Kunstrad

Kontinuierlicher Aufbau: Philipp-Thies Rapp fehlt vor dem zweiten Weltcup etwas die Routine

10.06.2024

Von Larissa Bühler

Kontinuierlicher Aufbau: Philipp-Thies Rapp fehlt vor dem zweiten Weltcup etwas die Routine

© Moschkon

Einen dreifachen Drehsprung hat Philipp-Thies Rapp gemeldet, mehr ist jedoch immer erlaubt.

Für die Kunstrad-Elite rückt die Hauptsaison langsam näher. In Topform sind Philipp-Thies Rapp und seine Kontrahenten vor dem zweiten Weltcup am Samstag im österreichischen Hohenems voraussichtlich aber noch nicht.

Der Weltcup-Auftakt liegt schon einige Monate zurück. Anfang März stand das erste Kräftemessen der Weltspitze in Italien an, Philipp-Thies Rapp vom RSV Tailfingen belegte dabei den zweiten Rang mit 192,59 Punkten. Seither rückte das Programm in den Trainingseinheiten jedoch eher in den Hintergrund, es wurde an neuen Übungsteilen gefeilt.

„Wir sind Einzelteile aus dem Programm, aber auch neue Übungen gefahren“, berichtet Trainer Dieter Maute. „Bis vor zwei Wochen haben wir uns wenig mit Wettkämpfen beschäftigt.“ Dann wurde im Hinblick auf den Weltcup umgestellt, „jetzt ist es eine Mischung. Am Ende vom Training räumen wir trotzdem Zeit ein für die Dinge, die wir neu eingereicht haben – also Saltoabgang und Krafttraining.“

Wichtige Erfahrungen

Viele der neuen Inhalte für die Zukunft sind für das Wochenende noch kein Thema, möglich aber, dass Rapp den Drehsprung nicht nur dreifach fährt. „Den wollen wir schon auf möglichst viele ausweiten“, so der Tailfinger Übungsleiter. „Es wäre schon das Ziel, dass wir fünffach melden können. Und wir gehen auch jetzt so in den Wettkampf, wie wenn er ihn fünffach fahren würde.“

Bislang sei die Quote aber noch nicht so, dass es offiziell aufgestellt werden könnte, „weil dann muss er es fahren. So hat er immer noch die Möglichkeit zu sagen, dass es sich gerade nicht richtig anfühlt. Und wenn er merkt, dass es passt, kann er weiterspringen.“ Es geht für Rapp also auch darum, Erfahrung zu sammeln. „Das hilft dann auch, wenn er einen fünffachen aufstellt, den er ja dann taktisch auch noch erweitern könnte.“

200 Punkte im Visier

In der Meldeliste steht Rapp wieder mit einem Ausgangswert von 210,60 Punkten, mehr stellt nur Weltmeister Lukas Kohl auf (214,00 Punkte). „Mit dem fünffachen Drehsprung wären es dann 212,90 Punkte“, verrät Maute. „Die Frage ist, ob man ein Risiko eingeht oder es taktisch macht.“ Aktuell fehle Rapp logischerweise auch noch ein bisschen die Routine im Programm. „Das kann durchlaufen und wir fahren ein geiles Ergebnis. Es kann in dieser Phase aber auch noch ein Fehler passieren“, so der Bundes-, Landes- und Vereinstrainer.

Eine Platzierung setzt sich der Albstädter nicht zum Ziel, „es sollen aber über 200 Punkte werden. Alles unter 195 wäre ehrlich gesagt schon enttäuschend“, räumt Maute ein. In Bestform ist der junge Albstädter aber eben noch nicht. „Das wollen wir auch zum Start in die Hauptsaison im August noch nicht sein“, verrät Maute. Erst im Herbst, wenn die Saisonhöhepunkte warten, soll Rapp auch seine besten Leistungen abrufen können. „Wir wollen jetzt einen kontinuierlichen Aufbau hinkriegen.“

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