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Balingen

Kulturelles Schmankerl: Musik von Freunden für Freunde und für die Freundschaft

02.06.2019

Von Silke Thiercy

Kulturelles Schmankerl: Musik von Freunden für Freunde und für die Freundschaft

© Silke Thiercy

Das Orchester begeisterte die Zuhörer.

Ein Konzert mit dem Thema „Filmmusik“ von jungen Musikern aus Royan und Balingen war am Samstag der Höhepunkt eines außergewöhnlichen Wochenendes.

Dass am späten Samstagabend nahe der Stadthalle ein üppiges Feuerwerk in den Balinger Nachthimmel geschossen wurde, war Zufall. Weder OB Reitemann noch die Direktoren der Musikschulen aus Royan oder Balingen hatten davon gewusst oder es gar geplant. Dennoch passten die funkelnden Raketen zum Abschluss eines fulminanten Konzertabends.

Junge Gäste aus der Partnerschaft

Seit Donnerstag waren 28 junge französische Musiker im Alter von zehn bis 18 Jahren zu Gast in Balingen. Untergebracht bei eben so vielen deutschen Kollegen in den Gastfamilien. Gemeinsam gestalteten sie am Samstag Abend in der Balinger Stadthalle ein Konzert unter dem Thema „Filmmusik“.

Gemeinsames Proben

Und auch wenn es wie aus dem Ärmel geschüttelt wirkte – die jungen Künstler und ihre Lehrkräfte der Jugendmusikschule unter Leitung von Dirk Benkwitz und des Conservatoire du musique de Royan haben viele Stunden des gemeinsamen Probens verbracht. Am Ende war klar: die Sprache der Musik verbindet.

Ob Tschaikowskys „Nussknacker“, dirigiert von Yannn Le Calvé, oder der Soundtrack von Zootopia (Dirigent: Frédéric Chartier) oder das deutsch-französische Gesamtorchester unter der Leitung von Benkwitz – die junge Musiker traten voller Verve und mit großem Können auf. Unbefangen in ihrem Spiel, frei in der Interpretation und deswegen prädestiniert für Momente voller Gänsehaut.

Zwei Flügel gleichzeitig

Zehn Hände auf 176 Tasten boten die Schüler von Elena Fischer. An zwei Flügeln gleichzeitig entführten die jungen Pianisten das Publikum in die Welt des „Phantom der Oper“. Filmmusik – ein gut gewähltes Thema für ein junges Publikum und junge Interpreten. Auf der Playlist standen unter anderem auch Zoomania, in dem Shakira die Stimme einer Gazelle spricht, „Die Unglaublichen“, das witzig interpretierte „Dschungelbuch“ und der weltbekannte Soundtrack von Star Wars.

Beethoven darf nicht fehlen

Höhepunkt und ganz besonderer Gänsehautmoment war aber sicher das von allen jungen Musikern und ihren Lehrern gemeinsam aufgeführte Finalstück. Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ ist längst zur Hymne für Europa avanciert und war damit ein Symbol für die jungen Menschen, die das Europa von Morgen gestalten. Ein Symbol für die deutsch-französische Freundschaft. Und ein Beweis dafür, dass Noten und Töne die Herzen der Menschen berühren – egal in welcher Sprache oder aus welcher Nation.

Empfang vor dem Konzert

Dem Konzert vorausgegangen war ein Empfang der jungen Musiker im Foyer des Rathauses. OB Helmut Reitemann strahlte sichtlich ob der vielen jungen Gäste in den ehrwürdigen Räumen der „Mairie“ und begrüßte die Schüler bei strahlendem Sonnenschein mit einem Geschenk. Die Käppis mit dem Logo der Partnerstadt kamen bei den Kids super an.

Neuer Kick für die Freundschaft

Dominique Gachet als Vertreterin der Stadt Royan blickte auf die 20-jährige Freundschaft zwischen den beiden Musikschulen zurück. Diese drohte, einzuschlafen. Allerdings gibt es ja Macher wie Dirk Benkwitz und Yann Le Calvé. Die beiden setzten sich zusammen, stellten das Programm neu auf.

Alle zwei Jahre wird es nun einen Austausch geben, ein gemeinsames Proben, ein Konzert. Das nächste Mal in Royan, im Mai 2021. In diesem Jahr waren von französischer Seite die Professoren Grace de Morgan, Emeline Alberghi sowie Frédéric Chartier Teil der Delegation. Begleitet von der Vorsitzenden des Partnerschafts-Komites, Lyliane Isendick-Malterre und Jean Marie Herminaud, beide oft und gerne zu Gast in Balingen.

Führung in der Stadtkirche

Für die jungen Musiker stand am Donnerstag nach den Proben noch eine Führung in der Balinger Stadtkirche auf dem Programm. Klar, dass Gerhard Breiser die Truppe gerne auf den 61 Meter hohen Turm führte, von wo aus die deutschen und französischen Schüler bei strahlendem Sonnenschein einen einzigartigen Panoramablick genossen. Zur Belohnung für ein absolut gelungenes Konzert mit Minuten langem, nicht enden wollendem Applaus, ging es für die Künstler am gestrigen Sonntag nach Tripsdrill.

Und zwischenzeitlich haben die Schüler schon „Au revoir“ gesagt. Sie sind auf dem Heimweg an den Atlantik – aber es heißt ja immer auch: „A bientôt – bis bald.“

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