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Haigerloch

Kies in sechs Haigerlocher Brunnen sorgt für Unmut bei den Bürgern – Was hat’s damit auf sich?

11.06.2019

von Wilfried Selinka

Kies in sechs Haigerlocher Brunnen sorgt für Unmut bei den Bürgern – Was hat’s damit auf sich?

© Wilfried Selinka

Bis auf 40 Zentimeter unterhalb des Brunnenrandes wurde der Haigerlocher Marktplatzbrunnen mit Steinen aufgefüllt.

Da staunt der Laie: Mehrere Brunnen in Haigerloch haben neuerdings ein Kiesbett. Wie kommt’s? Die Stadtverwaltung klärt auf: Es handelt sich um eine Maßnahme der Verkehrssicherungspflicht.

Weil es nämlich im Umfeld von Brunnen immer wieder zu Unfällen mit Kindern kommt, schreibt das Deutsche Normierungsinstitut, das sich an der Kinderspielplatzordnung orientiert, eine Wassertiefe von höchstens 40 Zentimeter vor.

Absenken auf 40 Zentimeter Wassertiefe

„Deshalb müssen auch unser Friedhofsbrunnen und die Brunnen in den Ortslagen auf 40 Zentimeter Wassertiefe abgesenkt werden“, so die Mitteilung der Stadtverwaltung Haigerloch.

Der Bauhof hat bereits Fakten geschaffen: Als Sofortmaßnahme wurde in die Brunnen bis 40 Zentimeter unterhalb des Rands Kiesmaterial eingefüllt. Später sollen Schutzgitter eingebaut werden. Das werde zwar erhebliche Kosten verursachen, heißt es weiter, aber die Sicherheit der Kinder gehe vor. Man wolle es „nicht zu einem Unfall kommen lassen“.

Im Friedhofsbrunnen und im Marktplatzbrunnen in Haigerloch sind die Steine schon drin, ebenso in den Dorfbrunnen in Owingen, Stetten, Weildorf und auch im Friedhofsbrunnen in Trillfingen.

Ortschaftsräte sprechen von überhasteter Handlung

Erste Reaktionen auf diese Kiesaufschüttungen im Dorfbrunnen gab es im Ortschaftsrat in Trillfingen. Ratsmitglieder kritisierten die Sofortmaßnahme der Stadt als „überhastet“ und nannten den Kies im Brunnen einen „Schwabenstreich“. Durch die Kieseinlage könnten die teilweise historischen Brunnen beschädigt werden. Die Steinschicht werde Korrosion und Verstopfungen Vorschub leisten und die Reinigung erschweren. Es gebe doch sicher bessere technisches Lösungen für dieses Problem, hieß es.

Tradition des Bräutelns in Gefahr?

Ganz andere Fragen wirft die neuen Lage in der Kernstadt auf: Der Marktplatzbrunnen steht an der Fasnet im Mittelpunkt des historischen Bräutelns. Wie es der Brauch will, umkreisen die Bräutebuben der Narrenzunft mit ihren „Gästen“ auf der Bräutelstange den Brunnen und nicht selten landet einer der Akteure im kalten Wasser.

Spannend wird es am 24. Februar

Mit der Schicht aus Steinen, beziehungsweise wenn der Marktplatzbrunnen später sogar mit einem Gitter versehen werden sollte, wird es schwierig werden, an dieser uralten traditionellen Zeremonie festzuhalten. Spätestens nächstes Jahr am Fasnachtsmontag, 24. Februar, wenn in Haigerloch das nächste Bräuteln ansteht, wird es spannend.

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