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Dotternhausen

Kräuterexkursion auf dem Plettenberg zeigt, dass die Brennnessel kein Unkraut ist

17.06.2019

Von Rolf Schatz

Kräuterexkursion auf dem Plettenberg zeigt, dass die Brennnessel kein Unkraut ist

© Rolf Schatz

Naturpädagogin Katharina Haller (vorne) beeindruckte die Albvereinler mit ihrem Wissen über die Wirkung der Heil- und Wildpflanzen auf dem Plettenberg.

25 Naturliebhaber begaben sich auf Einladung der Dotternhausener Albvereinsortsgruppe mit Naturpädagogin Katharina Haller auf eine besondere Wanderung und entdeckten zahlreiche Schätze am Fuße und auf der Hochfläche ihres Hausberges.

Zu einer Kräuterwanderung mit der Naturpädagogin Katharina Haller aus Endingen hatte die Ortsgruppe des Albvereines am Samstag eingeladen. Diese erwies sich gleich als Volltreffer, denn rund 25 Naturliebhaber folgten der Einladung von Michaela Göbel.

Einstieg mit Paracelsus

Mit dem Zitat des Arztes, Alchemisten, Astrologen, Theologen und Philosophen Paracelsus (1493 – 1541) – „Deine Nahrung sei Dein Heilmittel – Dein Heilmittel sei Deine Nahrung, aus der Nahrung kommt die Krankheit und die Heilung“ – stimmte Naturpädagogin Katharina Haller die Kräutersucher auf die grüne Wanderung ein.

Eine Vielzahl von Kräutern

Die Kräuterexpertin weist ein großes Wissen auf und erklärte nicht nur die Namen der vielen verschiedenen Kräuterarten, sondern auch deren Verwendung. Schließlich gibt es Heilkräuter, Küchenkräuter, Duftkräuter, Gewürzkräuter – aber auch Giftkräuter.

Schon am Fuße des Plettenberges entdeckten die Teilnehmer viele Wildkräuter entdeckt, darunter Giersch, Gänseblümchen, Kletten- und Wiesenlabkraut, Spitzwegerich und Breitwegerich, Knoblauchrauke und Gundermann.

Sie waren begeistert davon, wofür man die verschiedenen Kräuter einsetzen kann. So ist beispielsweise der Spitzwegerich für Stiche und Verletzungen ein Wunderheilmittel. Aus Gänseblümchen kann ein Blumenöl oder auch Gelee hergestellt werden.

Giersch wirkt basisch und könne für Salat oder Gemüse verwendet werden oder als Alternative zu Spinat verwendet werden, teilte Haller mit. Besonders erstaunt waren die Teilnehmer darüber, dass die Brennnessel zur Energiepflanze und Kraftpflanze mit hohem Vitamin C- sowie Eisengehalt zählt.

Diese gehört zu den ältesten Pflanzen und wirke blutzuckersenkend und sei als Arzneimittelpflanze anerkannt, so die Naturpädagogin. Jedoch sollten die Wildpflanzen mit gesunden Menschenverstand zubereitet und verzehrt werden.

Deutlich wies sie auf die Giftigkeit des blauen und gelben Eisenhuts hin. Auf dem Parkplatz zur „Riese“ nahmen die Wanderer Wiesenbärenklaue, Waldmeister, Bärlauch, den guten Heinrich, Schafgarbe und die Vogelmiere unter die Lupe, bevor die Exkursion zur Hochfläche fortführte.

Streicheleinheit für die Seele

Sattgrüne Wiesen, übersät von goldgelben Löwenzahnblüten, Wildkräutern und Blumen wie der Wiesenboxbart, wilder Thymian, kleiner Wiesenknopf, Klappertopf sowie der Sauerampfer blühten dort in Hülle und Fülle und waren Augenweide und Streicheleinheit für die Seele.

Löwenzahn, so erfuhren die Teilnehmer, sei nicht nur eine Bienen- und Insektenweide und gutes Viehfutter, sondern auch ein gesundes, vitaminreiches Wildgemüse, das die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben kann und das gesamte Immunsystem stärkt.

Köstlichkeiten munden

Nach der informativen Wanderung konnten die Teilnehmer am vielseitigen Naturbüfett vor der Plettenberghütte schmackhafte Leckerbissen mit Wildkräutern probieren.

Aromenreiche und gesunde Köstlichkeiten wie Gelees, Brote, Blütenbutter und Aufstriche, Wildkräuterbaguette, selbst hergestellte Säfte, Liköre und Kräuterdestillate und vieles mehr wurden von Haller angeboten.

Vereinschefin Ilse Ringwald und die Teilnehmer dankten Katharina Haller für die Kräuterwanderung und die Köstlichkeiten mit einem lang anhaltenden Applaus. Rundum waren alle von den blühenden Schätzen am Wegesrand und auf der Hochfläche ihres Hausberges beeindruckt.

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