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Handball

Konkrete Planungen weiterhin schwierig: HBW Balingen-Weilstetten will personell nachlegen

14.05.2020

Von Marcus Arndt

Konkrete Planungen weiterhin schwierig: HBW Balingen-Weilstetten will personell nachlegen

© Moschkon

Wann der HBW wieder vor Publikum spielen kann, ist weiterhin unklar.

Nach dem Saisonabbruch bereiten die Protagonisten neben der Platte die kommende Spielzeit der „Gallier“ in der Bundesliga vor. Wann diese beginnt, bleibt weiter offen – einzig der Trainingsauftakt ist terminiert.

Offiziell startet der HBW am 1. Juli in die Vorbereitung. „Wie das allerdings aussehen wird, ist noch völlig offen“, sagt Jens Bürkle unaufgeregt. Der Coach des letztjährigen Aufsteigers tauscht sich mit seinem Team unregelmäßig aus – mehr erlaubt die aktuelle Situation nicht. In Corona-Zeiten halten sich die Spieler in Eigenverantwortung fit.

In manchen Bereichen Liga-Spitze

Mehr sei nicht möglich, so der Sportwissenschaftler weiter, welcher die vergangene Runde genau analysiert und aufbereitet hat. „Wir wissen, dass wir in allen Bereichen mithalten können“, bilanziert der 39-Jährige zufrieden, „in manchen sind wir sogar Liga-Spitze.“

In anderen allerdings nicht. „Auffällig ist“, erklärt der frühere Erstliga-Kreisläufer, „dass wir in der ersten Angriffsphase nicht zwingend und konsequent genug sind.“ Bei einer extrem langen Zeit in der Offensive zeigen die Schwaben hingegen besondere Qualitäten, sind oft in Zeitnot erfolgreich. „Da sind wir besser als viele andere Klubs“, betont Bürkle, welcher jedoch Defizite im Rückzugsverhalten ausmacht.

Fehlende Verantwortung für den Ball

In Zahlen: minus 2,5 Tore in der Konterquote im Quervergleich mit der Konkurrenz. Das liegt nicht daran, dass Balingen-Weilstetten in den Angriffen aus der ersten und zweiten Welle heraus nicht trifft, sondern dass die „Gallier“ einfach zu viele Gegentreffer nach technischen Fehlern kassieren.

„Das zieht sich seit Monaten durch“, gesteht der Balinger Kommandogeber ein, „es fehlt die Verantwortung für den Ball.“ Oft sei dies dann nicht mehr zu verteidigen, räumt er unumwunden ein. Hinzu kommt das fehlende Sprintbewusstsein auf einigen Positionen. „Da summiert sich einiges auf“, merkt Bürkle an, „daran werden wir in der Vorbereitung arbeiten. Wir müssen unseren läuferischen Aufwand erhöhen und auch gedanklich schneller werden.“

Personalplanung weiter schwierig

Wann der HBW-Trainer wieder unter normalen Bedingungen mit seiner Mannschaft arbeiten kann, ist weiterhin offen. Natürlich spielt Bürkle mehrere Szenarien durch, „aber die Situation ändert sich täglich. Da ist es schwierig, konkret zu planen.“

Das gilt nicht nur für das Training – auch die finalen Personalien sind beim Bundesliga-16. noch nicht geklärt. Im Aufstiegsjahr stand ein Etat um die drei Millionen Euro zur Verfügung. Aufgrund der Corona-Krise kalkuliert Wolfgang Strobel nun jedoch mit einem kleineren Budget, „auch weil wir nicht planen können, wann und mit wie vielen Fans wir spielen können.“

Dennoch wollen die Schwaben im Rückraum noch personell nachlegen. „Wir werden auf jeden Fall noch etwas tun, schränken uns da aber nicht ein. Wir starten mit zwölf Feldspielern in die Runde“, hebt der Geschäftsführer hervor. Sollten es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich der Kreisstadt-Klub um einen weiteren Neuzugang bemüht.

Neue Ideen für Wettkampfpraxis

Die Integration dürfte sich schwierig gestalten. Die geplanten Vorbereitungsturniere und Testspiele des HBW sind bereits allesamt abgesagt worden. Doch die Branche möchte sich in der Hinsicht, für die nötige Wettkampfpraxis vor dem anvisierten Start im September zu sorgen, selbst helfen und zu gegebener Zeit regionale Tests oder auch Turniere organisieren.

„Wir stehen besonders mit den Mannschaften in Baden-Württemberg im Austausch. Dann können wir in passender Distanz zum Rundenstart etwas auf die Beine stellen“, verrät Strobel und Bürkle ergänzt: „Wenn es nicht anders möglich ist, spiele ich in der Vorbereitung lieber viermal gegen den gleichen Gegner als gar nicht . . .“

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