns aber gelungen, fast alle Anzeigen auf Kurzarbeit schon zu prüfen, und auch bei den monatlichen Abrechnungen sind wir so gut wie auf dem Laufenden. Durch die Gewährung von Kurzarbeitergeld konnten wir einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit vermeiden“, ist sich Traber sicher. Unternehmen nutzen das Instrument Kurzarbeit, um ihre Beschäftigten zu halten. Seit Beginn der Krise wurden fast 3.000 Anzeigen auf Kurzarbeit erfasst und bereits geprüft. Zum Vergleich: Im März und April 2019 wurden insgesamt nur 10 Anzeigen erfasst. Wie viele der Beschäftigten in den anzeigenden Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeigt sich erst nach der jeweiligen monatlichen Abrechnung.

Regionen unterschiedlich stark betroffen

In beiden Landkreisen hat die Arbeitslosigkeit deutlich zugenommen. Dennoch gibt es Unterschiede. Im Zollernalbkreis, zu dem die Geschäftseinheiten in Albstadt, Balingen und Hechingen gehören, führt der Anstieg um 480 Personen bzw. knapp 13 Prozent zu einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr zur gleichen Zeit. Im Landkreis Sigmaringen bedeuten 430 Arbeitslose mehr einen Zuwachs um fast ein Fünftel zum März und um 40 Prozent zum Vorjahr. Die Quote liegt mit 3,5 Prozent um 0,9 Punkte über dem Vorjahreswert.

Prognosen zum Ausbildungsmarkt schwierig

Statistisch machen sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf dem Ausbildungsmarkt bisher kaum bemerkbar. Seit Oktober 2019 werden die Ausbildungsstellen für den diesjährigen Ausbildungsbeginn gezählt. Ihre Zahl ist mit rund 2.800 annähernd unverändert zum Vorjahr. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ist dagegen leicht rückläufig. Bisher sind knapp 1.400 erfasst, 140 weniger als im Jahr zuvor.

Gesundheitsschutz bleibt oberstes Gebot

Die Einschränkung des persönlichen Kundenkontakts stellt Kundinnen und Kunden sowie die Beschäftigten der Agentur für Arbeit gleichermaßen vor Herausforderungen. In der Krise haben sich aber bisher das erweitere telefonische und online nutzbare Angebot bewährt. Die Agentur für Arbeit setzt daher vorerst weiterhin vorrangig auf diese Kontaktmöglichkeiten. Auch wenn in den nächsten Wochen unter Einhaltung hygienischer Standards schrittweise wieder vermehrt persönlicher Kontakt ermöglicht werden soll, wird sich dieser zunächst weiterhin auf unabdingbare Einzelfälle beschränken und ausschließlich nach vorheriger Einladung möglich sein.

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