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Hechingen

„Künstliche Lungen“ gefragter denn je: Medizintechnik aus Hechingen hilft im Kampf gegen Corona

03.04.2020

von Hardy Kromer

„Künstliche Lungen“ gefragter denn je: Medizintechnik aus Hechingen hilft im Kampf gegen Corona

© Maquet

Im Kampf gegen die lebensbedrohlichen Folgen des Coronavirus auf Hochtouren: die Produktion von Oxygenatoren ("künstlichen Lungen") bei der Getinge-Tochterfirma Maquet Cardiopulmonary in der Neuen Rottenburger Straße in Hechingen.

Sogenannte künstliche Lungen, entwickelt und produziert bei Maquet Cardiopulmonary, spielen bei der Rettung von Covid-19-Patienten in der Intensivmedizin eine gewichtige Rolle.

Seit das neuartige Coronavirus begonnen hat, die Welt in Atem zu halten (und vielen schwerkranken Patienten den Atem zu rauben), steigt die globale Nachfrage nach Beatmungs- und Sauerstofftauschgeräten.

Auf den Intensivstationen zahlreicher Kliniken sind dies die unverzichtbaren Instrumente, die benötigt werden, um das Leben von Menschen zu retten, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 einen schweren Verlauf nimmt.

Einer der weltweit führenden Hersteller ist der schwedische Getinge-Konzern. Und der hat auch in Hechingen eine große Niederlassung: die Maquet Cardiopulmonary GmbH in der Neuen Rottenburger Straße.

Steigerung der Produktion um 60 Prozent

Getinge hat vor wenigen Tagen angekündigt, seine Produktion von Beatmungsgeräten 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zu erhöhen. Gemessen an den Zahlen, die der Konzern kommuniziert, bedeutet das eine Steigerung von 10.000 auf 16.000 Geräte.

Im engeren Sinne betrifft das zunächst die Produktion im schwedischen Solna vor den Toren von Stockholm, doch auch an Hechingen geht der Nachfrageschub nicht ungestreift vorbei.

Denn bei Maquet in der Zollernstadt werden diejenigen Systemkomponenten hergestellt, die benötigt werden, wenn die einfache mechanische Beatmung nicht mehr ausreicht, die „nächste Stufe“ gewissermaßen: sogenannte Oxygenatoren, „künstliche Lungen“.

Blut wird in Kästchen mit Sauerstoff angereichert

In diesen Hightech-Kästchen wird das Blut des Patienten mit Sauerstoff angereichert und Kohlenstoffdioxid aus dem Blut entfernt – ein Gasaustausch außerhalb des Körpers, der in der Intensivmedizin zur Behandlung von akutem Lungenversagen herangezogen wird, wie es bei Covid-19-Patienten im fortgeschrittenen Stadium üblich ist.

Künstliche Lungen aus Hechingen für den Weltmarkt

Solche „künstlichen Lungen“ werden bei Maquet in Hechingen für den gesamten Weltmarkt entwickelt und hergestellt.

In diesen Tagen mehr denn je: „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um die derzeit hohe Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen zu befriedigen“, teilte die Getinge-Pressestelle am deutschen Hauptsitz in Rastatt auf Anfrage mit.

Getinge sei „in besonderer Weise durch die Covid-19-Pandemie betroffen“. Als führendes Unternehmen in der Medizintechnik nehme man die „Verantwortung sehr ernst, medizinische Einrichtungen in der Patientenversorgung zu unterstützen und mit der notwendigen Ausrüstung zu versorgen“.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus erwarte man einen weiteren Anstieg der Nachfrage – auch nach den in Hechingen produzierten Systemkomponenten.

Fünf Prozent landen auf der Intensivstation

Laut Weltgesundheitsorganisation entwickelt sich bei etwa 14 Prozent der von Covid-19 betroffenen Menschen ein schwerer Krankheitsverlauf mit Krankenhausaufenthalt und Sauerstoffversorgung, und fünf Prozent müssen intensivmedizinisch versorgt werden.

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